PEPP-Stand vor der Johanneskirche beim Aktionstag »Gießen bleibt bunt!«

Im Jahr 2000 wurde das Textilbündnis in Gießen gegründet. Seit dieser Zeit arbeiten Vertreterinnen der unterschiedlichen Gießener Frauengruppen, wie Arbeitsgemeinschaft Gießener Frauenverbände, Evangelische Familienbildungsstätte, Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen, Evangelische Studentengemeinde, Evangelische Frauen im Stadtverband und Land Gießen, EineWeltladen, Frauen für den Frieden und das städtische Frauenbüro miteinander gemäß der internationalen Agenda. Sie alle fühlen sich dem Leitgedanken der Agenda verpflichtet: Tun, was zu tun ist.
 
Der Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Einflussnahme auf eine faire Produktion und Vermarktung von Textilien. 1997 hörten einige Frauen im Rahmen der Aktion „Clean Clothes“ zum erstem Mal von den gesundheitsgefährdenden Praktiken, von der Diskriminierung und Ausbeutung der Textilarbeiterinnen in der sogenannten 3. Welt. Genau dieses zu verändern und zu verbessern ist der Schwerpunkt unseres Engagements. So bemühen wir uns, brauchbare, noch gut erhaltene Kleidung wieder in den Kreislauf einer fairen Verwertung zu bringen.
 
Im Jahr 2004 bot uns die Jugendwerkstatt Gießen e. V. eine Zusammenarbeit an. Unsere Aufgabe sahen wir dabei darin, umfangreich gebrauchte Kleidung zu sammeln und der Jugendwerkstatt zuzuführen. Dort wird die Kleidung sortiert, gereinigt und aufgepeppt. Danach übernehmen wir die Kleidung wieder und bringen sie gegen eine Spende wieder in den Umlauf. Der Start für einen Kleiderladen war gegeben. 
  
Mit einem eigenen kleinen Laden konnte sich das Textilbündnis der Lokalen Agenda eine Plattform schaffen, auf der es nicht nur die so wichtigen Informationen zur Ausbeutung und Diskriminierung in der Textilbranche weitergeben konnte, sondern es konnten auch – wie in der Jugendwerkstatt – Kleidung gegen Spenden wieder abgeben werden.
 
Natürlich brauchte der Laden auch einen passenden Namen: „PEPP“ war geboren.
5 Jahre lang haben rund 20 engagierte Frauen ihren ehrenamtlichen Dienst bei „PEPP“ in der Bismarckstraße 9 (in einem Raum des Weltladens) tun dürfen.
Durch den stets verlässlichen Einsatz aller Kräfte konnten wir im Laufe der Jahre viele treue Kundinnen und Freundinnen gewinnen, die unsere Botschaft verstanden haben und auch weitertragen.
 
Der Spendenerlös aus der Kleiderabgabe kommt der Jugendwerkstatt Gießen e. V. und ein Teil auch der Christlichen Initiative Romero (die die gleichen Ziele hat) zugute.
 
Wegen Eigenbedarfs des Weltladens mussten wir leider den Laden in der Bismarckstraße Anfang Juli aufgeben. Mit unserem Bericht erhoffen wir Unterstützung dabei, einen kleinen, bezahlbaren Laden in der Innenstadt zu finden, um unsere wichtige Arbeit fortsetzen zu können.
Wer Interesse hat mitzumachen, ist herzlich eingeladen. Kontakt: frauenbuero@giessen.de, Tel.: 0641 306-1019