„Stadt mit Flair“ könnte auch in das Gießen-Logo integriert werden: Denn Gießen hat ein gewisses Flair und viele Besonderheiten, auch wenn viele Gäste und sogar Bürger/-innen dies bestreiten.
 
Die Lokale Agenda 21-Gruppe „Stadt mit Flair“ wurde als eine der ersten Arbeitsgruppen gegründet. Ihr bürgerschaftliches Engagement gilt der baulichen, gestalterischen und kulturellen Entwicklung unserer Stadt. Dies betrifft insbesondere die Mitsprache bei Planungskonzepten, Bebauungsplänen und Bauvorhaben, die Auswirkung auf Stadt-, Bau- und Flächengestaltung, Denkmalschutz, Kunst und Kultur haben. Damit sind auch Anregungen zur Intensivierung der Aufenthalts- und Lebensqualität sowie des städtischen Flairs verbunden. Aktuelle Beispiele sind: Anregungen und Ideen zur Neugestaltung von Plätzen wie Berliner Platz, Kirchenplatz und Bahnhofsvorplatz.
 
Im Rahmen dieser Zielsetzungen ist „Stadt mit Flair“ auch in die Planung der Landesgartenschau eingebunden, soweit es die Gestaltung der 3 Korridore betrifft, die die Verbindungsachsen zwischen den LGS-Kernzonen Wieseckaue und Lahnaue bilden sollen.
 
Nicht zuletzt bemüht sich die Gruppe um das Bewusstmachen, Erhalten und Dokumentieren von Zeugnissen aus der Gießener Stadtgeschichte. Ziel ist die Einrichtung eines Museums, das historisch und künstlerisch Erhaltenswürdiges aus Industriegeschichte (Zigarren-, Bergbau-, Baukeramik-Industrie u. a.), Universitäts-, Kliniks-, Militärgeschichte u. s. w. unter dem Namen „Historicum“ vereinigen könnte. Denkbar wären auch 2 bis 3 separate Museen, darunter z. B. ein Industriemuseum.
 
Die wohl erfolgreichste „Stadt mit Flair“-Aktivität ist das Kunstspectaculum „Fluss mit Flair“, das in diesem Jahr bereits zum 6. Mal in Folge unter großem Zuspruch stattfand. Organisiert wird das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gewordene regionale Kunstereignis von ehrenamtlich engagierten Anwohner/-innen, Künstler/-innen und Agenda-Akteur/-innen, die sich Ende 2007 zur Projektgruppe „Fluss mit Flair“ formierten. Damit leistet dieses Team einen wichtigen kulturellen Beitrag zur Umsetzung des 2005 vom Stadtparlament beschlossenen Entwicklungskonzeptes zur Aufwertung der Wieseck, das u. a. vorsieht, die Wieseck für das Stadtleben zu entdecken und Identitätswert und Lebensqualität des angrenzenden baukünstlerisch wertvollen historischen Universitätsviertels nachhaltig zu stärken.
 
Am jeweiligen Veranstaltungstag verwandelt sich das Quartier an der Wieseck im Bereich Löber-, Lony-, Goethe- und Bismarckstraße in ein „Fest der Sinne“. Neben den flussbegleitenden Präsentationen produzierender und ausstellender Künstler/-innen aus der heimischen Region, dem abwechslungsreichen Rahmenprogramm mit Musik- und Kleinkunstdarbietungen und der mit kreativen Privatangeboten verbundenen Einbeziehung von Anwohnergrundstücken sind es auch immer wieder Sonderaktionen, die den Reiz dieser Straßenkunstatmosphäre ausmachen. Dazu zählt zum einen die Integrierung des Aktionsbereiches „Jugend macht Kunst“, ein Präsentationsangebot für junge Kunstschaffende, das von Kunst unterrichtenden Schulen und Jugendeinrichtungen sowie von Graffiti-Sprayern und Jugend-Bands mit großem Interesse angenommen wird. Zum anderen sind es die jährlich wechselnden Leitmotive, nach denen Kunstschaffende, teils unter Einbeziehung der Besucher/-innen, ihre künstlerischen Werke oder Aktionen ausrichten, um damit zu mehr Kommunikation zwischen Künstler/-innen und Publikum auf gleicher Ebene beizutragen. So stand die diesjährige Veranstaltung unter dem Motto ZusammenSpielen (www.flussmitflair.de Punkt 4 der Projektbeschreibung 2011)
 Neugierig geworden und Lust mitzumachen? Die öffentlichen Treffen finden i.d.R. jeden letzten Dienstag im Monat um 18:30 Uhr statt.