Gedenktafel Karl Reuter
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Karl Reuter wurde am 5. Dezember 1902 in Gießen geboren. Hier verstarb er auch am 1. Februar 1993 nach einem von großen
turnerischen Erfolgen gekrönten Leben. Den Höhepunkt seiner turnerischen Laufbahn bildete sein erster Platz im Olympischen Zwölfkampf beim Deutschen Turnfest 1928 in Köln. Genau 25 Jahre später, beim Deutschen Turnfest 1953 in
Hamburg, stand er, in seiner Altersklasse, wieder als Sieger auf dem Treppchen.
Karl Reuter wurde aber nicht nur durch seine Turnfestsiege in Turnerkreisen bekannt, sondern auch durch seinen Arbeitseinsatz in seinem Verein und im Turngau Mittelhessen, zu dessen Gründern er gehörte. Bereits 1924 ist er beim TV 1846 Giessen als Turnwart, Männerturnwart und Oberturnwart tätig. 1926 wurde er zum Bezirksturnwart gewählt. Auch nach der Neugliederung der Gaue in den 30er Jahren betreute er die heimischen Turner als Männerturnwart.
Nach dem Kriege war Karl Reuter einer der Ersten, der sich ganz in den Dienst der Turnsache stellte. Seit 1947 war er als Turnwart im Kreis Gießen tätig. Im Turngau Lahn Dünsberg war er Oberturnwart und nach der Gründung des Turngau Mittelhessen war er auch da bis 1970 der Gauoberturnwart. Bei seinem Ausscheiden aus diesem Amt wurde er zum Ehrenoberturnwart ernannt.
Karl Reuter diente fast ein halbes Jahrhundert der Turnerei als Vereins- und Gauoberturnwart, bis ihn 1970 ein Unfall in einer Übungsstunde (bei einer Hilfestellung) zur Aufgabe seiner aktiven Übungsleiterarbeit zwang.
Auf Grund seiner Erfolge und seines Wirkens wurden ihm viele Ehrungen zuteil, und der Karl-Reuter-Weg in Gießen erinnert an ihn. So, wie er für seine Leistungen geehrt wurde, so wurde er für sein Wesen und seinen Charakter geschätzt: Es waren seine Ausgeglichenheit, sein Pflichtbewusstsein, seine Zuvorkommenheit und seine Bereitschaft, seine Erfahrungen an andere weiterzugeben, die zu seinem Ruf als herausragende Sportlerpersönlichkeit beitrugen.
Die Universitätsstadt Gießen verleiht seit 2002 die Karl-ReuterErinnerungsmedaille an Sportlerinnen und Sportler, die an Welt-und Europameisterschaften oder an Olympischen sowie Paralympischen Spielen teilgenommen haben.
Text: Ingrid Hubing und Christian von Berg
Standort: Heegstrauchweg 3, 35394 Gießen