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Asterweg 53 - Moses, Ida, Margot, Helmut und Hilde Bauer, Abraham Bermann, Wolf Willy und Emma Reinstein

Moses Bauer
*05.03.1876 in Leihgestern
deportiert am 27.09.1942  nach Theresienstadt
ermordet am 16.05.1944 in Auschwitz
Stolperstein verlegt am 17.10.2023

Ida Bauer, geb. Joseph
*06.02.1889 in Allendorf/Lumda
deportiert am 27.09.1942 nach Theresienstadt
ermordet am 16.05.1944 in Auschwitz
Stolperstein verlegt am 17.10.2023

Margot Bauer
*20.02.1913
Flucht im Jahr 1934 nach Palästina
Stolperstein verlegt am 17.10.2023

Helmut Bauer
*29.05.1916
Flucht im Jahr 1937 über England nach Palästina
Stolperstein verlegt am 17.10.2023

Hilde Bauer
*18.01.1919
Flucht im Jahr 1934 nach Palästina
Stolperstein verlegt am 17.10.2023

Abraham Bermann
*19.05.1874 in Einartshausen bei Schotten
dportiert am 27.09.1942 über Darmstadt nach Theresienstadt
ermordet am 16.12.1942 in Theresienstadt
Stolperstein verlegt am 17.10.2023

Wolf Willy Reinstein
*13.04.1875 in Strelno/Polen
deportiert am 27.09.942 über Darmstadt nach Theresienstadt
ermordet am 09.05.1943
Stolperstein verlegt am 17.10.2023

Emma Reinstein
*26.09.1885 in Neuleiningen in der Pfalz
deportiert am 27.09.942 über Darmstadt nach Theresienstadt
ermordet am 16.05.1944 in Auschwitz
Stolperstein verlegt am 17.10.2023

Standort Stolpersteine Asterweg 53 folgt


Ehepaar Reinstein

Wolf Willy Reinstein wurde am 13.04.1875 in Strelno/Posen geboren. Er kam erstmals im November 1921 nach Gießen. Als Werkmeister arbeitete er bei der Firma Haubach & Co. in Großen-Linden,  lebte dort, bis er als Invalide Anfang 1934 nach Gießen zog, wechselte mehrmals innerhalb der Stadt seine Wohnung und fand im Oktober 1939 eine endgültige Bleibe im Haus Asterweg 53.

Seine Ehefrau Emma, geb. Lazarus, wurde am 26.09.1885 in Neuleiningen in der Pfalz geboren. Sie kam im Mai 1922 nach Gießen und wohnte seit dieser Zeit im Asterweg 53. Sie betrieb dort bis 1938  einen Handel mit Seilerwaren, Putztüchern und Pferdedecken. Gleichzeitig hatte sie Prokura in der Firma ihres Bruders, Ludwig Lazarus. Nach dessen Tod 1923 ging die Firma an sie als Alleinerbin  über, wurde jedoch im Handelsregister am 08.11.1935 gelöscht.

Am 06.01.1942 wurden sowohl Wolf Willy Reinstein als auch Emma Lazarus in das Ghettohaus Walltorstraße 48 eingewiesen. In der Ungewissheit ihres weiteren Lebensweges entschloss sich das Paar  zur Heirat am 11.09.1942, 16 Tage später wurden sie über Darmstadt in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Wolf Willy Reinstein wurde dort am 09.05.1943 ermordet. Emma Reinstein  wurde am 16.05.1944 von Theresienstadt nach Auschwitz verschleppt und ermordet.

Moses Bauer

Moses Bauer, genannt Moritz, wurde am 05.03.1876 in Leihgestern geboren. Seine Eltern waren Hirsch und Zippora Bauer, geb. Baer. Moritz war der Jüngste von 8 Kindern.

Am 01.01.1893 zog er nach Gießen und wohnte zunächst am Kirchenplatz 11, dann in der Westanlage 10 und später in der Liebigstraße 47. Moritz Bauer war zunächst Kaufmännischer Angestellter (Commis) bei seinem Bruder Markus Bauer. Später war er als selbständiger Kaufmann tätig und handelte mit Wäsche und Manufakturwaren.

Am 17.05.1912 heiratete er Ida Joseph aus Allendorf / Lumda. Das Ehepaar hatte 3 Kinder, zwei Töchter  und einen Sohn. Die Familie lebte ab dem 01.10.1933 im Asterweg 53. Sie gehörte der Liberalen Israelitischen Gemeinde an. Am 11.07.1936 wurde die Firma Moritz Bauer jun. Gießen im Handelsregister gelöscht und zum 30.09.1938 abgemeldet.

Moritz Bauer wurde am 27.09.1942 aus der Walltorstraße 48 nach Theresienstadt und von dort am 16.05.1944 nach Auschwitz deportiert. Moritz Bauer wurde ermordet.

 

Text: Christel Buseck

Ida Bauer, geb. Joseph

Ida Bauer, geb. Joseph, wurde am 06.02.1889 in Allendorf/Lumda geboren. Ihre Eltern waren Jacob und Elisabeth Joseph, geb. Goldschmidt. Am 17.05.1912 heiratete sie Moses (Moritz) Bauer. Sie arbeitete im Geschäft ihres Mannes mit und erhielt am 01.10.1920 Prokura.

Das Ehepaar hatte 3 Kinder, Margot,  Helmut und Hilde. Den Kindern gelang die Flucht nach Palästina.

Ida Bauer wurde am 27.09.1942 mit ihrem Mann aus der Walltorstraße 48 nach Theresienstadt und von dort am 16.05.1944 nach Auschwitz deportiert und ermordet.

 

Text: Christel Buseck

Margot Bauer

Margot Bauer wurde am 20.02.1913 als Tochter von Moritz und Ida Bauer geboren. Sie hatte zwei jüngere Geschwister, ihren Bruder Helmut und ihre Schwester Hilde. Margot besuchte das Lyzeum von  Ostern 1922 bis Ostern 1929.

Nach der Schule trat sie eine Lehre bei Carl Nowack an und arbeitete anschließend als Verkäuferin. Anfang  April 1934 ging sie nach Groß-Gaglow bei Cottbus. Seit 1930 bis zur nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 gab es dort ein Siedlungsprojekt zur landwirtschaftlichen Ausbildung von jüdischen Jugendlichen. Margot Bauer emigrierte 1934 nach Palästina. Sie heiratete N. N. Gonen und lebte in Jerusalem, Gaza Straße 46.

 

Text: Christel Buseck

Helmut Bauer

Helmut Bauer wurde am 29.05.1916 als  zweites  Kind der Eheleute Moritz und Ida Bauer geboren.  Am 01.01 1931 zog er nach Neukirchen, Kreis Ziegenhain und kam im Mai 1935 nach Gießen zurück. Am 01.07.1937 zog er nach Kornwestheim. Über England emigrierte er im gleichen Jahr nach Palästina. Helmut Bauer lebte in Haifa, wo er 1972 starb.

 

Text: Christel Buseck

Hilde Bauer

Hilde Bauer, geboren am 18.01.1919, war die jüngste Tochter von  Moritz und Ida Bauer. Hilde hatte zwei ältere Geschwister, Margot,  geboren 1913, und Helmut, geboren 1916. Sie besuchte das Lyzeum ab Ostern 1929 und meldete sich zu Weihnachten 1931 wieder ab. Hilde Bauer zog am 01.05.34 nach Frankfurt/Main, Berger Straße. Im gleichen Jahr emigrierte sie nach Palästina. Hilde Bauer heiratete N.N. Krauthammer und lebte in Naharia.

Auf Einladung der Stadt Gießen nahm sie an der ersten Begegnungswoche im August 1982 teil. Hilde Krauthammer starb im Oktober 2006 in Naharia.

 

Text: Christel Buseck

Abraham Bermann

Abraham Bermann wurde am 19. Mai 1874 in Einartshausen bei Schotten geboren. Er ist der Zwillingsbruder von Berta, die mit Emanuel Gutsmuth in Wieseck verheiratet war.

Abraham Bermann hatte mit seiner Frau Karoline, geb. Adler, den Sohn Max, und die Tochter Emmi. Die Familie lebte in Einartshausen. Nach dem Tod seiner Ehefrau zog Abraham im Mai 1937 nach Gießen zur Familie Bauer in den Asterweg 53. Von dort wurde er im Januar 1942 in das Ghettohaus Walltorstraße 48 eingewiesen.

Am 27. September 1942 wurde er über Darmstadt nach Theresienstadt deportiert. Sein Todesdatum ist mit 16. Dezember 1942 angegeben.

Über das Schicksal seiner beiden Kinder ist nur bekannt, dass die Tochter Emmi im Jahr 1929 Isidor Seligman aus Nauborn heiratete.

 

Text: Ursula Schroeter

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