Pressemitteilung des DIHK

Mit dem diesjährigen BID-Award hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) den "Business Improvement District" (BID) Seltersweg in der Stadt Gießen ausgezeichnet.

Beim zweiten BID-Bundeskongress in Bochum würdigte die IHK-Organisation damit am heutigen Freitag die beste Unternehmensinitiative für eine lebendigere Innenstadt.

Das Thema ist wichtiger denn je, denn den meisten Kommunen fehlt seit Jahren das Geld, um ihre Straßen und Plätze attraktiv zu halten. Immer häufiger nehmen daher lokale Unternehmer das Heft selbst in die Hand, um Einkaufszonen oder Marktplätze aufzuwerten. Sie stemmen sich damit gegen eine drohende Verödung der Innenstädte und wollen durch höhere Attraktivität auch Kaufkraft in die Citys zurückzuholen.

"Wir begreifen die BIDs als einen wichtigen Ansatz für erfolgreiche, kooperative Stadtentwicklung", betont hierzu DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Damit das Engagement der Einzelhändler, Gastronomen, Dienstleister und Grundeigentümer jedoch nicht im Keime erstickt werde, dürften die Kommunen die örtliche Wirtschaft nicht noch zusätzlich belasten, etwa durch Erhöhungen der Hebesätze bei der Grund- und Gewerbesteuer oder höheren Hinzurechnungen von Mietkosten bei der Gewerbesteuer.

"Im Zuge der Neuordnung der Kommunalfinanzen müssen die Städte alles daran setzen, die Gewerbetreibenden in den Innenstädten zu halten", mahnt Wansleben.

Das aus den USA stammende Stadtentwicklungsmodell "BID" macht auch in Deutschland immer mehr Schule. Es sind lokale Unternehmensinitiativen, die Stadtquartiere durch neue Bänke, Straßenlaternen, Abfallbehälter oder sogar Umbauten im Straßenraum aufwerten. Ihr Ziel: die Fußgängerzonen und Marktplätze notleidender Citys attraktiver zu machen, um so den Einkaufszentren auf der grünen Wiese die Stirn zu bieten.

Die Unternehmen schließen sich beispielsweise in einem Stadtteil oder einer Einkaufszone für üblicherweise drei bis fünf Jahre zusammen und verpflichten sich, gemeinsam die Aufwertungsmaßnahmen für den Standort zu finanzieren.

Erfahrungen erfolgreicher BIDs zeigen: Die höhere Besucherfrequenz hebt die Umsätze in den Geschäften und lässt damit auch die Werte der Grundstücke steigen. Derzeit gibt es mehr als 80 BIDs oder Projekte in Anlehnung an BIDs und zwar in nahezu allen Bundesländern.

Die einzelnen Industrie- und Handelskammern befördern als Vertreter der regionalen Wirtschaft die BID-Diskussion vor Ort. Daneben setzen sie sich dafür ein, dass die Arbeit der BIDs in eigenen Landesgesetzen klar geregelt wird. "Wir versprechen uns davon viele weitere Initiativen", so Wansleben.

Informationen zum BID Seltersweg
Das BID-Seltersweg wurde 2006 gegründet und war damit das erste BID in einem deutschen Flächenstaat. Mit privatem Engagement und finanziellen Mitteln kümmern sich die Hauseigentümer eines BIDs um die Lebendigkeit und Attraktivität ihres Viertels. Im Seltersweg waren in den vergangenen vier Jahren die Stadtraum-Illumination und Fassadenbeleuchtung, die Buchsbaum-Allee, die Verhinderung von 1-Euro-Shops und die Ansiedlungserfolge um ein hochwertiges Einzelhandelsangebot sowie Sauberkeit und eine lebendige Veranstaltungskultur die Hauptanliegen. Auch die in diesem Jahr in Gießen begeistert angenommene Dino-Ausstellung basierte auf der Idee und Initiative des Selterswegs. Engagiert gemanagt und in bester Kooperation mit den weiteren Gießener BIDs Theaterpark, Katharinenviertel und Marktquartier und in Koordination mit der Stadt, der IHK Gießen-Friedberg, Heinze & Partner (Dortmund) und der Gießen-Marketing GmbH hat der Seltersweg Flagge gezeigt. Die Entwicklung zum "Boulevard der Marken als Einkaufsmeile Nr. 1 in Mittelhessen" wurde nun vom DIHK-Berlin in einem bundesdeutschen Wettbewerb mit dem "BID-Award 2010" gewürdigt. Das ist beste Motivation und Ansporn. Denn auch der Seltersweg weiß – gerade in Hinblick auf die Landesgartenschau 2014: "Es gibt noch viel zu tun – wir freuen uns darauf!"