Berufs- und Alltagspendler, die von einem der fünf mittelhessischen Kreise aus ihren Arbeitsweg antreten, können sich ab sofort kostenlos im Internet Mitfahrer suchen. Das Angebot spart Geld, schont die Umwelt und entlastet die Verkehrswege. Bereits im Oktober 2010 ging das hessische Pendlerportal online und wird nun durch einen benutzerfreundlichen regionalen Einstieg für die Mittelhessen ergänzt.

Unter www.pendlerportal-mittelhessen.de befindet sich eine übersichtliche Suchmaske. „Die Vermittlung von Angeboten und Gesuchen erfolgt kostenfrei, auch über die Landesgrenzen hinweg. Als Alternative erhalten die Nutzer die Verbindungen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln angezeigt“, erklärt Heike Mühlhans vom Integrierten Verkehrs- und Mobilitätsmanagement (ivm) Region Frankfurt RheinMain die Funktionsweise. Die ivm als Anbieter des hessischen Pendlerportals ist auch für das Management der neuen mittelhessischen Portale zuständig und hat Kooperationsvereinbarungen mit dem mittelhessischen Regionalmanagementverein geschlossen.

Wilfried Schmied, Vorsitzender von MitteHessen, betont die Notwendigkeit des Pendlerportals: „Mehr als die Hälfte der gut eine Million Pendler in Hessen benutzen das Auto, die meisten davon sind alleine unterwegs. In Mittelhessen pendeln rund 240.000 Berufstätige täglich von Ihrem Wohnort zu ihrer Arbeitsstelle. Dies sind rund 70 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Wohnort in Mittelhessen.“ Geschäftsführerin Beate Hammerla ergänzt: „Die gute Zusammenarbeit mit dem Land Hessen und den mittelhessischen Kreisen wird beim Pendlerportal deutlich. Wir freuen uns, gemeinsam diese nützliche Plattform für die mittelhessischen Bürgerinnen und Bürger anbieten zu können.“

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hat mit ca. 36 Prozent den höchsten Anteil in Mittelhessen. Die Pendleranteile der anderen mittelhessischen Landkreise betragen für den Vogelsbergkreis rund 32 Prozent, im Lahn-Dill-Kreis rund 31 Prozent, im Landkreis Gießen rund 27 Prozent und im Landkreis Limburg-Weilburg rund 22 Prozent.Laut der Infas-Studie „Mobilität in Deutschland 2008“ aus dem Jahr 2010 haben 61 Prozent der mittelhessischen Pendler keine oder nur eine schlechte öffentliche Nahverkehrsverbindung zwischen Wohnort und Arbeitsort. Hessenweit nutzen rund 68 Prozent den PKW für den Weg zur Arbeit und legen dabei rund 18 km zwischen Wohnort und Arbeitsort zurück.

Die Fahrgemeinschaftssuche im Pendlerportal ist für den Nutzer kostenfrei, einfach bedienbar und an die Bedürfnisse von regelmäßigen Pendlern angepasst. Die Auswahl von Start- und Zielort erfolgt je nach Belieben über die Eingabe von Postleitzahl, Orts- bzw. Stadtteil oder einfach und unkompliziert per Klick auf eine Karte. Sämtliche Mitfahrerparkplätze in Mittelhessen (aufgelistet unter www.pundm.hessen.de) sind in das Pendlerportal integriert. Bei der Darstellung der Suchergebnisse wird immer auch die alternative Verbindung mit Bus und Bahn angezeigt.

Sollte die Suche nach einer Fahrgemeinschaft zunächst nicht erfolgreich sein, ist die Einrichtung von kostenfreien Suchabonnements möglich. Am besten ist es jedoch, wenn möglichst viele Angebote zur Mitnahme eingestellt werden. Dadurch werden die Chancen, eine passende Fahrgemeinschaft zu finden, erhöht. Eine Registrierung ist dafür nicht notwendig. Die Datensicherheit wird gewährleistet, da die persönlichen Daten nicht öffentlich angezeigt werden. Über Verlinkungen oder eine Integration der Suchmaske in ihre Webseiten haben Kommunen und Betriebe die Möglichkeit, Ihren Bürgerinnen und Bürgern bzw. Ihren Beschäftigten das Pendlerportal als zusätzliches Mobilitätsangebot zur Verfügung zu stellen. Insbesondere für Betriebe ist die Fahrgemeinschaftsförderung ein gutes Instrument, um Flächen für Parkraum einzusparen und die Mobilitätskosten der Mitarbeiter zu senken.
Das internetgestützte Fahrgemeinschaftsvermittlungssystem Pendlerportal wurde in enger Zusammenarbeit mit kommunalen Partnern entwickelt und ist bereits in mehreren Bundesländern erfolgreich im Einsatz, so z.B. auch in Rheinland-Pfalz und in Niedersachsen.

30.04.2011 
Quelle: MitteHessen e. V.