Neue Einsatzdrohne im Dienst der städtischen Gefahrenabwehr

14.05.2018
Drohne vor dem Rathaus
Einsatzdrohne vor dem Rathaus

In einem wegweisenden Gemeinschaftsprojekt zwischen Feuerwehr, Ordnungsamt und den Mittelhessischen Wasserbetrieben (MWB) wurde am 14.05.2018 durch den zuständigen Dezernenten Stadtrat Neidel eine neue Einsatzdrohne in den Dienst der städtischen Gefahrenabwehrbehörden gestellt.

Bereits seit ca. eineinhalb Jahren beschäftigte sich Projektleiter Kersten Nette vom Amt für Brand- und Bevölkerungsschutz mit dem Thema Drohneneinsatz bei Feuerwehren. Nach einer Definition der Anforderungen solch einer Drohne, die vom Einsatzdienst der Berufsfeuerwehr erstellt wurde, konnte eine Marktanalyse der derzeit vorhandenen Modelle von unbemannten Luftfahrzeugen (Unmanned Aerial System - UAS) betrieben werden. Die Ergebnisse dieser Analyse wurden mit einem möglichen Einsatzkonzept schließlich den städtischen Gremien vorgestellt. Dies führte dazu, dass die MWB sich als maßgeblicher Projektunterstützer an der Beschaffung der Einsatzdrohne beteiligte.

Der zukünftige Standort der Drohne wird bei der Berufsfeuerwehr Gießen sein. Speziell ausgebildete Mitarbeiter werden dort die Einsatzdrohne als Drohnenpiloten betreuen und im gesamten Stadtgebiet für die Projektpartner in den Einsatz bringen.
Derzeit werden auch weitere Kooperationen mit der Polizei Mittelhessen sowie der Feuerwehr Fernwald abgestimmt. Bei Bedarf steht der Einsatz des Drohnenteams auf spezielle Anforderung auch landkreisweit zur Verfügung.

Drohne vor dem Rathaus
Einsatzdrohne vor dem Rathaus

Die Einsatzmöglichkeiten der Drohne beruhen hauptsächlich auf Erkundungsmaßnahmen aus der Luft, z.B. Erstellung von hochauflösenden Bildaufnahmen zur Lagebeurteilung bei größeren Brandeinsätzen, Hochwasser- und Unwetterlagen oder Gewässerverschmutzungen auf Flüssen und Seen. Zudem kann die Drohne auch mit einer Wärmebild- und Restlichtkamera für die Suche nach vermissten Personen oder versteckten Brandherden ausgestattet werden.
Die Bildübertragung erfolgt hierzu per Funk an die Steuereinheit am Boden und von dort per Kabel in die mobile Führungsstelle der Einsatzleitung, um Echtzeitaufnahmen zu erhalten.

Drohne vor dem Rathaus
Einsatzdrohne vor dem Rathaus

Technische Daten:

Der H520 lässt sich durch ein Schnellwechselsystem der Kameras ganz einfach auf verschiedene Anwendungsbereiche anpassen. Hierzu stehen eine hochauflösende 4K-Bild-/Videokamera sowie eine Dualkamera mit Wärmebild- und Restlichtsensor für Brandbekämpfungs-, Such- und Rettungseinsätze zur Verfügung.

Der ausgewählte Drohnentyp erfüllt dank seines Verschlüsselungsstandards die hohen Anforderungen an den Datenschutz, zudem erfolgt keine Datenübermittlung der Flugdaten bzw. Bildaufnahmen an Fremdserver.
U.a. aus diesem datenschutzrechtlichen Aspekt hat die Polizei Hessen im Februar dieses Jahres ein Pilotprojekt mit dem identischen Drohnenmodell H520 gestartet und wird zukünftig die Polizeipräsidien damit ausstatten.

Das 6-Rotoren-System (Hexacopter) ermöglicht auch bei Wind und Turbulenzen noch einen präzisen Flug und stellt sicher, dass der H520 selbst dann noch sicher weiterfliegt, wenn einer der Rotoren ausfallen sollte. Hinzu kommt eine automatische Rückkehr- und Landungsfunktion bei Störung der Funkverbindung.
Die Drohne hat ein Abfluggewicht von unter 2 kg und eine Flugzeit von bis zu 25 Minuten pro Akkuladung.

Anschaffungskosten gesamt: ca. 6.500,00 Euro







 

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