Sieger des städtebaulichen Realisierungswettbewerbs zur Neuordnung der Fachhochschule Gießen-Friedberg am Standort Gießen ist das Büro Schneider + Schumacher Architekturgesellschaft mbH aus Frankfurt in Zusammenarbeit mit GTL Gnüchtel Triebswetter GbR aus Kassel für die Freiraumplanung. „Dieser Entwurf, der Grundlage für die Entwicklung einer vertiefenden Planung sein wird, bietet eine einzigartige Chance für die Fachhochschule Gießen-Friedberg, einen neuen identitätsstiftenden Campus zu entwickeln“, sagte der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Ingmar Jung, bei der Vorstellung der Wettbewerbsergebnisse in der Kongresshalle Gießen.
Charakteristisches Merkmal des Fachhochschulstandorts Gießen und gleichzeitig Herausforderung für die Teilnehmer des Wettbewerbs ist die Verteilung der Hochschuleinrichtungen auf vier verschiedene Campusbereiche, die sich zwischen Wieseck-Aue / Wieseck und Botanischem Garten befinden. 30 Architektur- und Stadtplanungs-/Städtebaubüros waren im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung zur Teilnahme aufgefordert. Nach umfassender Vorprüfung hat das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Zvonko Turkali (Frankfurt) unter 27 Entwürfen die Preisträger ausgewählt.

Das Preisgericht würdigte in seiner Begründung die für alle vier städtebaulichen Teilzonen außerordentlich hohen stadtbaukulturellen Qualitätsstandards. Neben einem schlüssigen Konzept für den Hauptcampus Wiesenstraße, das sowohl eine hohe Aufenthaltsqualität und Einbindung in den Stadtraum ermöglicht als auch die Raumanforderungen der Fachhochschule erfüllt, bieten die Preisträger hervorragende Ansätze für eine bessere Wahrnehmbarkeit der Fachhochschule mit ihren vier Campusbereichen und für deren Verknüpfung im Stadtgefüge.
„Der Siegerentwurf zeigt eine städtebauliche Vision, die uns eine hervorragende Entwicklungsperspektive für wettbewerbsfähige Lehre, Forschung und Weiterbildung bietet“, sagte Prof. Dr. Günther Grabatin, Präsident der Fachhochschule Gießen-Friedberg.

„Die Leitidee des Siegerentwurfs, ,In bester Nachbarschaft’, ist als einfühlsam und gelungen zu bewerten und drückt aus, dass Stadtgesellschaft und Hochschule untrennbar zusammengehören“, sagte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz. „Die Realisierung des Ergebnisses des städtebaulichen Wettbewerbs wird eine Aufwertung für die Universitätsstadt Gießen bedeuten.“

Mit Hilfe des Wettbewerbs sollen Leitlinien für eine städtebauliche und freiraumbezogene Neustrukturierung des Schwerpunkts an der Wiesenstraße entwickelt werden, verbunden mit einer räumlichen Vernetzung und gestalterischen Verknüpfung mit den drei kleineren Standorten. Ein wesentlicher nächster Baustein ist der geplante Neubau eines Labor- und Technologiezentrums (LTZ): An der Gutfleischstraße soll der Fachbereich Krankenhaus- und Medizintechnik, Umwelt- und Biotechnologie (KMUB) zusammengeführt werden, um weitere Restrukturierungen des bestehenden Campus zu ermöglichen.

Die Umstrukturierung der Fachhochschule Gießen-Friedberg am Standort Gießen ist ein zentraler Bestandteil des Hochschulinvestitionsprogramms HEUREKA. Mit diesem Programm investiert das Land bis 2020 insgesamt drei Milliarden Euro in die bauliche Infrastruktur der zwölf hessischen Universitäten, Fach- und Kunsthochschulen. Für die Fachhochschule Gießen-Friedberg stehen aus HEUREKA allein 100 Millionen Euro zur Verfügung. Außerdem erhält sie aus dem vom Land kofinanzierten Konjunkturprogramm II des Bundes für die energetische Sanierung von Gebäuden rund 8,4 Millionen Euro.

Die Wettbewerbsergebnisse sind vom 1. bis 7. November jeweils von 10 bis 18 Uhr in der Kulturhalle der Kongresshalle Gießen (Berliner Platz 2, 35390 Gießen) zu sehen. Weitere Informationen stehen auch auf der Projektwebsite des Architekturbüros ANP www.wb-fh-giessen-friedberg.de/pages/aktuelles.php, das im Auftrag des Hessischen Baumanagements den Wettbewerb koordiniert hat.

Die Preisträger des Städtebaulichen Realisierungswettbewerbs
1. Preis     Schneider + Schumacher Architektengesellschaft mbH, Frankfurt am Main und GTL Gnüchtel Triebwetter GbR, Kassel, Preissumme: 25.000 Euro
2. Preis     Nickel & Partner Architekten AG, München, Preissumme: 20.000 Euro
3. Preis     JSWD Architekten GmbH & Co. KG, Köln, Preissumme: 15.000 Euro
4. Preis     Raumzeit GmbH, Berlin, Preissumme: 10.000 Euro

 

01.11.2010 
Quelle: Hessisches Ministeriums für Wissenschaft und Kunst