Gefährlicher Eichenprozessionsspinner

08.05.2018
Nest eines Eichenprozessionsspinners

Am kommenden Freitag und Samstag, 11. Und 12. Mai, werden im Stadtgebiet - vorrangig in den Bereich der Schulen, Kindergärten, Kinderspielplätzen, Freizeit- und Sportanlagen – vorsorglich Maßnahmen gegen den Schädling "Eichenprozessionsspinner (EPS)" stattfinden. Diese Tiere können unter Umständen Hautausschläge bei Menschen auslösen. Drauf weist das städtische Gartenamt hin.

Schwerpunkte der Vorsorge-Maßnahmen liegen in den Bereichen der Grünberger Straße (Waldstadion und Albert Schweitzer Schule), der Licher Straße sowie den Spielplätzen im Bereich des Fasanenwegs, Rodtbergs, der Sandfeldschule, den Schulen im der Weststadt, der Kita Krofdorfer Weg, dem Grünzug Weststadt und in Klein Linden auf dem Gelände der Brüder-Grimm-Schule. Dortige Bäume werden im Sprühverfahren mit dem Präparat Dipel ES behandelt. Bei dem Präparat handelt es sich um ein Bacillus thuringiensis-Präparat gegen freifressende Schmetterlingsraupen. Im Weitern werden die Bäume regelmäßig durch das Gartenamt überprüft. Sollte es wieder zu einem vereinzeltem Auftreten des EPS kommen, was durch das Anwenden von Dipel ES im Sprühverfahren nicht vollständig auszuschließen ist, werden entsprechende Nester umgehend durch eine Fachfirma abgesaugt.

Eine Gefahr für Menschen und andere Tiere durch den Einsatz des Mittels besteht nicht. Bürger werden jedoch gebeten, während der Behandlung der Bäume die Flächen zu verlassen. Behandelte Spielplätze werden mit Hinweisschildern gekennzeichnet

Nester des EPS wurden in Gießen erstmalig im letzten Jahr gesichtet und in den öffentlichen Anlagen vom Gartenamt entfernt.

 

Hintergrund:

Der Eichenprozessionsspinner breitet sich seit Mitte der 1990er Jahre langsam von Süd-Europa her in Richtung Norden aus. Der bereits im Mittelalter hier bekannte nachtaktive Schmetterling bevorzugt trocken-warme Regionen, in denen er allein Bäume der Gattung Eiche anfliegt, besonders Eichen an Waldrändern sowie in Grün- und Parkanlagen. Der unscheinbare Nachtfalter kann neben den Fraßschäden an den Bäumen leider auch unangenehme Wirkung auf Menschen haben. Die giftigen Haare der Raupen führen zu Allergien. Diese gesundheitlichen Beschwerden können während des gesamten Jahres auftreten, da auch die von den Raupen bereits längst verlassenen Nester noch mehrere Jahre hochallergen bleiben.

Die Symptome einer Raupen- Dermatitis durch den Eichenprozessionsspinner sind individuell sehr vielfältig, grundsätzlich steigt die Empfindlichkeit des Immunsystems allerdings mit der Häufigkeit der Einzelkontakte mit den Brennhaaren kontinuierlich an. Zu den Symptomen gehören lokale Hautausschläge, die verbunden sind mit punktuellen Hautrötungen, leichten Schwellungen, starkem Juckreiz und Brennen, vor allem nachts. Häufig bilden sich Quaddeln am ganzen Körper, Reizungen an Mund und Nasenschleimhaut durch Einatmen der Haare können zu Bronchitis und Asthma führen. In Einzelfällen neigen überempfindliche Personen zu allergischen Schockreaktionen.

Beim Auftreten von allergischen Reaktionen nach Kontakt mit den Brennhaaren sollte der behandelnde Arzt oder Hausarzt aufgesucht werden. Der Patient sollte immer von sich aus auf den Kontakt mit den Raupenhaaren hinweisen. Am besten gegen die Folgen des Kontakts helfen kühle, nasse Umschläge.

 

Zum EPS: Der unscheinbare, in den Nachstunden schwärmende Schmetterling fliegt Ende Juli bis Anfang September. Er erreicht eine Flügelspannweite von 25mm.

Das Weibchen legt im Mittel 150 ca. 1mm große weiße Eier gut getarnt an ein- bis 2jährige, besonnte Eichenzweige.

Anfang Mai schlüpfen die mit Brennhaaren ausgestatteten Larven und fressen das austreibende Eichenlaub. Nach fünf bis sechs Entwicklungsstadien, in denen die Larven immer in Prozessionen mit anderen zusammen auf Nahrungssuche sind, findet die Verpuppung in Gespinstnestern statt. Hierzu werden Gespinstfäden mit Zweigen locker zusammengefügt, damit die Larven vor Feinden besser geschützt sind.

Zu ihren Feinden gehören neben Insekten wie Raupenfliegen und Puppenräuber auch Vögel wie der Kuckkuck, der die behaarten Raupen trotz der Brennhaare verspeist. Diese zeigen bei ihm keine Wirkung, da er seine Magenschleimhaut mit den darin festsitzenden, mit Widerhaken bewehrten Brennhaaren herauswürgen kann.







 

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