Saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit kann guten Jahresverlauf nicht gefährden

04.01.2019

Agentur für Arbeit
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Die Zahl der Arbeitslosen ist aus saisonalen Gründen im Dezember leicht gestiegen. Dennoch, vergleicht man die Arbeitsmarktdaten des vergangenen Jahres mit denen der Vorjahre, zeichnet sich ein sehr positives Bild ab. Viele Rekordwerte der letzten 25 Jahre wurden übertroffen.
Im Dezember waren bei der Arbeitsagentur Gießen 15229 Menschen arbeitslos gemeldet. 154 mehr als im November. Dies entspricht einem Anstieg bei der Arbeitslosenquote um 0,1 Prozent auf nun 4,2 Prozent. Im Dezember vor einem Jahr waren 1074 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Damals betrug die Quote 4,5 Prozent.

• Arbeitslosenquote steigt im Dezember um 0,1 auf jetzt 4,2 Prozent
• 154 Arbeitslose mehr als im Vormonat, 1074 Arbeitslose weniger als im Dezember 2017
• Uneinheitliches Bild beim Stellenbestand und -zugang
• Jahresdurchschnittswerte zum Arbeitsmarkt beigefügt

Der Leiter der Arbeitsagentur Gießen, Eckart Schäfer, zeigt sich zufrieden: „Der leichte, saisonale Anstieg der Arbeitslosigkeit kann den sehr guten Jahresverlauf nicht mehr gefährden.“ Die aktuellen Zahlen von Dezember hätten ein Jahr mit einigen regionalen Rekorden abgeschlossen. „Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist so hoch wie nie und die der Arbeitslosen geht im Jahresschnitt seit 2013 kontinuierlich zurück. Gleichzeitig zeugt der Spitzenwert beim Stellenbestand von einem zunehmenden Fachkräftebedarf, der immer schwieriger zu decken ist.“ So müsse das Arbeitskräftepotential von Langzeitarbeitslosen und Älteren sowie von Frauen und Menschen mit Fluchthintergrund weiter ausgeschöpft werden. „Weiterqualifizierung von Mitarbeitern muss zur Deckung des Fachkräftebedarfs in Betrieben zum Standard werden“, so Schäfer. „Bei dem Ausblick auf das neue Jahr bleiben wir noch optimistisch und hoffen auf einen weiteren moderaten Rückgang der Arbeitslosigkeit.“

Unterbeschäftigung
Im Dezember ist die Unterbeschäftigung im Vergleich zum Vormonat gestiegen, verharrt jedoch auf einem niedrigen Niveau. Zuletzt waren 22461 Menschen in der Unterbeschäftigung im engeren Sinne registriert. Ein Jahr zuvor waren es 1317 Personen mehr.

Gemeldete Stellen
Beim Stellenbestand- und –zugang zeigte sich im abgelaufenen Monat ein uneinheitliches Bild. Im Bezirk der Gießener Arbeitsagentur wurden insgesamt 1432 neue Stellen gemeldet. Dies waren 266 Stellen weniger als im Vorjahrjahresmonat.
Der Stellenbestand hat sich entgegengesetzt entwickelt. Hier ist die Zahl der unbesetzten, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen gestiegen. Derzeit sind 6618 Stellen registriert, 475 Stellen mehr als im Dezember des Vorjahres.

Männer und Frauen
Geschlechtsspezifisch zeigt sich die saisonale Arbeitslosigkeit im Dezember am deutlichsten. Witterungsbedingte Einschränkungen im Baugewerbe, wo vorwiegend Männer beschäftigt sind, führten zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Hingegen werden für das Weihnachtsgeschäft Arbeitsstellen geschaffen, die in erster Linie durch Frauen besetzt werden.
Im Dezember waren bei der Arbeitsagentur Gießen 8816 Männer arbeitslos gemeldet. 168 mehr als im November. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 auf nun 4,6 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 565 Männer mehr gemeldet. Die Quote lag damals bei 4,9 Prozent.
6413 Frauen waren im Dezember im Bezirk der Gießener Agentur arbeitslos gemeldet. Einen Monat zuvor waren es noch 14 mehr. Die Quote blieb unverändert bei 3,7 Prozent. Im Vorjahresvergleich waren damals 509 Frauen mehr arbeitslos gemeldet. Seinerzeit lag die Quote bei 4,0 Prozent.

Besondere Personengruppen
Von einem jahreszeitbedingtem, leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit waren Jugendliche und Ältere betroffen.
Die Zahl der bei der Arbeitsagentur Gießen gemeldete Jugendlichen unter 25 Jahren, die auf der Suche nach einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle waren, stieg um 30 auf nun 1419 Personen an. Die Quote blieb unverändert bei 3,6 Prozent. Im Dezember des Vorjahres waren 187 Jugendliche mehr gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 4,1 Prozent.
Die Zahl der über 50-jährigen Arbeitslosen ist um zehn Personen im Dezember gestiegen. Danach waren insgesamt 5095 Ältere verzeichnet. Die Quote verharrte bei 4,1 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 316 ältere Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Damals lag die Quote bei 4,4 Prozent.

Regionale Unterschiede
In den drei zum Agenturbezirk Gießen gehörenden Landkreisen, dem Landkreis Gießen, dem Vogelsbergkreis und dem Wetteraukreis ist die Zahl der Erwerbslosen gestiegen. Prozentual war davon der Vogelsbergkreis am stärksten betroffen.
Im Kreis Gießen waren im Dezember insgesamt 7175 Menschen erwerbslos gemeldet, zwölf Arbeitslose mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 5,0 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 5,3 Prozent. Damals waren 410 Menschen mehr registriert.
Im Wetteraukreis ist die Zahl der Arbeitslosen im Dezember um 99 Personen auf jetzt 6021 gestiegen. Die Quote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkt auf nun 3,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren jetzt 531 Erwerbslose weniger gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 4,0 Prozent.
Im Vogelsbergkreis ist die Anzahl der Erwerbslosen im Dezember um 43 Personen gestiegen. 2033 Personen waren arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf nun 3,5 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 133 Erwerbslose mehr gemeldet. Die Quote lag damals bei 3,8 Prozent.

Die beiden Rechtskreise (nach dem Sozialgesetzbuch II und III)
Im Dezember zeichnete sich bei einer Betrachtung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen ein uneinheitliches Bild. Während die Zahl bei Menschen in der Grundsicherung (SGB II, umgangssprachlich Hartz IV) sank, wurde bei der Arbeitslosenversicherung (SGB III) eine Erhöhung registriert.
Im Dezember waren bei der Arbeitsagentur Gießen (und den Geschäftsstellen in Bad Vilbel, Büdingen, Friedberg und Lauterbach) 5498 Personen gemeldet, 180 mehr als im Vormonat November. Im Vorjahresmonat waren damals 91 Erwerbslose mehr registriert.
Die Zahl der in den Jobcentern geführten Erwerbslosen ist im gleichen Zeitraum um 26 Personen auf nun 9731 gesunken. Im Dezember des Vorjahres wurden dort noch 983 Personen mehr geführt.
Im Jobcenter Gießen waren im abgelaufenen Monat 4932 Arbeitslose gemeldet, 62 weniger als im November.
Das Jobcenter Wetterau betreute im Dezember 3584 Arbeitslose, 41 Personen mehr gegenüber November.
Bei der Vogelsberger Kommunalen Vermittlungsagentur (KVA) waren insgesamt 1215 Arbeitslose im Dezember gemeldet, fünf weniger als im Vormonat.

Jahreswerte 2018
Arbeitslosigkeit
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Gießen waren 2018 im Jahresdurchschnitt 16023 Menschen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einem Rückgang um 1531 Erwerbslosen gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosenquote sank im Jahresmittelwert um 0,4 auf durchschnittlich 4,4 Prozent.

Gemeldete Arbeitsstellen
Bei den Stellenzugängen wurde ein Rückgang verzeichnet. Der Arbeitsagentur Gießen sowie den Jobcentern des Kreises Gießen und der Wetterau meldeten Arbeitgeber im abgelaufenen Jahr 20056 neue sozialversicherungspflichtige Stellen. Dies waren 1110 Arbeitsstellen oder 5,2 Prozent weniger als 2017.
Der Bestand an offenen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen lag im Jahresschnitt bei 6417 Stellen. Gegenüber dem Vorjahreswert ist dies ein Anstieg um 234 Stellen oder knapp vier Prozent.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die Zahl der Menschen, die im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, hat sich innerhalb des jetzt abgelaufenen Jahres um 4215 Personen auf nun 215395 erhöht. (Bei dieser Zahl sind Personengruppen wie beispielsweise Beamte oder Selbständige nicht eingerechnet.)

Aus den Regionen
In den mittelhessischen Landkreisen Gießen, Wetteraukreis und Vogelsbergkreis hat sich die Arbeitslosigkeit im abgelaufenen Jahr gleichermaßen positiv entwickelt. Der nominal und prozentual stärkste Rückgang wurde das zweite Jahr in Folge im Landkreis Gießen verzeichnet.
Im Kreis Gießen waren 2018 durchschnittlich 7450 Arbeitslose gemeldet. Damit sank die Zahl derer im Jahresschnitt gegenüber dem Vorjahr um 767 Personen. Davon haben alle Personengruppe nahezu gleichermaßen profitieren können. Die durchschnittliche Quote ging um 0,6 Prozentpunkte auf nun 5,2 Prozent zurück.
Im Wetteraukreis ist die Zahl der Arbeitslosen 2018 im Jahresdurchschnitt gesunken. 6441 Personen waren erwerbslos gemeldet. Dies entspricht einem Rückgang zum Vorjahr um 516 Menschen. In der Wetterau waren es vorwiegend unter 25-jährige Arbeitslose, die von der positiven Arbeitsmarktentwicklung profitierten. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote sank um 0,4 Prozent auf zuletzt 3,9 Prozent.
Im Vogelsbergkreis ist die Zahl der Erwerbslosen im abgelaufenen Jahr weiter zurückgegangen. Nach dem Abgang von 248 Arbeitslosen im Jahresschnitt gegenüber 2017, lag die Zahl derer bei 2132. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent im Jahresschnitt, 0,4 Prozentpunkte niedriger als noch im Jahr zuvor. Mit deutlichem Abstand ging die Zahl der Arbeitslosen Jugendlichen am stärksten zurück.

 

Quelle: Agentur für Arbeit Gießen





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