Der Name für die neue Brücke als dauerhaftes und verbindendes Bauwerk von Stadtteilen Gießens soll der Name einer Persönlichkeit sein, die in Gießen gewirkt und die für Gießen Großes bewirkt hat. Die Bürger Gießens sollen sich zudem mit dem Namensgeber und somit mit dem Namen der Brücke identifizieren können und in idealer Weise sollte der Name auch in einem Bezug zu der Örtlichkeit und dem Wirken des Namensgebers stehen.

Rübsamen (1823-1899) wuchs in Butzbach im Geiste von Georg Büchner und Friedrich Ludwig Weidig auf. Für Freiheit und Demokratie kämpfte er 1848 auf den Barrikaden des Frankfurter Volksaufstands. Der Verhaftung entging er durch eine einjährige Emigration in die USA.

In Gießen hinterließ er deutliche Spuren, da er 1877 zusammen mit Gießener Bürgern die Gießener Rudergesellschaft, den ältesten Sportverein in Gießen, gründete. Er legte dadurch den Grundstock für eine Sportart, die als Keimzelle für den Gießener und mittelhessischen Rudersport angesehen werden kann. Gegründet hat Rübsamen zudem das heimische Regattawesen.

Ebenso zeichnet sich Christoph Rübsamen als Schwimmlehrer und Eigner einer Badeanstalt an der Lahn verantwortlich für die Einführung des öffentlichen Badens und Schwimmens und damit wohl auch des Schwimmsports in Gießen.
Überdies war Rübsamen eine integrative Persönlichkeit, die als Turnlehrer beim MTV 1846, in Gießen Garant für eine segensreiche Zeit des hiesigen Turnens war.

Christoph Rübsamen hat Brücken geschlagen zwischen politisch-demokratischem Anspruch und sportlich-gesellschaftlichen Anforderungen. Dies wird durch seine grundlegende Reform des hiesigen Feuerlöschwesens belegt. Es würde Christoph Rübsamen posthum und der Stadt Gießen zur Ehre gereichen, die neue Brücke über die Lahn aufgrund seiner herausragenden Verdienste auf "Christoph-Rübsamen-Steg" zu taufen.