Logo IHKAm letzten Tag im Oktober durfte im Hause der IHK Gießen-Friedberg gefeiert werden. Und das gleich doppelt: Zum Einen die Steigerung der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse zum Stichtag 30. September 2011 um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Zum Anderen die Ehrung zehn junger Frauen und Männer aus dem IHK-Bezirk Gießen-Friedberg, die nicht nur ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben, sondern darüber hinaus die jeweils Landesbesten in ihrem Ausbildungsberuf geworden sind. Eine von ihnen, Anja Willer, konnte ihre Ausbildung zur Medienkauffrau Digital und Print in der Abteilung Vertriebsleitung, Verkauf, Marketing beim Gießener Anzeiger sogar als Bundesbeste abschließen. "Diese hervorragende Leistung eröffnet Ihnen die allerbesten Chancen auf einen glänzenden Start in die berufliche Zukunft", lobte IHK-Präsident Dr. Wolfgang Maaß.

2.271 neue Ausbildungsverhältnisse
"Mit dem rekordverdächtigen Ergebnis von 5,1 Prozent mehr Ausbildungsplätzen liegen wir nicht nur über dem hessischen Durchschnitt von 4,3, sondern auch über dem bundesweiten von 4,7 Prozent", führte Maaß aus. Dass in den Kreisen Gießen, Wetterau und Vogelsberg 2.271 neue Ausbildungsverhältnisse quer durch alle Branchen zustande gekommen seien, liege nicht nur an den engagierten Ausbildungsbetrieben, sondern vor allem auch an den unermüdlichen Bemühungen der Abteilung Aus- und Weiterbildung unter Leitung von Elke Ehlen. Gerade vor dem Hintergrund eines zunehmenden Fachkräftemangels werde es auch für heimische Unternehmen immer schwieriger – vor allem im gewerblich-technischen Bereich - passende Auszubildende zu finden. Viele Stellen blieben bereits heute schon unbesetzt.
 
Alle Jugendliche qualifizieren
2010 hätten bundesweit 850.000 Jugendliche die allgemein bildenden Schulen verlassen, rund neun Prozent weniger als noch im Jahr 2003. Bei den nichtstudienberechtigten Schulabgängern fiel der Rückgang mit 18 Prozent noch deutlicher aus. Auch der starke Anstieg der Studienanfänger von 378.000 im Jahr 2003 auf 423.000 im Jahr 2009 verringere die Anzahl der Ausbildungsplatzsuchenden erheblich. Ein Problem, das sich Maaß zufolge auch durch Zuwanderung mittelfristig nicht lösen lasse. Sein Vorschlag: "Wir müssen die jungen Menschen in unserem Land qualifizieren – und zwar alle." Dem trage auch der im Oktober vergangenen Jahres bis 2014 verlängerte "Nationale Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs, in dessen Mittelpunkt die Förderung schwächerer Jugendlicher und die Verstärkung der Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund stehe, Rechnung.
 
Breites Maßnahmenspektrum
Ausbildungswillige und –fähige Jugendliche mit Unternehmen zusammenzubringen ist das erklärte Ziel der IHK Gießen-Friedberg. Welche Maßnahmen dazu im vergangenen Ausbildungsjahr getroffen wurden, erläuterte IHK-Vizepräsidentin Dr. Angelika Schlaefke.
Neben der Ausrichtung der Ausbildungsmesse "Berufswegekompass 2011", die mit 51 Ausstellern und rund 1.600 Besuchern so gut frequentiert war wie nie zuvor, habe sich die IHK Gießen-Friedberg erneut erfolgreich am bundesweiten "Tag des Ausbildungsplatzes" beteiligt. Hierbei konnten 64 zusätzliche Ausbildungsplätze noch für 2011 gewonnen werden, 141 weitere wurden von Unternehmen für das kommende Jahr zugesichert. Um noch unbesetzte Ausbildungsstellen zu identifizieren, seien im Spätsommer 1.300 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk angeschrieben worden: 49 freie Ausbildungsstellen sowie 30 Praktikaplätze konnten auf diese Weise gewonnen werden. Stellvertretend für alle ausbildenden Betriebe wurde in diesem Jahr die Schunk GmbH in Heuchelheim für ihr hervorragendes Engagement mit der Urkunde "Ausbildungsbetrieb 2010" ausgezeichnet. Ein gemeinsam mit der Agentur für Arbeit und der Kreishandwerkerschaft organisierter Aktionstag, bei dem 36 offene Ausbildungsstellen und 44 EQ-Praktika zu vergeben waren, bildete den Abschluss der erfolgreichen Akquirierungsmaßnahmen.
 
Top Ten
"Sie haben Ihre persönliche Strategie erfolgreich umgesetzt" wandte sich Dr. Wolfgang Maaß an die zehn besten Auszubildenden. "Machen Sie weiter so." Dass Anja Willer, die im Dezember auch zur Bundesbesten-Ehrung nach Berlin reisen wird, vom Gießener Anzeiger übernommen wird, ist für Maaß eine Selbstverständlichkeit. Auch ein Großteil der anderen Absolventen wird den ausbildenden Unternehmen treu bleiben. Aus den Händen von Dr. Wolfgang Maaß und Dr. Angelika Schlaefke erhielten Viktor Kasazkij, Christian Liesner, Nina Lang, Jessica Römer, Anja Willer, Johanna Langer, Alana Ludwig, Katharina Köhne, Marcel Schäfer und Jens-Frederic Müller ihre Urkunden und ein Präsent. 

08.11.2011 
Quelle: Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg