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Schule

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💡Das Schulsystem in Deutschland

Alle Kinder müssen zur Schule gehen. Das nennt man Schulpflicht.

Die meisten Kinder beginnen die Schule mit etwa 6 Jahren in der Grundschule.

Die Grundschule dauert in Hessen 4 Jahre.

Danach wechseln die Kinder auf eine weiterführende Schule.
Es gibt verschiedene Schulen, zum Beispiel:

  • Hauptschule / Werkrealschule
  • Realschule
  • Gymnasium
  • Gesamtschule

Dort können Kinder verschiedene Schulabschlüsse machen.
Diese Abschlüsse sind wichtig für die Zukunft.
Zum Beispiel für eine Ausbildung oder ein Studium.

Wenn ein Kind noch kein oder nur wenig Deutsch spricht, besucht es zuerst eine Deutschklasse oder Intensivklasse. Dort lernt es vor allem Deutsch.

Wenn die Deutschkenntnisse besser sind, wechselt das Kind in eine reguläre Schulklasse.

Das Schulsystem in Hessen
Das Schulsystem in Hessen

Was bedeutet »Schulpflicht«?

In Deutschland müssen alle Kinder zur Schule gehen.
Das nennt man Schulpflicht.

Die Schulpflicht beginnt meistens mit 6 Jahren.
Sie dauert mindestens 9 oder 10 Jahre – je nach Bundesland.

In Hessen gilt:

  • 9 Jahre Vollzeitschulpflicht
  • danach weitere Schulpflicht in Ausbildung oder Berufsschule

Schulpflicht bedeutet:
Ihr Kind darf nicht ohne wichtigen Grund dem Unterricht fernbleiben.

Wichtige Gründe sind zum Beispiel:

  • Krankheit (mit Entschuldigung),
  • ein Arzttermin,
  • ein besonderer familiärer Anlass (mit Genehmigung).

Urlaub außerhalb der Schulferien ist in der Regel nicht erlaubt.

Die Schulpflicht sorgt dafür, dass alle Kinder:

  • lesen, schreiben und rechnen lernen,
  • Wissen erwerben,
  • sich auf Ausbildung oder Beruf vorbereiten.

Wie funktioniert das deutsche Bildungssystem?

Das deutsche Schulsystem ist in verschiedene Stufen eingeteilt.

Primarstufe (Grundschule)

Mit etwa 6 Jahren kommt Ihr Kind in die Grundschule.
Sie dauert in Hessen 4 Jahre (1. bis 4. Klasse).

Hier lernt Ihr Kind:

  • Lesen
  • Schreiben
  • Rechnen
  • Sachunterricht
  • Sport
  • Musik
  • Kunst

Die Grundschule legt die Basis für alles Weitere.

Sekundarstufe I (ab Klasse 5)

Nach der 4. Klasse wechselt Ihr Kind auf eine weiterführende Schule.

In Hessen gibt es verschiedene Schulformen:

  • Hauptschule
  • Realschule
  • Gymnasium
  • Gesamtschule

Diese Schulen führen zu unterschiedlichen Abschlüssen:

  • Hauptschulabschluss: Gut, wenn man eine Ausbildung machen und praktisch ins Berufsleben starten möchte.
  • Realschulabschluss: Gut, wenn man viele Möglichkeiten für Ausbildung oder weiterführende Schulen haben möchte.
  • Übergang in die gymnasiale Oberstufe: Gut, wenn man weiter zur Schule gehen und später das Abitur machen möchte.

Die Lehrkräfte beraten Sie am Ende der 4. Klasse, welche Schulform für Ihr Kind geeignet ist.

Sekundarstufe II (ab Klasse 11)

Ab Klasse 11 beginnt die nächste Stufe.

Hier kann Ihr Kind zum Beispiel:

  • Fachabitur machen: Gut, wenn man an einer Fachhochschule studieren oder qualifizierte Berufswege einschlagen möchte.
  • Abitur machen: Gut, wenn man an einer Universität oder Hochschule studieren und viele Berufswege offenhalten möchte.
  • eine berufliche Schule besuchen: Gut, wenn man einen Beruf lernen, einen Schulabschluss nachholen oder sich auf Ausbildung und Arbeit vorbereiten möchte

Danach folgt:

Tertiärstufe

Das ist die Zeit nach der Schule:

  • Ausbildung
  • Studium
  • Weiterbildung 

Die Bundeszentrale hat auch eine interaktive Karte über von dem deutsche Bildungssystem erstellt. Damit können Sie sich jede einzelne Schulart nochmal genau anschauen. 

Wann müssen geflüchtete Kinder eine Schule besuchen?

In Hessen müssen geflüchtete Kinder zur Schule gehen, sobald sie nicht mehr in der Erstaufnahmeeinrichtung wohnen.

Sobald Sie einer Stadt oder Gemeinde zugeteilt sind, beginnt die Schulpflicht.

Die zuständige Schule ist meist die Schule, die Ihrer Wohnung am nächsten ist.

Wenn Ihr Kind noch kein oder wenig Deutsch spricht, besucht es zunächst eine besondere Deutschklasse.
Dort lernt es intensiv Deutsch.

Später wechselt Ihr Kind in eine reguläre Klasse.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ihrer Unterkunft helfen Ihnen bei der Anmeldung.

Wie funktioniert die Einschulung?

Die Einschulung ist ein wichtiger Schritt im Leben Ihres Kindes.

Wenn Ihr Kind schulpflichtig wird, bekommen Sie rechtzeitig Post von der zuständigen Grundschule oder vom Schulamt. Darin steht, wann und wie Sie Ihr Kind anmelden müssen.

Anmeldung in der Schule

Wenn Ihr Kind schulpflichtig wird, bekommen Sie einen Brief von:

  • der zuständigen Grundschule oder
  • dem Schulamt.

Dort steht:

  • wann Sie Ihr Kind anmelden müssen,
  • welche Unterlagen Sie mitbringen sollen.

Oft müssen Sie folgende Unterlagen mitbringen:

  • Geburtsurkunde Ihres Kindes
  • Ihren Ausweis oder Aufenthaltstitel
  • Impfpass (Masern-Impfung ist Pflicht)

Einschulungsuntersuchung

Vor der Einschulung findet eine schulärztliche Untersuchung statt. Diese Untersuchung ist wichtig und für alle Kinder Pflicht. Das Gesundheitsamt des Landkreises Gießen lädt Sie zur Untersuchung ein. Bringen Sie bitte alle Unterlagen mit, die auf der Einladung stehen. Wenn Sie nicht gut Deutsch sprechen; nehmen Sie eine Person mit, die Ihnen helfen kann, z.B. einen Integrationslotsen.

Eine Ärztin oder ein Arzt prüft zum Beispiel:

  • Kann Ihr Kind gut sehen und hören?
  • Wie ist die sprachliche Entwicklung?
  • Ist Ihr Kind körperlich gesund?

Diese Untersuchung soll sicherstellen, dass Ihr Kind gut in der Schule starten kann. Wenn Ihr Kind besondere Unterstützung braucht, wird das frühzeitig erkannt.

Zurückstellung

In manchen Fällen kann ein Kind ein Jahr später eingeschult werden.
Das nennt man Zurückstellung.

Das ist möglich, wenn Ihr Kind noch nicht schulreif ist.
Die Entscheidung wird gemeinsam mit den Eltern getroffen.

Der erste Schultag

Der erste Schultag ist für viele Kinder ein besonderes Ereignis.

An den meisten Schulen findet zur Einschulung ein Gottesdienst in der Kirche statt. Oft gibt es danach eine kleine Feier in der Schule. Außerdem ist es Tradition, dass Kinder eine Schultüte bekommen. In der Schultüte sind kleine Geschenke.
Es ist für ihr Kind sehr wichtig, dass es eine Schultüte bekommt, denn alle anderen Kinder haben auch eine.  Die Schultüte kann mit kleinen Radiergummis, wenig Süßigkeiten, Obst, Spitzer, einem kleinen Glücksbringer …. füllen.

Es wäre sehr gut, wenn sie mit zum Gottesdienst gehen. Dort werden die Kinder gesegnet. Dies ist eine deutsche Tradition.

Danach gehen die Kinder in die ihre Klassen und die Mütter und Väter bleiben meist bei Getränken und einem kleinen Snack auf dem Schulhof und warten auf ihre Kinder, die sehr aufgeregt sind.

Dies ist eine sehr gute Gelegenheit, andere Mütter und Väter kennenzulernen.

Kann mein Kind nach der Schule betreut werden? (Ganztagsschule und Hort)

Viele Eltern arbeiten auch am Nachmittag. Deshalb gibt es in vielen Grundschulen eine Betreuung nach dem Unterricht.

Das nennt man Ganztagsschule oder Nachmittagsbetreuung. Manchmal arbeitet die Schule auch mit einem Hort zusammen. Ein Hort ist eine Betreuung für Schulkinder nach dem Unterricht.

Was bedeutet das für Ihr Kind?

Ihr Kind bleibt nach dem Unterricht in der Schule oder im Hort. Dort bekommt es:

  • ein warmes Mittagessen,
  • Zeit für Hausaufgaben,
  • Spiel- und Freizeitangebote,
  • manchmal Sport, Musik oder kreative Angebote.

Die Kinder werden von pädagogischen Fachkräften betreut. Sie achten darauf, dass Ihr Kind seine Hausaufgaben macht und sich wohlfühlt.

Wichtig zu wissen:
Für die Nachmittagsbetreuung müssen Sie Ihr Kind extra anmelden. Die Plätze sind manchmal begrenzt. Melden Sie Ihr Kind deshalb frühzeitig an.

Für die Betreuung können Kosten entstehen. Wenn Sie wenig Einkommen haben, können Sie Unterstützung bekommen (zum Beispiel über Bildung und Teilhabe).

Fragen Sie direkt bei der Schule Ihres Kindes nach, welche Betreuungsmöglichkeiten es gibt.

Wie funktioniert der Wechsel von der Grundschule in die 5. Klasse?

Der Wechsel von der Grundschule in eine weiterführende Schule ist ein wichtiger Schritt für Ihr Kind. Am Ende der 4. Klasse entscheiden Sie, welche Schulform Ihr Kind ab der 5. Klasse besucht. Diese Entscheidung beeinflusst, welchen Schulabschluss Ihr Kind später machen kann. Aber: Später kann Ihr Kind noch die Schule wechseln.

Schulformen in Hessen

In Hessen gibt es verschiedene Schulformen:

  • Hauptschule – Abschluss nach Klasse 9
  • Realschule – Abschluss nach Klasse 10
  • Gymnasium – Abitur nach Klasse 12 oder 13
  • Gesamtschule – hier sind alle Abschlüsse möglich

Die Schulformen unterscheiden sich im Lernniveau, im Tempo und in den Abschlüssen. Die Gesamtschule lässt Kinder länger gemeinsam lernen.

Wie wird die Schulform empfohlen?

Die Grundschule gibt eine Empfehlung. Diese basiert auf:

  • Schulnoten
  • Lernentwicklung
  • Arbeits- und Sozialverhalten
  • Selbstständigkeit

Die Empfehlung hilft Ihnen bei der Entscheidung. Die Eltern entscheiden, welche Schule das Kind besucht.

Wenn Sie unsicher sind, nutzen Sie:

  • Gespräche mit der Klassenlehrerin/dem Klassenlehrer
  • Elternabende
  • Tage der offenen Tür
  • Beratung an der weiterführenden Schule

Anmeldung

Ihr Kind muss zur neuen Schule angemeldet werden. Dazu brauchen Sie meist:

  • Anmeldeformular
  • Letztes Zeugnis
  • Empfehlung der Grundschule

Achten Sie auf die Fristen. Manche Schulen haben mehr Anmeldungen als Plätze.

Wichtig zu wissen:

Ein Wechsel zwischen Schulformen ist möglich, wenn nötig. Auch später kann Ihr Kind einen höheren Abschluss erreichen.

Schulmaterial und Kosten

Der Schulbesuch an staatlichen Schulen ist kostenlos. Ihr Kind muss kein Schulgeld bezahlen.

Trotzdem entstehen im Schulalltag manchmal Kosten.

Zum Beispiel:

  • Schulranzen, Hefte, Stifte und Sportkleidung
  • Material für Kunst oder Projekte
  • Klassenfahrten oder Ausflüge
  • Mittagessen in der Schule
  • Betreuung am Nachmittag

Diese Kosten können für Familien eine Herausforderung sein.

Wenn Sie wenig Einkommen haben oder Bürgergeld bekommen, können Sie Unterstützung über das Bildungs- und Teilhabepaket erhalten.

Damit können zum Beispiel bezahlt werden:

  • Schulmaterial
  • Klassenfahrten
  • Mittagessen
  • Vereinsbeiträge
  • Lernförderung (Nachhilfe)

Fragen Sie beim Jobcenter, beim Sozialamt oder in der Schule nach, wenn Sie Hilfe benötigen.

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