Pressemitteilung von MitteHessen e. V.

Am 18. Dezember 2009 gründete der Regionalmanagementverein MitteHessen in Gießen das "Netzwerk Wirtschaft Mittelhessen". Mit dem neuen Gremium, zu dessen Etablierung über 60 Vertreter von Unternehmen, Wissenschaft und Politik gekommen waren, sollen die Mitglieder von MitteHessen noch stärker in die wirtschaftsrelevante Arbeit des Vereins einbezogen werden.

Information, Vernetzung und Projektschmiede
Rainer Noll, Geschäftsführer der Licher Privatbrauerei und als Vorstand Vertreter der über 60 Mitglieds-Unternehmen im Verein stellte bei seiner Eröffnung das Ziel des neuen Netzwerks dar: "Wir wollen die positive wirtschaftliche Entwicklung des Standorts Mittelhessen begleiten und unterstützen". Regierungspräsident a.D. Wilfried Schmied, Vorsitzender von MitteHessen ergänzte, dass dies durch die Einbindung aller relevanter Gruppen in Mittelhessen erreicht werden solle: "Neben den kommunalen Wirtschaftsförderungen haben wir auch die bestehenden Cluster-Initiativen und die Vertreter der aus Mitteln der ländlichen Entwicklung geförderten Gebiete eingeladen. Heute wollen wir informieren, vernetzen und neue Projekte anstoßen", so Schmied.

"Hier in Mittelhessen wird Wissen in Wirtschaft umgesetzt!"
Barbara Bahadori vom Referat Regionalanalyse der Helaba machte den Anfang mit einer fundierten externen Sicht auf Mittelhessen: "Die Region hat zwei Standbeine: Bildung und Forschung sowie das produzierende Gewerbe" erläuterte die Mitarbeiterin der Abteilung Volkswirtschaft/Research der Landesbank Hessen-Thüringen. "Und das Gute ist: Hier wird Wissen in Wirtschaft umgesetzt" belegte Bahadori den lebendigen Wissenstransfer in Mittelhessen mit einem überdurchschnittlichen Anteil bei neuen Gewerbeanmeldungen. "Die Mischung zwischen Innovation und Tradition ist in der Region nicht nur ein Schlagwort, sondern sie funktioniert nachweislich!"

Der Vernetzung diente die Vorstellung zweier mittelhessischer Clusterinitiativen: Dr. Andreas Weißflog vom Cluster timm (Technologie und Innovationsregion Medizinregion Mittelhessen) konnte über die positive Entwicklung der 2007 eröffneten Einrichtung berichten: "Ein Beispiel ist MATAM, die Marburger Atemantwort-Messung, die aus der Zusammenarbeit zwischen der FH Gießen-Friedberg und mehreren Unternehmen entstanden ist. Mit diesem Projekt konnte der zweite Platz des Hessischen Kooperationspreises gewonnen werden", so der Clustermanager Auch der Zuspruch weiterer Unternehmen aus der Zukunftsbranche Meizintechnik, die bei timm Mitglied werden können, sei positiv.

Das zweite Cluster richtet sich an die vielen potentiellen Unternehmer: Das ECM (Entrepreneurship-Cluster Mittelhessen) ist an allen drei Hochschulen angesiedelt und soll dort die Angst vor Gründungsaktivitäten nehmen: Studierende und wissenschaftliche Mitarbeiter werden so sensibilisiert und geschult, Existenzgründer zu werden und so die Potentiale der beiden Universitäten und der Fachhochschule regional auszudehnen. "Und da machen nicht nur BWLer mit", wie Prof. Dr. Rüdiger Kabst, wissenschaftlicher Projektverantwortlicher von der Justus-Liebig-Universität Gießen stolz berichtete.

Zukunftsfelder: Logistik und Fachkräfte
Den Schluss bildeten zwei eigene Projekte des Regionalmanagements: Dr. Matthias Leder und Harald Metzger standen Rede und Antwort für das zu gründende Logistik-Cluster Mittelhessen. Hier hat das hessische Wirtschaftsministerium eine Förderung in Aussicht gestellt. "Wir haben gute Flächen, aber sie sind in der Logistikwelt noch unbekannt. Und den bestehenden Unternehmen können wir konkreten Nutzen anbieten" umriss Metzger vom Regierungspräsidium Gießen die Herangehensweise. "Und um uns bekannter zu machen, denken wir über einen Besuch der Fachmessen nach - auch international", erläuterte Dr. Leder, ehrenamtlicher Geschäftsführer von MitteHessen. Wie das Logistikcluster waren auch die Aktivitäten im Bereich Fachkräftemarketing, die von Burghard Loewe und Jens Ihle vorgestellt wurden, noch Zukunftsmusik: "Der Wettbewerb um die besten Köpfe ist bereits im vollen Gange: Wir brauchen laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in den nächsten 12 Jahren 890.000 Ingenieure in Deutschland", konkretisierte Loewe, Geschäftsführer der IHK Lahn-Dill. "Dem stehen jedoch pro Jahr derzeit nur rund 45.000 Absolventen gegenüber". Jens Ihle ergänzte: "Hier kommt es für die mittelhessischen Unternehmer darauf an, bekannt und attraktiv zu sein. Wir möchten dabei helfen!", so Ihle, der Regionalmanager von MitteHessen e.V, der eine intelligenten Mix aus Regionalmarketing und Arbeitgebermarkenbildung (Employer Branding) dagegen setzen will.
Die Mitglieder des Vereins hatten zum Schluss die Gelegenheit, sich an den neuen Aktivitäten zu beteiligen und nahmen dies rege wahr. "Wer mitmachen will, ist herzlich willkommen", resümierte Wilfried Schmied, der alle einlud, zusammenzuarbeiten: "Auch neue Mitglieder können einen Nutzen aus unseren Aktivitäten ziehen", war sich Schmied sicher, der das Motto der Region "Wo Ideen Wirklichkeit werden" als gemeinsame Perspektive des neu gegründeten Netzwerks Wirtschaft, das zweimal jährlich tagen soll, ausgab.

Weitere Informationen unter www.region-mittelhessen.de