Agentur für Arbeit

Erneut starker saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Januar in Mittelhessen gestiegen. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Gießen waren im Januar insgesamt 21.050 Personen arbeitslos gemeldet, 1.972 mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote stieg von 5,5 auf 6,1 Prozent.
Im Vorjahresmonat waren 420 Erwerbslose weniger gemeldet und die Quote lag bei 6,0 Prozent.

* Arbeitslosenquote stieg von 5,5 Prozent im Dezember auf nun 6,1 Prozent
* 1.972 Arbeitslose mehr als im Vormonat Dezember und 420 mehr als im Januar 2012
* Im Vergleich zum Vorjahr erneuter saisonaler Rückgang beim Stellenbestand und -zugang

„Von dem kräftigen aber jahreszeitüblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit waren vorwiegend Männer und Jugendliche betroffen“, so Eckart Schäfer, Leiter der Agentur für Arbeit Gießen, im aktuellen Arbeitsmarktbericht für Januar. „Zum Jahresende auslaufende Arbeitsverträge und witterungsbedingte Einschränkungen im Baugewerbe sind hier als Hauptgründe zu nennen. Beim Bestand und den Zugängen von gemeldeten Arbeitsstellen ist die Entwicklung saisonal typisch rückläufig. Dies aber stärker als in den Vorjahren.“ Schäfer ging zudem auf die zum Jahreswechsel umgesetzte Gebietsreform bei den Arbeitsagenturen ein. „Wir freuen uns über den Zuwachs der Gemeinden Bad Vilbel und Karben, da es sich um eine wirtschaftsstarke Region mit niedriger Arbeitslosenquote handelt.“

Gemeldete Stellen
Bereits den vierten Monat in Folge ist die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken. Der Arbeitsagentur Gießen sowie den Jobcentern des Kreises Gießen und der Wetterau meldeten Arbeitgeber insgesamt 892 neue Stellen. Dies waren 141 Stellen weniger als im Januar 2012.
Der Bestand an offenen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen war ebenfalls erneut vom Stellenrückgang betroffen. Im Vergleich zum Januar des Vorjahres waren 187 Stellen weniger gemeldet. Danach wurde ein Stellenbestand von 3.672 verzeichnet.

Männer und Frauen
Nach Geschlechtern betrachtet hat sich die Arbeitslosigkeit im Januar gleichermaßen negativ entwickelt. Es waren doppelt so viele Männer wie Frauen vom Anstieg der saisonalen Arbeitslosigkeit betroffen.
Die Zahl der arbeitslosen Männer stieg im aktuellen Berichtsmonat um 1.335 auf 11.702 an. Damit erhöhte sich die Quote von 5,7 auf nun 6,4 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Arbeitslosenquote der Männer bei 6,3 Prozent.
Im Januar waren im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen 9.348 Frauen arbeitslos gemeldet, 637 mehr als im Dezember. Die Quote stieg um 0,4 Prozent auf jetzt 5,8 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Arbeitslosenquote der Frauen bei 5,7 Prozent.

Besondere Personengruppen
Bei Jugendlichen unter 25 Jahren hat sich die Arbeitslosigkeit im Januar weiter erhöht. Die Zahl der jungen Menschen, die auf der Suche nach einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle waren, stieg um 257 Personen und lag danach bei 2.110. Die Quote erhöhte sich um 0,7 auf 5,6 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 145 jüngere Arbeitnehmer weniger arbeitslos gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 5,2 Prozent.
Auch die Zahl der über 50-jährigen Erwerbslosen hat sich im Januar weiter erhöht. Nach dem Zugang von 516 Personen, lag die Zahl der Älteren bei 6.897. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,5 Prozent auf nun 6,9 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 142 ältere Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Damals lag die Quote bei 7,1 Prozent.

Regionale Unterschiede
In den mittelhessischen Landkreisen Gießen, Wetterau und Vogelsberg wurden im Januar deutlich höhere Arbeitslosenzahlen registriert. Im Wetteraukreis ist dabei der nominale Anstieg am höchsten.
Im Kreis Gießen wurden im Januar 723 Arbeitslose mehr als im Vormonat registriert. Damit waren 9.608 Erwerbslose gemeldet. Die Quote stieg um 0,5 auf nun 7,2 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 7,3 Prozent.
Im Wetteraukreis ist die Arbeitslosigkeit im Januar deutlich gestiegen. Nach dem Zugang von 879 erwerbslosen Personen waren im aktuellen Monat 8.432 Personen gemeldet. Damit stieg die Quote um 0,6 Prozent auf jetzt 5,5 Prozent. Im Vorjahresmonat wurde eine Quote von 5,1 Prozent verzeichnet.
Im Vogelsbergkreis ist die Zahl der Erwerbslosen prozentual deutlich gestiegen. Nach dem Zugang von 370 Arbeitslosen lag die Zahl derer im Januar bei 3.010. Damit stieg die Quote im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Prozent und lag danach bei 5,2 Prozent. Im Vorjahresmonat wurde eine Quote von 5,3 Prozent verzeichnet.

Die beiden Rechtskreise
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Gießen hat sich im Januar die Arbeitslosigkeit bei den Rechtskreisen (SGB III und SGB II) erneut gleichermaßen negativ entwickelt. Der deutlich größere Anstieg an Erwerbslosen wurde bei der Arbeitslosenversicherung (SGB III) verzeichnet.
Die Zahl der bei der Arbeitsagentur Gießen gemeldeten Personen stieg um 1.179 auf jetzt 7.630 Erwerbslose. Die Zahl der nach dem Rechtskreis des Sozialgesetz-Buches II geführten Erwerbslosen erhöhte sich um 793 Personen auf nun 13.420 erwerbsfähige Leistungsberechtigte.
Davon betreute das Jobcenter Gießen 6.627 Arbeitslose, 248 Personen mehr gegenüber Dezember.
Im Jobcenter Wetterau waren im Januar 5.188 Arbeitslose gemeldet, ein Plus von 457 Personen im Vergleich zum Vormonat.
Die Zahl der von der Kommunalen Vermittlungsagentur des Vogelsbergkreises (KVA) betreuten Arbeitslosen stieg im Januar um 88 Personen. Damit wurden dort 1.605 Erwerbslose betreut.

Hintergrundinformationen
Im Rahmen einer Gebietsreform bei der Bundesagentur für Arbeit wurde auch der Bezirk der Arbeitsagentur Gießen zum ersten Januar an die Kreisgrenzen angepasst. Nach der Neuorganisation zählt, neben dem Kreis Gießen und dem Vogelsbergkreis, auch der komplette Wetteraukreis zum Zuständigkeitsbereich Gießen. Bislang waren die Gemeinden Bad Vilbel und Karben der Arbeitsagentur Frankfurt zugeordnet.
Damit wird der monatlich erscheinende Arbeitsmarktbericht ebenfalls nennenswert beeinflusst. Mit der Erweiterung um die Gemeinden Bad Vilbel und Karben, musste zum Jahreswechsel mit einem Sprung bei den Arbeitslosenzahlen gerechnet werden.

 

31.01.2013 
Quelle: Bundesagentur für Arbeit