Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung

28.11.2018
Vernichtungsort Malyj Trostenez - Ausschnitt Flyer

Wanderausstellung macht vom 4. Dezember 2018 bis zum 17. Januar 2019 in der Universitätsstadt Gießen Station – Informationsveranstaltung für Presse und Bildungseinrichtungen am 5. Dezember 2018 – Vernissage am 11. Dezember 2018

In den Jahren 1941/42 wurden 15.500 jüdische Menschen aus mehr als 250 hessischen Dörfern und Städten über die Sammellager Frankfurt, Kassel und Darmstadt deportiert. Zu den Vernichtungsorten, in denen Juden aus Hessen Opfer des Holocaust wurden, zählen Kaunas, Lodz, Majdanek, Minsk, Riga, Sobibor, Theresienstadt und Treblinka. Der Vernichtungsort Malyj Trostenez bei Minsk ist auch ein Dreivierteljahrhundert später in Deutschland noch wenig bekannt. Eine umso größere Bedeutung kommt der Wanderausstellung „Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung“ zu. Seit November 2016 ist diese vom Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund gemeinsam mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas konzipierte Ausstellung unterwegs. Die durch das Auswärtige Amt und den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge geförderte Ausstellung wird vom 4. Dezember 2018 bis zum 17. Januar 2019 in der Kongresshalle Gießen als erste Station in Hessen präsentiert.

Um einen Einblick in die Konzeption der Ausstellung sowie den Gießener Blickwinkel zu vermitteln, findet am 5. Dezember 2018 um 14 Uhr eine Informationsveranstaltung für Presse und Bildungseinrichtungen im Vortragsraum der Kongresshalle Gießen statt. Journalistinnen und Journalisten sowie Lehrerinnen und Lehrer sind zu dieser Veranstaltung ebenso herzlich eingeladen wie zur Vernissage am 11. Dezember 2018 um 18 Uhr.

Die Gießener Ausstellung erfährt durch lokale Fallbeispiele eine Ergänzung, die von Studierenden der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) unter der Federführung von Prof. Dr. Thomas Bohn, Professor für Osteuropäische Geschichte am Historischen Institut der JLU, präsentiert werden. Zum Rahmenprogramm gehören neben Vorträgen und Lesungen die Präsentation eines Dokumentarfilms, Führungen durch die Ausstellung und über die Gießener Stolpersteine. Von Prof. Bohn, der im Sommer als Sondergast des Bundespräsidenten nach Minsk gereist war und am 29. Juni 2018 zusammen mit drei Gießener Studierenden an der Feier zur Einweihung des zweiten Teilabschnitts der Gedenkstätte Malyj Trostenez teilgenommen hatte, ging auch die Initiative aus, die Ausstellung nach Gießen zu holen. Zum Trägerkreis zählen neben der Stadt Gießen (Stadtarchiv, Volkshochschule) und der JLU (Arbeitsstelle Holocaustliteratur, Gießener Zentrum Östliches Europa, Historisches Institut), Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. Regionale Arbeitsgruppe Mittelhessen, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Gießen-Wetzlar, die Jüdische Gemeinde Gießen und der Oberhessische Geschichtsverein Gießen e.V.

Das Gedenken an die Ermordeten und die vielfältigen Verbindungen zu Gießen sollen mit im Fokus dieser Präsentation stehen: Das Ghetto Minsk war das Ziel des Frankfurter Deportationszuges vom November 1941 mit über 1000 Juden. Einem Gedenkbuch des Bundesarchivs zufolge lassen sich die Geburtsorte von 23 deportierten Juden aus Hessen auf die Stadt oder den Kreis Gießen zurückführen. Ziehe man Deportationszüge aus anderen Städten in Betracht, ließen sich die Namen von 48 Opfern kenntlich machen, die einen Bezug zu Gießen hatten, erläutert Prof. Bohn.

 

Termine

Ausstellung „Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung“
vom 4. Dezember 2018 bis zum 17. Januar 2019
Veranstaltungsort: Kongresshalle Gießen, Berliner Platz 2, 35390 Gießen

Informationsveranstaltung für Presse und Bildungseinrichtungen
am 5. Dezember 2018, 14 Uhr
Veranstaltungsort: Vortragsraum der Kongresshalle Gießen

Vernissage
am 11. Dezember 2018, 18 Uhr
Veranstaltungsort: Kongresshalle Gießen, Berliner Platz 2, 35390 Gießen
Moderation: Prof. Dr. Thomas Bohn
Grußworte: Dietlind Grabe-Bolz, Oberbürgermeisterin der Stadt Gießen
Prof. Dr. Verena Dolle, Vizepräsident der Justus-Liebig-Universität Gießen
Denis Sidorenko, Botschafter der Republik Belarus
Dr. Astrid Sahm, Geschäftsführerin des IBB Dortmund (IBB gGmbH)
Karl Starzacher, Vorsitzender des Landesverbandes im Volksbund deutsche
Kriegsgräberfürsorge e.V.
Dr. Dow Aviv, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde
Einführung in die Ausstellung durch Dr. Aliaksandr Dalhouski (Geschichtswerkstatt „Leonid Lewin“ Minsk)

Führungen für Schulklassen: Koordination über die Volkshochschule Gießen waltraud.burger@giessen.de

 

GedenkstätteTrostenez

Gedenkbuch des Bundesarchivs für Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland

 







 

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