6. Sinfoniekonzert

Werke von Georg Friedrich Händel, Jean-Philippe Rameau, Joseph Martin Kraus und Anton Eberl
26.02.2019 | 20:00 Uhr
Ort: Stadttheater Gießen, Berliner Platz, Großes Haus

Sinfoniekonzert im Stadttheater
© Stadttheater Gießen | Foto: Rolf K. Wegst 

Tiefsinnige Interpretationen und barocke Klänge des 18. Jahrhunderts bietet das 6. Sinfoniekonzert am Stadttheater Gießen. Am 26. Februar werden Werke von Georg Friedrich Händel, Jean-Philippe Rameau, Joseph Martin Kraus und Anton Eberl gespielt. Barockspezialist Werner Erhardt übernimmt die musikalische Leitung.

Im 6. Sinfoniekonzert der Spielzeit wirft das Philharmonische Orchester Gießen einen Blick in die Welt der Konzertraritäten. Zunächst eröffnet Georg Friedrich Händels CONCERTO A DUE CORI F-Dur den Abend. Entstanden um 1748 war das mittlere seiner drei Concerti-Werke lange Zeit untergegangen. Das espritgeladene musikalische Streitgespräch zweier kleiner, sich gegenüberstehender Orchester war ursprünglich als Pausenfüller zwischen Händels großen Oratorien gedacht und besticht durch wechselnde Tempi, Abwechslungsreichtum und einen pompösen Eröffnungssatz.

Knapp 13 Jahre zuvor entstand das Werk LES INDES GALANTES von Jean-Philippe Rameau. Der Komponist schrieb es für die heute nahezu vergessene Gattung der Ballettoper. Sie war die erste seiner sechs Opern und geriet im 19. Jahrhundert fast vollständig in Vergessenheit. Präsentiert werden verschiedene Formen von Liebe in außereuropäischen Ländern. Der Musik verleiht das Tamburin erkennbar ein exotisch anmutendes Klangkolorit.

Eine zentrale Rolle an diesem Abend spielt Wolfgang Amadeus Mozart, ohne dass eines seiner eigenen Werke gespielt wird. Denn der Salzburger Komponist wirkte in die Werke von Joseph Martin Kraus ebenso wie in die Anton Eberls hinein, zwei fast vergessener Komponisten. Kraus teilt nicht nur das Geburtsjahr mit dem Salzburger, er erhielt zudem den Spitznamen „Odenwälder Mozart“. Ein Jahr nach dessen Tod verfasste Kraus seine für ein klassisches Orchester fokussierte Ouvertüre zu OLYMPIE. Das mit einem reich bewegten d-Moll versehene Werk war als Eröffnungsstück für ein Schauspiel geplant und nimmt den Gehalt der Tragödie musikalisch vorweg.

Anders als Kraus war Anton Eberl tatsächlich mit Mozart bekannt. Als Schüler und Freund des Meisters haben viele Werke Ähnlichkeiten mit denen des weltberühmten Komponisten. So weist auch die Sinfonie C-Dur, die letzte der drei frühen Sinfonien Eberls, Anklänge von Mozarts „Haffner-Sinfonie“ auf.

Am Pult des Philharmonischen Orchesters steht der renommierte Alte-Musik-Spezialist Werner Ehrhardt. Um 19.15 Uhr gibt es eine Einführung mit dem Konzertdramaturgen Fabian Bell im Foyer des Stadttheaters.

Programm:
GEORG FRIEDRICH HÄNDEL
| CONCERTO A DUE CORI F-Dur HWV 333
JEAN-PHILIPPE RAMEAU | Suite aus LES INDES GALANTES
JOSEPH MARTIN KRAUS | Ouvertüre zu OLYMPIE VB 33
ANTON EBERL | Sinfonie C-Dur w.o.n. 7

Musikalische Leitung: Werner Ehrhardt
Mit: Philharmonisches Orchester Gießen

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