Bürgerinformationsveranstaltung zu Grabpatenschaften auf dem alten Friedhof

Grabmal mit Rose

Der Alte Friedhof ist eines der städtischen Kulturdenkmäler, die den Gießenerinnen und Gießenern in besonderer Weise am Herzen liegen. Persönliche Verbindungen und die besondere Verpflichtung gegenüber der Geschichte der Stadt zeigen sich auch in der Beziehung zum Alten Friedhof. "Dieses historische Erbe gilt es zu pflegen, zu erhalten und die Verbindung zur Stadtgesellschaft zu gestalten", erläutert Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz.

Die Stadt Gießen hat aus diesem Grund in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Alter Friedhof ein Konzept zur Übernahme von Grabpatenschaften erarbeitet, welches vorsieht, dass Bürgerinnen und Bürger gegen Entgelt Patenschaften für Gräber auf dem Alten Friedhof übernehmen, mit dem die Möglichkeit der eigenen Bestattung verbunden ist und so die Pflege und der Erhalt dieses Denkmals gewährleistet werden kann. Die Idee, den Inhalt des Konzeptes und die Auswirkungen hat der Magistrat interessierten Bürgerinnen und Bürgern in einer Informationsveranstaltung am Donnerstag, den 10.11.2011 im Rathaus vor- und zur Diskussion gestellt.

In der Bürgerinformationsveranstaltung wurde angeregt, zusätzlich zu den bestehenden Grabstätten Baumgräber zuzulassen. So könne jeder potenzielle Pate/ jede potenzielle Patin entscheiden, an welchem Ort er oder sie die letzte Ruhestätte wünsche. Dieser Anregung ist der Magistrat gefolgt und hat sie in die Satzung aufgenommen. "Die Anregungen waren sehr konstruktiv und haben dieses Projekt bereichert. Bürgerbeteiligung hat sich auch hier gelohnt - auch für uns als Magistrat", resümierte die OB.

Die Möglichkeit, eine Patenschaft für den Alten Friedhof zu übernehmen und so dort auch bestattet werden zu können, ist darüber hinaus auch Gegenstand einer Magistratsvorlage an die Stadtverordnetenversammlung im Dezember gewesen. "Der Freundeskreis Alter Friedhof bemüht sich seit vielen Jahren um solch eine Möglichkeit. Ich freue mich sehr, dass wir nun die Idee gemeinsam mit dem Freundeskreis in die Tat umsetzen. Bürgerschaftliches Engagement lohnt sich also", sagte Oberbürgermeisterin Grabe-Bolz nach der Magistratssitzung. Der Alte Friedhof sei ein Kulturgut, ein Wahrzeichen Gießens der ganz besonderen Art, so die OB weiter. Nicht nur der alte Baumbestand, auch die historischen Grabmäler seien eine Rarität und bei vielen Menschen sehr beliebt. Gerade diese besondere Beziehung der Gießenerinnen und Gießener zu diesem Ort, der Ruhestätte und Parkanlage zugleich sei, bestimme die Idee, die hinter dem Konzept stehe.

"Die Pflege dieses Denkmals wird von der Stadt bewerkstelligt. Der Freundeskreis Alter Friedhof unterstützt uns hierbei nachhaltig und setzt sich seit vielen Jahren für die Einführung von Patenschaften ein." Mit Übernahme einer Patenschaft haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, die Stadt durch einen finanziellen Beitrag bei der Pflege und dem Erhalt der Anlage zu unterstützen. "Ausdauer, intensive Überzeugungsarbeit und aktive Mitarbeit haben den Weg des Freundeskreises bestimmt. Umso erfreulicher ist es, dass wir das Konzept zu den Patenschaften gemeinsam erarbeitet haben und ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen", sagte die OB.

Die Vorlage sieht weiterhin vor, Ehrenbürgern die Möglichkeit zu geben, sich auf dem Alten Friedhof bestatten zu lassen. "Ich halte es für eine besondere Geste, die wir den Menschen, die die Ehrenbürgerwürde inne haben, entgegenbringen können. Diese Menschen haben viel für unsere Stadt geleistet und wir wollen Ihnen etwas zurückgeben", schloss Grabe-Bolz.