Bericht von Jens-Peter Eufinger

Gießener Liebig-Stipendiat 2009/2010, Fachbereich Chemie

Das Jahr 2010 war für mich ein Jahr voller Ereignisse und Erfahrungen. Mit dem Abschluss des zehnemestrigen Chemiestudiums Ende 2010 habe ich den Master of Science erhalten. Angefertig habe ich die Arbeit im Physikalisch-Chemischen Institutit in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. J. Janek. Die physikalische Chemie ist ein sehr interdisziplinärer Zweig der Chemie, der die Brücke schlägt zwischen den theoretischen Modellen der Physik und den experimentellen Methode der Chemie.

Besonders das eigenständige Arbeiten und die persönliche Betreuung hat mir sehr gut gefallen, ein Faktor der für mich sehr wichtig scheint und nicht zuletzt durch die im Vergleich zu anderen Universitäten kleine Chemie in Gießen unterstützt wird. Die Beziehung zwischen Studenten höherer Semester und Lehrpersonal scheint fast schon kollegial. In der Chemie hat man die Gelegenheit während des Studiums schon direkt an der Forschungsfront mitzuarbeiten und seine Spuren zu hinterlassen. Allerdings ist dies oftmals mit viel Arbeit verbunden, die sich hin und wieder in langen Laborabenden manifestierte.

Ich habe den Master, wie den Bachelor, als einen verschulten Studiengang kennengelernt mit Paukerei für jedes Modul. Heute sehe ich den Master als einen Zwischenstop einer bisher 18 Jahre andauernden Ausbildungsreise- eine lange Zeit finde ich. Wie schafft man es da durchzuhalten? Man muss natürlich Spass an der Sache haben und sich auch von Rückschlägen nicht unterkriegen lassen. Ohne Frage muss man sich auch wohlfühlen bei dem was man tut und ich finde es gibt einige Faktoren, die dazu beitragen. Die Unterstützung von Freunden, dem Partner und den Kommilitonen helfen in schwierigen Phasen zurecht zu kommen. Ein angenehmes Arbeitsklima und gute Betreuung während der Anfertigung der Arbeit sind ebenso wichtig, wie eine sorgenfreie Finanzierung. Nicht zu unterschätzen ist auch ein Ort zum abschalten, ein Wohnort, in dem man zuhause ist...

Ich habe Giessen als studentenfreundliche Stadt erfahren mit vielen Möglichkeiten zum Ausgehen und zur Unterhaltung. Seit Dezember bin ich angestellt als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Physikalisch-Chemischen Institut und werde meine Promotion durchführen. Daher werde ich für weitere drei bis vier Jahre Giessen mein zuhause nennen können.

Abschließend möchte ich der Stadt Giessen nochmals recht herzlich meinen Dank für die Erteilung des Stipendiums aussprechen.

Jens-Peter Eufinger, Februar 2011