Die Weiterbildung ist im Leitbild der Technischen Hochschule Mittelhessen als eigenes Aufgabengebiet genannt. Eine zentrale Funktion bei der Ausweitung der Leistungen hat das Hochschulzentrum für Weiterbil­dung (HZW), das jetzt in größere Räumlich­keiten umgezogen ist.

Weiterbildung ist neben Lehre und Forschung das dritte Arbeitsfeld der THM. „In zehn Jahren wird Weiterbildung ein Drittel der Aktivitäten der THM ausmachen“, sagte Vize­präsident Prof. Dr. Axel Schumann während der offiziellen Eröffnung der Räume in der Eichgärtenallee 6 am Campus Gießen. Immer mehr Menschen bildeten sich künf­tig nach dem ersten Abschluss weiter, lebenslanges Lernen werde die Regel. Zudem solle die Hochschule auch durchlässig werden für Menschen, die nicht studiert haben und sich weiter qualifizieren wollen. All dem trage die THM mit dem Zentrum Rechnung, das mit vielen Partnern aus der Weiterbildung eng zusammenarbeitet.

Das HZW wurde 2007 gegründet und war bisher im Kloster Altenberg untergebracht. Es hat aktuell sieben Mitarbeiterinnen und ist nach Aussage des Leitenden Direktors Prof. Dr. Ulrich Vossebein weiter auf Expansionskurs. Derzeit hält das HZW 18 Weiterbil­dungsangebote bereit und ist verantwortlich für drei Forschungsprojekte, denn auch Weiterbildungsforschung ist ein wichtiges Aufgabengebiet des Zentrums.

Das Programm des HZW zeichnet sich durch Hochschulniveau, Flexi­bilität, vielfältige Kooperationen mit Unternehmen und Organisationen und ein breites Spektrum aus. „Wir wollen nicht kopieren, was andere Anbieter bereits am Markt haben“, erläuterte Vossebein. Das HZW bietet bedarfsgerechte Weiterbildungslösungen wie Seminare und Zertifikatslehrgänge und kann dabei Angebote und Leistungen der THM nutzen.

Das Spektrum der Personengruppen, die Leistungen des HZW nutzen, ist groß. Es reicht vom Oberarzt bis zum Fleischer. Beispiele für Kooperationen sind die Zusam­menarbeit mit den Arbeitgeberverbänden der Personaldienstleister bei der Erar­beitung des bundesweit ersten akademischen Weiterbildungsangebots für diese Be­rufsgruppe oder mit der Rhön-Klinikum AG bei der Weiterbildung für Fachärzte. Als gemeinsame Initiative aller fünf hessischen Fachhochschulen entstand am HZW auch ein Master­studiengang für Methoden und Didaktik in den angewandten Wissenschaften.

700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet haben bislang Angebote des HZW wahrgenommen. Ebenso viele nutzen die Online-Plattform Moodle, die flexibles Lernen ermöglicht. „Wir müssen darauf eingehen, dass Unternehmen im­mer weniger bereit sind, Mitarbeiter für die Weiterbildung freizustellen“, so Vossebein.

Durch seine Forschungstätigkeit sorgt das HZW dafür, dass die speziellen Anforderun­gen an die Erwachsenenbildung künftig stärker berücksichtigt werden. In einem ge­meinsamen Großprojekt zusammen mit den Universitäten in Marburg und Gießen soll beispielsweise das Thema „Offene Hochschule“ behandelt werden. Das HZW verfügt derzeit über rund eine Million Euro Forschungsmittel für weiterbildungsnahe Projekte in der Beruflichen Bildung.

TH-Vizepräsident Prof. Axel Schumann (links) und HZW-Leiter Prof. Ulrich Vossebein mit dem Team des Weiterbildungszentrums

24.05.2011 
Quelle: Technische Hochschule Mittelhessen