Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen, und Prof. Dr. Katharina Krause, Präsidentin der Philipps-Universität Marburg
© Franz Möller 
Präsidien betonen gemeinsame Stärken der beiden ältesten und traditionsreichsten Forschungsuniversitäten Hessens

Die erfolgreiche Kooperation auf vielen Forschungsfeldern – insbesondere in der Medizin und den Lebenswissenschaften – ist bereits gelebte Realität: Jetzt wollen die beiden ältesten und traditionsreichsten Forschungsuniversitäten Hessens, die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und die Philipps-Universität Marburg (UMR), ihre gemeinsamen Stärken noch besser zur Geltung bringen und die Zusammenarbeit intensivieren. UMR-Präsidentin Prof. Dr. Katharina Krause und JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee kündigten am Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz eine Forschungsallianz der beiden Universitäten an. Die Gründung der „Forschungsallianz der Universitäten Gießen und Marburg / Universities of Marburg and Giessen Research Alliance“ soll in einem Festakt am 17. November 2012 im Beisein des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier erfolgen.

"Ziel ist die Stärkung unserer beiden Einrichtungen in einem immer härteren nationalen und internationalen Wettbewerb", sagten Prof. Krause und Prof. Mukherjee. "Zudem können wir unsere beachtlichen Forschungsleistungen sichtbarer machen, wenn wir unsere Kompetenzen bündeln." Beide Universitäten rangieren laut Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unter den Top 40 der drittmittelstärksten Universitäten – die als ein Standort ausgewertete mittelhessische Universitätsmedizin belegt sogar einen hervorragenden siebten Platz. Insgesamt haben die beiden Universitäten in dem von der DFG betrachteten Zeitraum von 2008 bis 2010 über 135 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben.

Die Kooperationsbereitschaft soll nicht auf die beiden Universitäten beschränkt bleiben: Ziel der Allianz ist ausdrücklich auch die weitere Vernetzung mit Forschungspartnern in der Region, vor allem mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Projektgruppen, der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) und mit Forschungsförderern wie der Von-Behring-Röntgen-Stiftung.

Die wesentlichen gemeinsamen Aktionsfelder der beiden Universitäten liegen derzeit auf verschiedenen Gebieten der Medizin (unter anderem Herz-/Lungenforschung, Infektionsforschung und Reproduktionsmedizin) sowie den Neurowissenschaften. Weitere gemeinsame Entwicklungsschwerpunkte sind Biodiversität und Klimaforschung, Materialwissenschaften sowie Geschichts- und Sozialwissenschaften. Zukünftig dürften weitere Aktionsfelder dazukommen. Kooperiert werden soll auch in den Bereichen Forschungsinfrastruktur und Nachwuchsförderung.

Die beiden Universitäten gründen eine gemeinsame Forschungs- und Strategiekommission, die unter dem wechselnden Vorsitz des jeweiligen Forschungs-Vizepräsidenten beziehungsweise der jeweiligen Forschungs-Vizepräsidentin tagt. Daneben gehören zu dem Gremium jeweils vier Professorinnen und Professoren aus Gießen und Marburg. Bei der Auswahl der Mitglieder werden das Profil der beiden Universitäten und das jeweilige Gewicht der in der Allianz zu entwickelnden Aktionsfelder berücksichtigt. Die Forschungs- und Strategiekommission tagt drei bis vier Mal im Jahr und hat die Aufgabe, die Präsidien der beiden Universitäten in Fragen der Forschung und der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu beraten. Außerdem spricht sie Empfehlungen zu gemeinsamen Antragsstellungen und zur Verwendung des aufgestockten gemeinsamen Forschungsförderfonds MaGiC aus. Auch die Entwicklung langfristiger Strategien im Bereich der Forschung gehört zu den Aufgaben der Kommission. Die Entscheidung über die Empfehlungen des Gremiums liegt bei den Präsidien.

Zusätzlich wird ein extern besetzter wissenschaftlicher Beirat eingesetzt: Fünf auf den wesentlichen Aktionsfeldern der Forschungsallianz ausgewiesene Persönlichkeiten mit hoher Reputation und Erfahrung in der Forschungsförderung – darunter auch Vertreterinnen und Vertreter von forschenden Unternehmen – begleiten die Forschungsallianz beratend über einen Zeitraum von fünf Jahren. Der wissenschaftliche Beirat kommt einmal im Jahr zusammen, und zwar im Beisein der Präsidentinnen beziehungsweise der Präsidenten, den für Forschung zuständigen Vizepräsidentinnen und -präsidenten sowie den Vorsitzenden der beiden Hochschulräte.
12.07.2012 
Quelle: Justus-Liebig-Universität Gießen und Philipps-Universität Marburg