Erleben

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Gießener Straße 27 - Eva Katz und Lina Krittenstein

Eva Katz, geb. Oppenheimer
*17.10.1873 in Langsdorf
deportiert am 27.09.1942 ab Darmstadt nach Theresienstadt
ermordet am 03.12.1942 in Theresienstadt
Stolperstein verlegt am 22.10.2009

Lina Krittenstein, geb. Marx
*25.08.1878 in Bad Wildungen
deportiert am 27.09.1942 ab Darmstadt nach Theresienstadt
ermordet am 06.04.1943 nach Theresienstadt
Stolperstein verlegt am 22.10.2009

 

Standort Stolpersteine Gießener Straße 27


Eva Katz

Eva Katz entstammte der seit Beginn des 19. Jahrhunderts in Langsdorf ansässigen Familie Oppenheimer. Sie und ihre Zwillingsschwester waren die ersten Kinder ihrer Eltern Jacob und Zerline Oppenheimer, es folgten noch sieben Geschwister.

Eva Katz heiratete am 09.05.1895 in Langsdorf Hermann Katz und zog mit ihm in dessen Elternhaus, Wieseck, Gießener Straße 27. Zwei Söhne wurden geboren: Ludwig 1896 und Julius 1901.

Auch nach dem Tod ihres Ehemannes am 04.09.1938 lebte sie in ihrem Haus, während die Familie ihres Sohnes Ludwig ihr Haus räumen musste und bei ihr eingewiesen wurde.

Mit über 200 Juden aus Gießen und Umkreis wurde sie im September 1942 über die Goetheschule nach Darmstadt in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und fand dort am 03.12.1942 den Tod.

Von dem überlebenden Sohn Julius ist überliefert, dass seine Mutter in den 1920er Jahren „aus einem Henkelkörbchen“ kranke und bedürftige Wiesecker mit Lebensmitteln versorgt habe – und das in Abstimmung mit dem evangelischen Pfarrer. Und ihr und ihrer Familie konnte niemand das Überleben sichern.

Am 22. Oktober 2009 wurde vor ihrem Haus, Gießener Straße 27, für sie ein Stolperstein verlegt.

 

Quellen
Stadtarchiv Gießen
Hess. Hauptstaatsarchiv
Universitätsarchiv Gießen
Aussagen von Zeitzeugen

Lina Krittenstein

Lina Krittenstein war die Schwiegermutter des Wiesecker Arztes Dr. Ludwig Katz.

Mit ihrem Ehemann, Gerson Krittenstein, führte sie das eigene Hotel „Germania“ in Bad Wildungen. Nach dem Tode ihres Mannes, 1928, verkaufte sie das Hotel und zog Anfang der 1930er Jahre zu ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn nach Wieseck und kümmerte sich um ihr Enkelkind, das 1932 geboren wurde.

Ihr widerfuhr das gleiche Schicksal wie ihrer Tochter, Schwiegersohn und Enkelkind: Deportation am 24. September 1942 über die Goetheschule nach Darmstadt, von dort in das Konzentrationslager Theresienstadt und fand dort den Tod am 06.04.1943.

In Bad Wildungen wurde auch an sie gedacht und vor ihrem ehemaligen Hotel ein Stolperstein verlegt. In Gießen-Wieseck vor dem Elternhaus ihres Schwiegersohnes, Gießener Straße 27, wurde für sie am 22.10.2009 ein Stolperstein verlegt.

  
Text: Ursula Schroeter

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