Justus-Liebig-Universität - LogoHessischer Hochschulpreis Exzellenz in der Lehre geht an bekannten Theaterwissenschaftler Prof. Heiner Goebbels und an Chemie-Dozenten Dr. Christian Würtele 
Exzellenz in der Lehre hat längst eine feste Adresse in der hessischen Hochschullandschaft: Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) kann beim höchstdotierten Lehrexzellenz-Preis Deutschlands bereits zum vierten Mal einen Doppelerfolg verbuchen. Der seit 2007 ausgeschriebene „Hessische Hochschulpreis Exzellenz in der Lehre“ geht in diesem Jahr in der mit 60.000 Euro dotierten Kategorie „Einzelperson“ an Prof. Heiner Goebbels vom Institut für Angewandte Theaterwissenschaft. Der Chemie-Dozent Dr. Christian Würtele erhält für sein innovatives Modul „Bioanorganik“ den mit 50.000 Euro dotierten dritten Preis in der Kategorie „Projekt einer Arbeitsgruppe oder Organisationseinheit“. „Diese erneuten Auszeichnungen veranschaulichen den hohen Stellenwert, den die forschungsbasierte und studierendenorientierte Lehre an der JLU genießt“, sagte JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, der den beiden Preisträgern sehr herzlich gratulierte. „Es ist bemerkenswert, dass den Lehrenden trotz nie dagewesener Belastungen im Studien- und Lehrbereich solche großen Erfolge gelingen“, fügte er hinzu.
 
Der bekannte Musiker, Komponist, Hörspielautor und Regisseur Heiner Goebbels freute sich sehr über die Auszeichnung: „Wenn man die Lehre als Forschung – und zwar als künstlerische Forschung – verstehen darf und wenn man dazu noch mit so begabten, hochmotivierten und darüber hinaus gut gelaunten Studierenden arbeiten kann, ist das, wofür ich den Preis dankend entgegennehme, ein reines Vergnügen. Und der JLU sei Dank für die Struktur dieses einzigartigen Studiengangs.“ Goebbels wurde für sein außergewöhnliches Engagement und seine besonders innovative Didaktik von zwei Studierenden vorgeschlagen; unterstützt wurde der Vorschlag von weiteren 60 Studierenden. Demnach gelinge es „Prof. Goebbels auf vorbildliche Weise, seine auch neben der Professur durchgeführten Tätigkeiten als internationale renommierter und mit verschiedenen Preisen ausgezeichneter Künstler mit der universitären Lehre zu verbinden.“ Die Studierenden würden dank seiner Lehre „nicht einem von ihm vorgegebenen künstlerischen Ansatz folgen, sondern lernen, eigenständig zu künstlerischen Ausdrucksformen zu kommen“, hieß es in dem Vorschlagstext.
 
Projektmanagement, Teamfähigkeit und Problemlösungskompetenzen sind überfachliche Schlüsselqualifikationen, die im Berufsleben immer wichtiger werden. Um diese Fähigkeiten aktiv zu fördern, stellte Dr. Christian Würtele in seinem Modul „Bioanorganik“, einer Pflichtveranstaltung des Master-Studiengangs Chemie, den Studierenden neben ihren fachwissenschaftlichen Arbeiten zusätzlich die Semesteraufgabe, selbständig ein Symposium für Oberstufenschülerinnen und -schüler zu planen und durchzuführen. Die Studierenden hielten dieses Projekt „für eine exzellente und innovative Lehrveranstaltung, die uns nicht nur viel Spaß bereitet hat, sondern auch die akademische Ausbildung an der Justus-Liebig-Universität Gießen bereichert“, wie es im Vorschlagstext für den Exzellenzpreis hieß. „Ich fühle mich durch diese Auszeichnung sehr geehrt, allerdings wäre dieser Erfolg ohne das große Engagement der Studierenden des zweiten Semesters Master-Chemie nicht möglich gewesen“, sagte Dr. Würtele, der bereits im vergangenen Jahr beim Akademischen Festakt mit dem Preis der Justus-Liebig-Universität ausgezeichnet wurde. Er bedankte sich auch bei der JLU, „die mir durch das Just´us-Stipendium (Junior Science and Teaching Units) erst die Möglichkeit gab, diese Veranstaltung zu konzipieren.“
 
Um in Hessen einen zusätzlichen Anreiz für das Angebot an hochwertigem Unterricht zu schaffen, haben das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und die Gemeinnützige Hertie-Stiftung zum fünften Mal den Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre ausgelobt. Der Preis würdigt die Entwicklung und Umsetzung von zukunftsweisenden Lehrkonzepten. Er zeichnet Personen, Arbeitsgruppen oder Organisationseinheiten aus, die solche Konzepte erarbeiten und verwirklichen. Mit insgesamt 375.000 Euro an Preisgeldern ist er deutschlandweit der großzügigste Landespreis für herausragende und innovative Leistungen in Lehre, Prüfung, Beratung und Betreuung an Hochschulen.
08.12.2011 
Quelle: Justus-Liebig-Universität Gießen