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Keßlerstraße 15 - Dr. Ludwig und Sofie, Hildegard Katz

Dr. Ludwig Katz
*09.01.1896 in Wieseck
deportiert am 30.09.1942 ab Darmstadt vermutlich nach Treblinka
ermordet vermutlich in Treblinka
Stolperstein verlegt am 26.04.2008

Sofie Katz, geb. Krittenstein
*21.07.1906 in Bad Wildungen  
deportiert am 30.09.1942 ab Darmstadt vermutlich nach Treblinka
ermordet vermutlich in Treblinka
Stolperstein verlegt am 26.04.2008

Hildegard Katz
*11.05.1932 in Gießen
deportiert am 30.09.1942 ab Darmstadt vermutlich nach Treblinka
ermordet vermutlich in Treblinka
Stolperstein verlegt am 26.04.2008

 

Standort Stolpersteine Keßlerstraße 15

Dr. Ludwig Katz

Dr. med. Ludwig Katz, *09.01.1896 in Wieseck, Volksschule Wieseck, Realgymnasium Gießen, Abitur 1915, Arzt in Wieseck, Gießener Straße 27, Wieseck, Keßlerstraß 15, Deportation im Sept. 1942 über Darmstadt in das "Generalgouvernement".

1915 - 1918 Soldat (militärische Auszeichnung). Danach Beginn des Medizinstudiums Uni Gießen, 7 Semester (Sommersemester 1919 Universität München). Promotion Juli 1922. Danach als Arzt in Wieseck tätig.

1926 heiratet er in Bad Wildungen die Hotelierstochter Sofie Krittenstein. Ende der 20er Jahre baut er mit seiner Frau in Wieseck das Haus Keßlerstraße 15, in dem er auch seine Praxisräume hat.

Dr. Ludwig Katz genoss - wie sein Vater Hermann - hohes Ansehen. Ältere Wiesecker erinnern, dass er Bedürftige in den wirtschaftlich schweren Zeiten auch ohne Honorar behandelt hat.

Ab 30. September 1938 wurde ihm die Berufsausübung verboten, im folgenden Jahr musste er sein Haus verlassen und wurde mit seiner Familie in das Haus seiner inzwischen verwitweten Mutter, sein Elternhaus, Gießener Straße 27, eingewiesen. Vor dort wurden Dr. Katz, seine Frau und seine 10-jährige Tochter Ende September 1942 über Darmstadt zwecks "Wohnsitzverlegung in das Generalgouvernement" deportiert, das heißt in den Tod geschickt.

Die Mutter von Dr. Katz, Eva, geb. Oppenheimer (* 17.09.1873), wurde im September 1942 von Darmstadt aus nach Theresienstadt deportiert. Während ihr Todesdatum feststeht, 3. Dezember 1942, sind die Todesdaten von Dr. Katz, seiner Frau und seiner Tochter nicht zu ermitteln.

Sofie Katz

Sofie Katz, geb. Krittenstein, *21.07.1906 in Bad Wildungen; Wieseck, Gießener Straße 27; Wieseck, Keßlerstraße 15, Deportation im Sept. 1942 über Darmstadt in das "Generalgouvernement".

Sofie Katz wurde in Bad Wildungen als Tochter von Gerson Krittenstein und Lina, geb. Marx, geboren. Familie Marx stammt aus Bad Wildungen, Familie Krittenstein aus Homberg/Efze.

Als 20-Jährige heiratet sie den Wiesecker Arzt Dr. Ludwig Katz und zieht nach Wieseck. Am 11. Mai 1932 wird die Tochter Hildegard geboren.

Gerson und Lina Krittenstein besitzen in Bad Wildungen das koscher geführte Hotel Germania, das nach dem Tod des Vaters verkauft wird. Ab 1934/35 lebt Lina Krittenstein bei der Familie ihrer Tochter in Wieseck.

Sofie Katz wird mit ihrem Ehemann, ihrer Tochter, ihrer Mutter und Schwiegermutter Ende September 1942 nach Darmstadt deportiert. Vom dort führt sie ihr Leidensweg mit Mann und Tochter weiter, wo die Familie im Vernichtungslager Treblinka ermordet wurde. Das Todesdatum ist nicht zu ermitteln.

Mutter und Schwiegermutter fanden in Theresienstadt den Tod.

Hildegard Katz

Hildegard Katz, *11.05.1932 in Wieseck, Keßlerstraße 15; Gießener Straße 27, Wieseck, Deportation im Sept. 1942 über Darmstadt in das "Generalgouvernement".

Hildegard Katz ist die Tochter des Wiesecker Arztes Dr. Ludwig Katz und seiner Ehefrau Sofie, geb. Krittenstein. 1938 war sie sechs Jahre alt, sie wurde nicht mehr eingeschult, weil in diesem Jahr allen jüdischen Kindern der Besuch staatlicher Schulen verboten wurde. Ältere Wiesecker erinnern ein hübsches Mädchen, das sich viel bei der Großmutter väterlicherseits aufgehalten habe. Ihre Frage an eine Nachbarin ist noch immer in Erinnerung: „Nicht, Tante ..., kleine Kinder sind keine Juden."

Mit ihren Eltern ist Hildegard in den Tod geschickt worden; ihr Leidensweg führte sie in das Vernichtungslager Treblinka, wo sie und ihre Eltern ermordet wurden. Das Todesdatum ist nicht zu ermitteln.

 

Text: Ursula Schroeter

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