Agentur für ArbeitZum Abschluss des Berufsberatungsjahres 2010/2011 zieht die Arbeitsagentur eine positive Bilanz. Auf dem mittelhessischen Ausbildungsmarkt hat sich die wirtschaftliche Situation im letzten Jahr günstig ausgewirkt. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist deutlich gestiegen und die der gemeldeten Bewerber leicht gesunken. Die Berufsberater der Landkreise Wetterau, Vogelsberg und Gießen haben insgesamt 4.538 Bewerber versorgt. 
 
„Die rückläufige Bewerberzahl ist maßgeblich auf die ersten geburtenschwachen Jahrgänge und den Wunsch der Jugendlichen, einen höheren Schulabschluss zu erlangen, zurück zu führen“, sagte Eckart Schäfer Leiter der Agentur für Arbeit Gießen zur Veröffentlichung der Zahlen am Ausbildungsmarkt. „Der Anstieg bei den gemeldeten Ausbildungsstellen zeigt, dass die Arbeitgeber verstärkt auf die Ausbildung setzen, um den eigenen zukünftigen Mitarbeiterbedarf zu decken.“
 
Von September 2010 bis Oktober dieses Jahres meldeten Arbeitgeber im Agenturbezirk insgesamt 3.583 Ausbildungsstellen. Damit stieg die Zahl der Stellen gegenüber dem Vorjahr um 580, ein Zuwachs von gut 19 Prozent.
Über 2.250 Stellen wurden im Dienstleistungsbereich und knapp 1.200 Stellen im Handwerk gemeldet. Zum Stichtag am 30.09. waren noch 385 Ausbildungsstellen unbesetzt.
 
Seit September des Vorjahres haben sich im Bezirk der Gießener Agentur für Arbeit insgesamt 4.723 junge Menschen ausbildungsplatzsuchend gemeldet. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 264 Jugendliche oder 5,3 Prozent.
Davon haben 2.393 eine Berufsausbildung begonnen, 573 haben sich für den weiteren Schulbesuch und 92 für ein Studium entschieden. Eine Arbeitsstelle haben 262 Jugendliche angenommen. Der übrige Teil hat sich für „gemeinnützige Dienste“ (zum Beispiel Bundesfreiwilligendienst) entschieden sowie ein berufsvorbereitendes Jahr oder Praktikum gestartet.
 
Bis zum Ende des Berechnungszeitraums blieben 185 junge Menschen noch unversorgt. Damit sank die Zahl der „unversorgten Bewerber“ gegenüber dem Vorjahr um 25. In einer sogenannten Nachvermittlungs-Aktion hatten diese Jugendlichen die Möglichkeit mit Arbeitgebern in Kontakt zu kommen und doch noch eine Ausbildung in diesem Jahr zu beginnen. Diese Aktion fand am 26. Oktober im Berufsinformationszentrum statt.
 
Regional betrachtet hat sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt unterschiedlich entwickelt.
Im Kreis Gießen sank die Zahl der Jugendlichen, die nach einer Ausbildung suchten, im Vergleich zum Vorjahr um 191 auf nun 2.327 Bewerber. Die Zahl der offenen Ausbildungsstellen erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 263 auf 1.978.
Im Wetteraukreis lag die Zahl der Ausbildungsplatzsuchenden Ende September bei 1.543 und damit um 259 Bewerber höher als im Vorjahresmonat. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen (ohne Bad Vilbel und Karben) erhöhte sich deutlich. Im genannten Zeitraum stieg die Zahl um 210 auf 1.057 Ausbildungsstellen.
 
Der hessische Ausbildungsmarkt 2010/2011
Erwartungsgemäß hat sich die Situation für die Bewerberinnen und Bewerber auf dem hessischen Ausbildungsmarkt gegenüber den Vorjahren verbessert. Die Zahl der unversorgten jungen Frauen und Männer ist zum Stichtag 30.September 2011 weiter gesunken. Im Berichtsjahr 2010/2011 waren somit 684 junge Frauen und Männer ohne Ausbildungsplatz oder Alternative; 2009/2010 waren es noch 740, 2008/2009 1.960.
Die hessischen Betriebe haben in diesem Jahr nochmals mehr Lehrstellen gemeldet, als in den Jahren zuvor. Mit 37.490 liegt der Anstieg zum Vorjahr bei rund 11,0 Prozent. Bereits 2009/2010 wurden die Vorjahreszahlen gesteigert von 32.233 auf 33.807.
Insgesamt 42.089 Bewerber kamen zu den Agenturen für Arbeit in Hessen, 916 weniger als im Vorjahr.
 
 
Hintergrund:
Bei den genannten Zahlen handelt es sich um eine so genannte Geschäftsstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Es werden nur Stellen und Bewerber erfasst, die bei der Arbeitsagentur, den Jobcentern (Wetterau und Gießen) sowie den Kreisjobcentern (Kommunale Vermittlungsagentur) gemeldet werden bzw. gemeldet sind. Der Stichtag ist jeweils der 30.09. eines Jahres.
08.11.2011 
Quelle: Agentur für Arbeit