v.l.n.r. Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Prof. Dr. Jürgen Janek, Eva Kühne-Hörmann, Prof. Dr. Stefan Kolling, Prof. Dr. Frank Bremmer, Prof. Dr. Günther Grabatin
© Martin Falke, HMWK 
Staatsministerin Kühne-Hörmann übergibt Förderbescheide für Vorhaben der Universität Gießen und der Technischen Hochschule Mittelhessen

Drei LOEWE-Projekte, deren Federführung bei der Justus-Liebig-Universität Gießen liegt, und sechs Verbundprojekte zwischen der Technischen Hochschule Mittelhessen sowie kleinen und mittleren Unternehmen werden vom Land mit insgesamt rund 23,5 Millionen Euro gefördert. Das Zentrum „UGMLC – Universities of Gießen and Marburg Lung Center“ wird bis 2015 weiter gefördert; neu eingerichtet wird der Schwerpunkt „STORE-E – Stoffspeicherung in Grenzschichten“; eine Auslauffinanzierung erhält der Schwerpunkt „AmbiProbe – Massenspektrometrische in situ Analytik für die Problembereiche Gesundheit, Umwelt, Klima und Sicherheit“.

„Der Landesregierung ist es mit LOEWE gelungen, die hessische Wissenschaftslandschaft nachhaltig zu festigen, markante Profile zu bilden und die Wettbewerbsfähigkeit der Einrichtungen zu stärken. Sie steht daher uneingeschränkt zu diesem Erfolgsprojekt und stellt allein in dieser Legislaturperiode rund 410 Millionen Euro dafür zur Verfügung“, sagte Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann bei der Feier zur Übergabe der Förderbescheide im Forum Volksbank in Gießen.

Der Universität Gießen ist es bei den wettbewerblichen Auswahlverfahren im LOEWE-Programm bisher gelungen, Fördermittel von insgesamt rund 60 Millionen Euro für zwei LOEWE-Zentren und sieben LOEWE-Schwerpunkte einzuwerben. Die Technische Hochschule Mittelhessen erhält bisher für vier LOEWE-Schwerpunkte etwa sieben Millionen Euro.

Darüber hinaus gibt es in Mittelhessen in der so genannten LOEWE-Förderlinie 3 – das sind die Verbundprojekte mit kleinen und mittleren Unternehmen – zurzeit 21 Vorhaben, die mit insgesamt 7,8 Millionen Euro gefördert werden. 13 dieser Projekte mit einem Fördervolumen von zusammen 5,4 Millionen Euro wurden von der Technischen Hochschule Mittelhessen initiiert. „Sie erzielt im Vergleich zu den anderen hessischen Fachhochschulen damit das beste Ergebnis“, hob Kühne-Hörmann hervor.

Universitätspräsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee sagte: „Dass mittlerweile so viele exzellente Forschungsprojekte der JLU in das LOEWE-Programm der Landesregierung aufgenommen wurden, freut uns sehr und bestätigt uns in unserer Schwerpunktbildung. Denn mit den LOEWE-Projekten bahnen wir den Aufbau und Ausbau von Exzellenzbereichen und die Vernetzung mit außeruniversitären Partnern und anderen Hochschulen im Sinne unseres Entwicklungsplans ‚JLU 2020‘ an.“

„Das LOEWE-Programm ist mittlerweile zu einer verlässlichen Quelle unserer Forschungsfinanzierung geworden“, sagte THM-Präsident Prof. Dr. Günther Grabatin: „Wie im Vorjahr waren wir in der Fördervariante LOEWE 3 überdurchschnittlich erfolgreich. Sechs genehmigte Projektanträge zeigen: Qualität wird belohnt. In der anwendungsorientierten Forschung hat die TH Mittelhessen sich als begehrter Partner kleiner und mittelständischer Unternehmen der Region etabliert.“ 

„UGMLC“ – Universities of Gießen and Marburg Lung Center: Entzündliche und hyperproliferative Erkrankungen der Lunge und der Atemwege

Justus-Liebig Universität Gießen (Federführung), Philipps-Universität Marburg, Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung Bad Nauheim
Landesförderung 2013 - 2015: 16,2 Millionen Euro (Landesförderung 2010 - 2012: 15,1 Millionen Euro)

Ziel des UGMLC ist es, die wissenschaftlichen und klinischen Kompetenzen der universitätsmedizinischen Standorte Gießen und Marburg und die des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim, auf dem Gebiet der Lungenforschung zu bündeln und zu einem international führenden Zentrum weiterzuentwickeln. National ist das UGMLC auf dem Gebiet der Pneumologie führend, europaweit sind keine in wissenschaftlicher Tiefe und Breite vergleichbaren Lungenzentren bekannt. Für die erfolgreiche Einwerbung des Deutschen Zentrums für Lungenforschung im Rahmen der vom Bund geförderten Gesundheitszentren wird die Förderung des LOEWE-Zentrums UGMLC als ursächlich verantwortlich gesehen.

LOEWE-Schwerpunkt „AmbiProbe“ – Massenspektrometrische in-situ-Analytik für die Problembereiche Gesundheit, Umwelt, Klima und Sicherheit

Justus-Liebig-Universität Gießen (Federführung), Goethe-Universität Frankfurt am Main, Georg-Speyer-Haus Frankfurt am Main
Landesförderung 2013: 836.000 Euro (Landesförderung 2010 – 2012: rund 4,5 Millionen Euro)

Auf den Gebieten Gesundheit, Umwelt, Klima und Sicherheit sind neue Analysemethoden erforderlich, die vor Ort und unmittelbar eingesetzt werden können. Solche „in-situ“-Methoden werden beispielsweise für die Identifizierung von Schimmelpilzgiften auf Pflanzen und in Lebensmitteln, für die Gewebetyp-Identifizierung an Ort und Stelle während chirurgischer Eingriffe, für den Nachweis und die Verfolgung von Umweltgift-Einträgen oder für die Terrorabwehr an Flughäfen benötigt. Dazu werden mobile Analysemethoden entwickelt, welche die genannten Bedingungen erfüllen.

LOEWE-Schwerpunkt „STORE-E“ - Stoffspeicherung in Grenzschichten

Justus-Liebig-Universität Gießen (Federführung), Philipps-Universität Marburg, Technische Hochschule Mittelhessen
Landesförderung 2013 - 2015: rund 4 Millionen Euro

Speichereffekte stellen eine der vielfältigsten Forschungsaufgaben auf den Gebieten von Physik, Chemie und Materialwissenschaft dar. Ihre Themen reichen von der Informationsspeicherung, der Energie- und Wärmespeicherung bis zur Stoffspeicherung, und sie bilden heute die Basis für unverzichtbare Technologien. Ziel des LOEWE-Schwerpunkts ist es, die Grundlagen von stofflichen Speichereffekten in strukturell und chemisch komplexen Systemen als Funktionsprinzip elektrischer und elektrochemischer Systeme zu untersuchen und zu verstehen. Dabei soll die Rolle von inneren Grenzflächen bei atomaren Transportvorgängen von Speicherprozessen im Vordergrund stehen. Die wissenschaftliche Leitidee orientiert sich auch an dem sich deutlich abzeichnenden enormen technologischen Bedarf an neuen und verbesserten Energiespeichersystemen für die Elektromobilität.

 

14.02.2013 
Quelle: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst