Titelblatt des 1. NachhaltigkeitsberichtsLokale Agenda 21-Gruppe „Nachhaltige Entwicklung Gießen“ arbeitet an zweitem Gießener Nachhaltigkeitsbericht

2010 wurde der erste Nachhaltigkeitsbericht (PDF, 3,2 MB) für die Universitätsstadt Gießen veröffentlicht. Erstellt wurde er zum großen Teil von ehrenamtlich arbeitenden Aktiven der LA21-Gruppe Nachhaltige Entwicklung Gießen. Darauf ruht sich die Gruppe aber nicht aus. Mit vielen Erfahrungen aus diesen Aktivitäten stellt sie nun das Arbeitsprogramm für die erste Fortschreibung zusammen. Die Erstellung des zweiten Nachhaltigkeitsberichtes soll aber nicht die einzige Aktivität der Zusammenarbeit sein. Die Gruppe plant, zukünftig mit dem Einzelhandel neue Projekte zum nachhaltigen Wirtschaften anzugehen.
 
Wozu braucht es überhaupt einen Nachhaltigkeitsbericht? Kurz: zur Steuerung einer nachhaltigen Entwicklung. Die Aufforderung zur nachhaltigen Entwicklung stammt aus der Agenda 21, dem Aktionsprogramm der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen 1992 in Rio de Janeiro. Doch was heißt das konkret für eine Stadt wie Gießen? Wie kann man feststellen, ob die Entwicklung der Stadt nachhaltig ist: also wieweit die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen dauerhaft in Einklang mit Umwelt- und Naturschutz gebracht werden? Diese Fragen stellten sich einige Aktive in der Lokalen Agenda 21 im Jahre 2001. Es wurde ihnen klar, dass ein Satz von Messgrößen sinnvoll zusammengestellt werden müsste, um Entwicklungen der städtischen Umwelt, Wirtschaft, der sozialen Verhältnisse in der Stadt und der bürgerschaftlichen Beteiligung abzubilden. Das war die Geburtsstunde der Vorbereitungsgruppe "Indikatoren". Auch in anderen Städten und auf Landesebene wurde darüber nachgedacht, wie man sinnvoller Weise Berichte zur nachhaltigen Stadtentwicklung zusammenstellt. So sammelte die Gießener Vorbereitungsgruppe die ersten Nachhaltigkeitsberichte aus verschiedenen Regionen Deutschlands und überlegte, welche Indikatoren aussagekräftig für Gießen sein könnten. Diese Kerngrößen sollten allgemeinverständlich, objektiv nachprüfbar, gut messbar sein und alle Bereiche gleichgewichtig berücksichtigen. In mühsamer Kleinarbeit war schließlich ein Satz von 36 Nachhaltigkeitsindikatoren zusammengestellt: vom Energieeinsatz über nachhaltigen Konsum, kulturellem Angebot bis zu ehrenamtlicher Arbeit.
Die Hauptarbeit stand nun aber erst bevor: die Sammlung der Gießener Daten und ihre Interpretationen für den Nachhaltigkeitsbericht. Die Gruppe hatte sich vorgenommen, keinen Auftrag zur Erstellung des Berichtes zu vergeben, sondern interessierte Bürgerinnen und Bürger zu suchen, die sich mit einem oder mehreren Indikatoren befassten. So entstand der erste Nachhaltigkeitsbericht für die Stadt Gießen aus aktiver Beteiligung engagierter Personen aus verschiedenen LA21-Gruppen, Universitätsangehörigen und Bediensteten der Stadtverwaltung. Die LA21-Gruppe "Nachhaltige Entwicklung Gießen" koordinierte diese vielfältigen Aktivitäten, bis das gemeinsame Werk schließlich im Februar 2010 druckfertig vorlag und zur Beratung in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht wurde. Denn schließlich sollen die politisch Verantwortlichen erkennen, in welchen Bereichen dringend gehandelt werden muss, um die Stadt nachhaltig zu entwickeln!

Personen, die Interesse an der Sammlung und Auswertung von Daten zur Gießener Stadtentwicklung haben, sind herzlich willkommen, bei einer der nächsten Gruppensitzungen am 31. Oktober hineinzuschnuppern. Kontakt: Städtische Koordinierungsstelle Lokale Agenda 21; Telefon 0641 306-2114.