Pressemitteilung der JLU vom 08.09.2010

Die Justus-Liebig-Universität Gießen hat sich mit Antragsskizzen in allen drei Förderlinien an der Exzellenzinitiative II des Bundes und der Länder beteiligt. Mit einer lebenswissenschaftlichen Graduiertenschule zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, einem natur- und lebenswissenschaftlichen Exzellenzcluster zur Förderung der Spitzenforschung und einem die gesamte Universität einbeziehenden Zukunftskonzept zum projektbezogenen Ausbau der universitären Spitzenforschung stellt sie sich der großen Konkurrenz in der nunmehr dritten Staffel in der zweiten Programmphase der Exzellenzinitiative. In der heutigen Senatssitzung informierte JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee die Mitglieder des Gremiums über die Antragsskizzen, die am 1. September 2010 bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingereicht wurden.

Graduiertenschule GKAL – Knowledge to Application in the Life Sciences
In der GKAL soll die Grundlagenforschung gefördert, aber gleichzeitig vermittelt werden, wie die Ergebnisse für die Praxis umgesetzt werden können. Es kommt den Beteiligten aus allen lebenswissenschaftlichen Fachbereichen der JLU (Fachbereiche 08,09,10 und 11) nicht nur darauf an, strukturelle und funktionelle Aspekte der Lebensprozesse zu verstehen, sondern auch darauf, wie die gewonnenen Erkenntnisse für die Anwendung nutzbar gemacht werden können. Die GKAL setzt als Exzellenzeinrichtung auf die breit angelegten und Aktivitäten des Gießener Graduiertenzentrums Lebenswissenschaften (GGL) auf.

Exzellenzcluster Monitoring Life Through Mass Spectrometry (MoLMS)
(Koordinator: Prof. Dr. Bernhard Spengler; Institut für Anorganische und Analytische Chemie der JLU)
Ziel des Exzellenzclusters Monitoring Life Through Mass Spectrometry (MoLMS) ist die Methodenentwicklung zur Untersuchung molekularer Kommunikation und Wechselwirkung als grundlegende Lebensprinzipien. Der zentrale Forschungsbereich des Clusters umfasst die Erweiterung des Spektrums analytisch-sensorischer Methoden und der Möglichkeiten zur Aufklärung von Kommunikationsprozessen auf molekularer Ebene. Die Massenspektrometrie als derzeit auf diesem Gebiet vielseitigste und leistungsfähigste Methode wird dabei die Schlüsselrolle innerhalb des Clusters spielen.

Zukunftskonzept „Translating Science“
Die JLU beabsichtigt, zu einer international sichtbaren Modelluniversität für die Translation kultur- und lebenswissenschaftlicher Spitzenforschung zu werden. Sie entwickelt mit dem Zukunftskonzept eine integrative Leitidee und eine klare institutionelle Strategie, die auf Spitzenforschungsbereiche, forschungsorientierte Lehre und Graduiertenausbildung, Internationalisierung und interinstitutionelle Kooperationen bezogen werden. Ebenso werden ausgewiesene Strukturen in der Hochschulsteuerung und im Change Management weiter professionalisiert – entlang den seit den 1990er Jahren konsequent entwickelten Reformen.

Zum Stichtag 1. September 2010 hat die JLU darüber hinaus verbindliche Absichtserklärungen vorgelegt, zwei Fortsetzungsanträge für Einrichtungen zu stellen, die bereits seit dem Jahr 2006 im Rahmen der Exzellenzinitiative I gefördert werden: das International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), eine kulturwissenschaftliche Graduiertenschule, und für das Excellence Cluster Cardio-Pulmonary System (ECCPS). Das medizinische Cluster wird als Kooperationsprojekt mit der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, dem Max-Planck-Institut (MPI) Bad Nauheim und der Kerckhoff-Klinik GmbH ebenfalls seit 2006 gefördert.