JLU-Team gewinnt ersten Hessischen Ideenwettbewerb

04.11.2016
Die BWL-Studierenden Pierre Büttner (links) und Ivana Hrisova wurden von Wissenschaftsminister Boris Rhein (rechts) mit dem  1. Preis beim Hessischen Ideenwettbewerb ausgezeichnet.
© Fabian Voswinkel 

Gießener BWL-Studierende möchten mit „Variokan“ das deutsche Abwassersystem revolutionieren

Beim ersten Hessischen Ideenwettbewerb hat ein Team der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) mit einer Idee für ein revolutionäres Produkt im Abwasserbereich den mit 3.000 Euro dotierten ersten Platz belegt. Der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein zeichnete die beiden Gießener BWL-Studierenden Pierre Büttner und Ivana Hrisova am Donnerstagabend in Frankfurt aus. Das prämierte Abwassersystem „Variokan“ mit flexiblem Kanalschnitt passt sich der jeweiligen Abwassermenge an und ist damit den Herausforderungen der Zukunft gewachsen.

Das Team setzte sich dabei gegen insgesamt 24 nominierte Ideen der zehn teilnehmenden hessischen Hochschulen durch. Die JLU war an dem Wettbewerb mit insgesamt drei Ideen vertreten. Die JLU-Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Dr. Monika Schuhmacher, bei der Ivana Hrisova derzeit ihre Masterarbeit schreibt, hatte die Einreichung der JLU-Beiträge koordiniert. „Ich freue mich sehr, dass die JLU hier punkten konnte“, betonte Schuhmacher.

JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee gratulierte den Preisträgern herzlich: „Ich freue mich sehr, dass unser Team diesen Wettbewerb für sich entscheiden konnte. Von unseren Studierenden kommen großartige innovative Ideen, und hier zeigt sich einmal mehr das große Potenzial für Ausgründungen aus der Universität.“

Pierre Büttner ist Planungsingenieur und hat seine Geschäftsidee, die ursprünglich an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) entstanden und bereits in der Vergangenheit auf positives Feedback von Spezialisten gestoßen ist, gemeinsam mit Ivana Hrisova weiterentwickelt. Seit diesem Semester hat er ein BWL-Studium an der JLU aufgenommen. Ivana Hrisova schreibt derzeit eine Masterarbeit zum Thema „Unternehmensgründung in konservativen Branchen: Eine Analyse von Innovationsbarrieren“. Sie möchte die Projektidee gemeinsam mit Pierre Büttner in die Praxis umsetzen.

Der hessenweite Ideenwettbewerb steht unter der Schirmherrschaft von Wissenschaftsminister Boris Rhein. Die Koordination des Wettbewerbs übernimmt die Universität Kassel. Beide Wettbewerbsrunden fördert das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit 317.000 Euro aus dem Innovations- und Strukturentwicklungsbudget. „Die Hessische Landesregierung misst der Förderung von Unternehmensgründungen aus den Hochschulen eine besondere Bedeutung zu, denn nur über ihre unternehmerische Umsetzung können von Forschungsergebnissen Wirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft ausgehen“, betonte Wissenschaftsminister Boris Rhein.

Variokan ist ein Abwasserkanalsystem, welches einen flexiblen Kanalquerschnitt bietet. Mit diesem Produkt soll das bisher statische Kanalnetz anpassungsfähig gestalten werden. Es passt sich den unterschiedlichen Anforderungen der Tagesganglinie, demografischen Wandel sowie dem Klimawandel an. Mit Variokan kann der Querschnitt eines Kanals um etwa 30 Prozent variiert werden, so dass sich die Fließgeschwindigkeit des Abwassers je nach Anforderung selbständig anpasst. Mit dieser Fähigkeit leistet Variokan durch den zusätzlichen Stauraum im Kanal einen aktiven Beitrag zum Hochwasserschutz. Ebenfalls wird durch das Produkt die Sanierungsfähigkeit des Kanals erhöht. Schlussendlich ermöglicht das System optional eine effektive Nutzung der im Abwasser befindlichen Wärmeenergie, was die Umwelt durch die CO2-Einsparung schont. Ziel ist es, das Kanalnetz welches zu den wertvollsten öffentlichen Gütern Deutschlands gehört, nachhaltiger und wirtschaftlicher zu betreiben.

Weitere Informationen 
www.hessen-ideen.de/ideen/detail/eintrag/cap/ - Mehr zur (ursprünglich CAP genannten) Produktidee des JLU-Teams 
wissenschaft.hessen.de/presse/pressemitteilung/preistraeger-des-ersten-hessischen-ideenwettbewerbs-ausgezeichnet - Pressemitteilung des HMWK

 

Quelle: Justus-Liebig-Universität Gießen





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