Pressemitteilung der FH Gießen-Friedberg

Als Partner im Projekt „PneumoGRID“ erhält die Fachhochschule Gießen-Friedberg vom Bundesministerium für Bildung und Forschung Mittel in Höhe von 240.000 Euro. Ziel des Vorhabens ist es, Computerdienste zu entwickeln und marktfähig zu machen, die zur Diagnose und Behandlungsunterstützung von Lungenerkrankungen geeignet sind. Dabei arbeiten Ärzte, Physiker, Informatiker, Ingenieure und Unternehmen aus der Medizintechnik zusammen. Die Forschungsergebnisse sollen insbesondere Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung zugute kommen. Diese Krankheit entsteht durch entzündete und dauerhaft verengte Atemwege. Im Gegensatz zum Asthma lässt sich diese Verengung durch Medikamente nur teilweise bessern.

Neben der statischen Lungenfunktionsanalyse sollen in dem Projekt neuartige bildgebende Methoden zur Messung der dynamischen Lungenbelüftung entwickelt werden. Die Verfahren benötigen eine hohe Rechenleistung, die zum Beispiel bei niedergelassenen Ärzten nicht vorhanden ist. Dieses Problem soll durch Grid-Computing gelöst werden, eine Technik, bei der ein „virtueller Supercomputer“ durch lose gekoppelte dezentrale Rechner erzeugt wird und die bislang zum Beispiel bei der Berechnung von Wettervorhersagen genutzt wird.

Im Rahmen von PneumoGRID soll den Nutzern außerdem eine Referenzdatenbank angeboten werden, die es ermöglicht, die jeweils aktuellen Lungenfunktionsmessungen zu klassifizieren und zu beurteilen. Schließlich sollen durch das Projekt multizentrische klinische Studien zur Lungenbelüftung informationstechnisch unterstützt werden. Dazu gehören zum Beispiel Dienste zum Datenmanagement und zur statistischen Auswertung.

An der FH Gießen-Friedberg sind die Professoren Dr. Martin Fiebich und Dr. Volker Groß sowie David Jany (Institut für Medizinische Physik und Strahlenschutz) beteiligt. Sie werden ihre Arbeit auf die Methoden zur Visualisierung der Lungenbelüftung und die Analyse der räumlichen Verteilung der Lungengeräuschintensität konzentrieren.

Neben der FH sind an dem Projekt die Universität Marburg, die Berliner Charité, das Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik, die Gießener Technologietransfergesellschaft TransMit und verschiedene Medizintechnikunternehmen beteiligt. Das finanzielle Gesamtvolumen des Forschungsvorhabens liegt bei 2,1 Millionen Euro. Das Projekt soll 2011 abgeschlossen sein.