Pressemitteilung der IHK Gießen-Friedberg

Konjunkturprogramme haben derzeit Hochkonjunktur

Aus aktuellem Anlass kamen die Exportleiter des IHK-Verbundes Mittelhessen zum Thema „Chancen in der Krise nutzen – Die Konjunkturprogramme weltweit“ zusammen. Andreas Dirk, Exportleiter bei der Gießener Firma Werth Messtechnik GmbH und Gastgeber des Treffens, berichtete zu den Exportstrategien und -erfahrungen seines Hauses. Martin Kalhöfer, Senior Manager bei Germany Trade and Invest – Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH (GTAI) aus Köln hielt den thematischen Fachvortrag.

Konjunkturprogramme weltweit
Konjunkturprogramme haben angesichts der weltweiten Krise derzeit Hochkonjunktur, um die Volkswirtschaften rund um den Globus wieder anzukurbeln. Kalhöfer stellte fest, dass weltweit der Schwerpunkt auf der Infrastruktur liegt. Bedarfe ergeben sich bei den Verkehrsnetzen, Energie, Wasser, Gesundheitswesen. Deutsches Know-How sei insbesondere dann gefragt, wenn die Programme neue Märkte und Technologien antreiben sollen, wie bei der Energieeffizienz, der Medizintechnik oder im Kfz-Bereich.

Martin Kalhöfer berichtete: „In der größten Volkswirtschaft der Welt, den USA, bietet das ambitiöse Konjunkturprogramm von Präsident Obama deutschen Unternehmen trotz einiger Buy-American-Klauseln interessante Beteiligungschancen. Der Blick sollte aber auch auf andere Länder, die nicht unmittelbar im Fokus deutscher Exporteure stehen, gerichtet werden. Dies sind beispielsweise Kanada, Mexiko, Taiwan, Singapur, Hongkong, Kasachstan, Tschechien, Saudi-Arabien, Südafrika oder Katar.“

In China wurde im November 2008 ein Konjunkturpaket von rund 445 Mrd. Euro angekündigt. Etwa die Hälfte der Mittel fließt in Infrastrukturprojekte. Oft handelt es sich um bereits geplante Projekte, die vorgezogen werden. Kalhöfer: „Mit diesen Programmen haben auch deutsche Mittelständler in den derzeit wirtschaftlich schwierigen Zeiten gute Chancen, neue Märkte zu erschließen und können somit gestärkt aus der Wirtschaftskrise hervorgehen. Für über 60 Länder bieten wir bei der GTAI ständig aktualisierte Daten sowie konkrete Hinweise auf ausschreibende Stellen.“

Messtechnik „Made in Gießen“
Andreas Dirk fasste in einer anschaulichen Präsentation und einem Betriebsrundgang die Meilensteine in der über 50-jährigen Firmengeschichte zusammen. Der Unternehmenssitz befindet sich in Gießen, in einer Region mit langer Tradition im Bereich der feinmechanisch-optischen Industrie. Besonders beeindruckt waren die Exportleiter von den 3D-Koordinaten Messgeräten, welche mit verschiedensten Sensoren ausgestattet sein können, um je nach Messaufgabe die richtige Lösung zu liefern. Großes Interesse fanden die Geräte mit Röntgen Sensorik (Computertomografie), die sogar das Innere von Bauteilen ohne Zerstörung messen können. Andreas Dirk: „Wir kommen immer ins Spiel, wenn der Kunde eine allumfassende messtechnische Lösung sucht. Im Bereich der Multisensor-Koordinatenmesstechnik sind wir heute weltweit führend.“ Die Anwendungsgebiete reichen von der Medizintechnik über Telekommunikationstechnik bis zur Automobilindustrie. „Insofern leiden wir auch nicht so sehr unter Abschottungstendenzen wie den Buy Chinese-Klauseln“, so Dirk weiter. Gerade bei den Investitionen in dem dortigen Hochschul- und Forschungsbereich sei man auf die innovativen deutschen Produkte angewiesen.

Die Teilnehmer der Sitzung waren sich einig, dass neue Geschäftschancen vor allem von der eigenen Wettbewerbsfähigkeit abhängen. Hier könnte der deutsche Mittelstand sich im europäischen Vergleich sehen lassen und aus der Krise sogar noch mit verbesserter Marktposition hervorgehen. Es gäbe viele Ansätze, dass die heimische Wirtschaft nicht nur in Industriestaaten wie die USA, Frankreich, Spanien oder, sondern auch in Schwellen- und Entwicklungsländer von den enormen Summen profitiert. Die mittelhessischen Exportleiter waren sehr daran interessiert, die Auswertungen der GTAI zu den weltweit aufgelegten Konjunkturprogramme und sonstigen Expansionsplänen zu erhalten. Bereits in der Diskussion wurden einzelne Programme und Staaten im Erfahrungsaustausch bewertet. Weitere Informationen: www.exportleiter-mittelhessen.de.


 

Vor einem 3D-Koordinaten-Messgerät v.l. Martin Kalhöfer,  Andreas Dirk und Robert Malzacher