200 offene Ausbildungsstellen stehen 210 unversorgten Bewerbern gegenüber - Zahl der Ausbildungsstellen und Zahl der Bewerber gestiegen

Die Gießener Arbeitsagentur zieht zum Abschluss des Berufsberatungsjahres 2009/2010 eine positive Bilanz. Auf dem mittelhessischen Ausbildungsmarkt hat sich die wirtschaftliche Situation im letzten Jahr nur sehr schwach ausgewirkt. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen und der gemeldeten Bewerber ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Berufsberater der Landkreise Wetterau, Vogelsberg und Gießen haben insgesamt 4.776 Bewerber versorgt. 

Eckart Schäfer Leiter der Agentur für Arbeit Gießen: „Der Anstieg bei den gemeldeten Ausbildungsstellen zeigt, dass die Arbeitgeber verstärkt auf die Ausbildung setzen, um den zukünftigen Mitarbeiterbedarf zu decken. Die gestiegene Bewerberzahl, bei einer gleichzeitig rückläufigen Schülerabgangszahl, führen wir auf den gestiegenen Informationsbedarf zurück. Vielen jungen Menschen ist klar, dass der Einstieg ins Berufsleben ein sehr wichtiger Schritt im Leben ist.“

Insgesamt meldeten Arbeitgeber von September 2009 bis Oktober im Agenturbezirk 3.003 Ausbildungsstellen. Damit stieg die Zahl der Stellen gegenüber dem Vorjahr um 212. Mit 2.791 Ausbildungsstellen lag die Zahl der gemeldeten Stellen bereits damals auf einem hohen Niveau.

Über 1.500 Stellen wurden im Dienstleistungsbereich und knapp 700 Stellen im Handwerk gemeldet. Aktuell sind noch 200 Ausbildungsstellen unbesetzt.
Seit September des Vorjahres haben sich im Gießener Bezirk der Agentur für Arbeit insgesamt 4.986 junge Menschen ausbildungsplatzsuchend gemeldet. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 264 Jugendliche.

Die Zahl derer, die in eine Berufsausbildung mündeten, ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Mit 2.664 neuen Ausbildungsanfängern hat sich die Zahl um 14,1 Prozent erhöht. Ein weiterer großer Anteil wechselte auf eine weiterführende Schule (637 Jugendliche) oder hat sich für die Aufnahme einer festen Beschäftigung entschieden (288). Der übrige Teil hat zu studieren begonnen, sich für „gemeinnützige Dienste“ (zum Beispiel Bund) entschieden, sowie ein berufsvorbereitendes Jahr oder Praktikum gestartet.

Bis zum Ende des Berechnungszeitraums blieben 210 junge Menschen noch unversorgt. Damit sank die Zahl der „unversorgten Bewerber“ gegenüber dem Vorjahr um 79.
In einer sogenannten Nachvermittlungs-Aktion haben diese Jugendlichen die Möglichkeit mit Arbeitgeber in Kontakt zu kommen und vielleicht doch noch eine Ausbildung in diesem Jahr beginnen. Dazu lädt die Arbeitsagentur Gießen am 01. November alle Jugendlichen ins BiZ (Berufsinformations-Zentrum) der Agentur für Arbeit Gießen, Nordanlage 60, ein.
Regional betrachtet hat sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt unterschiedlich entwickelt.

Im Kreis Gießen stieg die Zahl der Jugendlichen die nach einer Ausbildung suchten im Vergleich zum Vorjahr um 234 auf nun 2.304 Bewerber. Die Zahl der offenen Ausbildungsstellen erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 141 auf 1.715.

Im Landkreis Wetterau lag die Zahl der Ausbildungsplatzsuchenden Ende September bei 1.749 und damit 130 Bewerber mehr als im Vorjahresmonat. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen (ohne Bad Vilbel und Karben) erhöhte sich deutlich. Im genannten Zeitraum stieg die Zahl um 125 auf 847 Ausbildungsstellen.

Im Vogelsbergkreis hat die Zahl der Bewerber und der Ausbildungsstellen abgenommen. So fiel die Zahl der Bewerber um 36 gegenüber dem Vorjahresvergleich auf nun 1.182. Die Zahl der Ausbildungsstellen reduzierte sich im gleichen Zeitraum um 54 auf nun 441.

26.10.2010 
Quelle: Agentur für Arbeit