Pressemitteilung der FH Gießen-Friedberg

Auf einem Forschungstag an der Fachhochschule Gießen-Friedberg zogen die Wissenschaftler des Schwerpunkts „Biomedizinische Technik – Bioengineering & Imaging“ eine Zwischenbilanz ihrer Arbeit. Mit dem Projekt waren die FH und die Universität Marburg im Sommer 2008 im Rahmen der „Landesoffensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE)“ erfolgreich gewesen. Aus diesem Programm erhält der LOEWE-Schwerpunkt bis 2011 insgesamt 4,25 Millionen Euro.

Neben den Hochschulpräsidien, Professoren, Mitarbeitern und Studierenden besuchten zahlreiche Kooperationspartner aus Wissenschaft und Industrie die Präsentation der über 60 Poster. Vom  Beirat des LOEWE-Schwerpunktes informierten sich Dr. Norbert Gerbsch (Geschäftsführer Biotechnologie des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie), Dr. Peter Geigle (Direktor der CellMed AG, Alzenau)  und  Prof. Dr. Jochen Maas (Head of Sanofi-Aventis Frankfurt) auf dem Forschungstag.

Ziel der Arbeiten ist die anwendungsorientierte Entwicklung von zulassungsfähigen Technologien für die zellbasierte und nanopartikelbasierte Therapie zum Beispiel entzündlicher Krankheiten der Lunge oder der Haut. Auch die Entwicklung von Verfahren zur Herstellung zellbasierter Arzneiformen, mit denen cerebrale Erkrankungen behandelt werden, gehört zu dem Forschungsvorhaben. Mit Hilfe moderner bildgebender Verfahren wollen die Gießener Wissenschaftler den Transport von Wirkstoffen kontrollieren und optimieren.

Prof. Dr. Peter Czermak, Sprecher des LOEWE-Schwerpunkts, machte auf dem Forschungstag deutlich, dass die Landesförderung zu einer erheblichen Stärkung des Forschungspotentials geführt hat. In den am Projekt beteiligten FH-Instituten für Biopharmazeutische Technologie sowie für Medizinische Physik und Strahlenschutz sind mittlerweile etwa 50 Mitarbeiter beschäftigt. Zwei Promotionsvorhaben sind bereits abgeschlossen, zwölf weitere laufen zurzeit. Eine ganze Reihe neuer Forschungsprojekte konnten die Wissenschaftler akquirieren. Die technische Infrastruktur wurde entscheidend verbessert. So stehen zum Beispiel ein Weitfeld-Fluoreszenzmikroskop und ein konfokales Lasermikroskop im Wert von zusammen 500.000 Euro zur Verfügung. Das 2008 gegründete Kompetenzzentrum Biotechnologie und Biomedizinische Physik hat bis heute zwölf Forschungsprojekte mit einer Gesamtfördersumme von 1,7 Millionen Euro eingeworben.

Auch für die Lehre zieht Czermak eine positive Zwischenbilanz. Zusätzliche Industriekooperationen eröffneten den Studentinnen und Studenten neue Möglichkeiten für Praktika und Abschlussarbeiten. Demnächst solle ein Promotionsstudiengang starten, und gemeinsame Studiengänge mit der Universität Marburg seien ebenfalls in Planung.

Neben Czermak sind an dem LOEWE-Projekt die FH-Professoren Dr. Martin Fiebich, Dr. Frank Runkel und Dr. Klemens Zink beteiligt. Partner auf dem Gebiet der klinischen Untersuchung ist Prof. Dr. Johannes Heverhagen vom Zentrum für Radiologie der Universität Marburg. Die beiden Hochschulen wollen im kommenden Jahr die Verlängerung des Projekts bis 2013 beantragen.