Gießen ist seit 2011 Fairtrade-Town

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Die Universitätsstadt Gießen hat die dafür erforderlichen fünf Kriterien erfüllt:

  1. Einen Beschluss, bei allen Sitzungen des Stadtparlaments und dessen Ausschüssen sowie im Büro der Oberbürgermeisterin fair gehandel-ten Kaffee sowie ein weiteres Pro-dukt aus fairem Handel anzubieten, 
  2. die Einrichtung einer Steuerungs-gruppe, die Aktivitäten vor Ort koordiniert,
  3. in Gießener Einzelhandelsgeschäften werden gesiegelte Produkte aus fairem Handel angeboten und in Cafés und Restaurants werden jeweils mindestens zwei fair gehandelte Produkte ausgeschenkt,
  4. in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen werden fair gehandelte Produkte verwendet und es werden dort Bildungsaktivitäten zum Thema fairer Handel durchgeführt und
  5. die örtliche Presse berichtet über alle Aktivitäten.

 

2013 wurde Gießen der Titel Fairtrade-Town von TransFair erneut zuerkannt. Die nächste Überprüfung, ob Gießen die Kriterien weiterhin erfüllt, erfolgt 2017.

Die Initiative zur Bewerbung um den Titel Fairtrade-Town ging vom Gießener Weltladen und einer Schüler/-innengruppe der Max-Weber-Schule aus. Die Stadtverordnetenversammlung beauftragte dann den Magistrat, sich um den Titel Fairtrade-Town zu bewerben und richtete eine Steuerungsgruppe ein, die sich seither mit zahlreichen Akteuren in dem Aufgabenfeld fairer Handel ehrenamtlich engagiert.

Bereits 2008 fasste die Stadtverordnetenversammlung einen Beschluss, dass bei städtischen Ausschreibungen und im Rahmen des Beschaffungswesens nur noch Produkte und Dienstleistungen Berücksichtigung finden sollen, die ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt sind. 2013 wurde dies durch einen weiteren Stadtverordnetenbeschluss ergänzt, im städtischen Beschaffungswesen die Beachtung der acht Kernarbeitsnormen der International Labor Organization (ILO) für eine Beschaffung zu verlangen.

2009 hat die Universitätsstadt Gießen zudem die Milleniumserklärung des Deutschen Städtetages für eine ganzheitliche und nachhaltige Entwicklung für alle Menschen und die Umwelt im Sinne der Agenda 21 im Stadtparlament verabschiedet. Damit erklärt sie ihr Bewusstsein für Armutsproblematiken und u. a. die Bereitschaft und Selbstverpflichtung, das Beschaffungswesen fairer zu gestalten.

Im Mittelpunkt des Fairen Handels stehen immer die Produzenten aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Nahezu zwei Millionen Kleinbauern und Arbeiter/-innen mit ihren Familien profitieren in fast 60 Ländern vom fairen Handel, denn dieser bedeutet faire Preise, langfristige Handelsbeziehungen, soziale Arbeitsbedingungen und Schutz der Umwelt. Zwangs- oder ausbeuterische Kinderarbeit ist dabei verboten.

Den "Einkaufsfairverführer" mit Anbietern fairer Produkte in Gießen gibt es auch hier als PDF-Download: Fair einkaufen in Gießen (PDF, 3 MB). Eine ständig aktualisierte Liste dieser Anbieter ist hier (PDF, 39 KB) zu finden.