Pressemitteilung der Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg

Speditions- und Transportbranche mit dem Rücken an der Wand -
IHK-Blitzumfrage zur Mauterhöhung mit deutlichem Ergebnis

Mauterhöhung, Kostensteigerungen durch neue EU-Sozialvorschriften und nicht zuletzt die momentan schwierige Wirtschaftslage stellen gerade für mittelständische Unternehmen im Transportgewerbe eine Existenzbedrohung dar. Die drastische Mauterhöhung zu Beginn des Jahres, insbesondere für Euro-3-Fahrzeuge, die damit zusätzlich einem Wertverfall von 30 bis 50 Prozent unterliegen, könnte für viele kleinere Transportunternehmer der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Gießen-Friedberg wollte es genau wissen und stellte den 250 größten Mitgliedsunternehmen aus der Branche Fragen zur Straßenbenutzungsgebühr und zur momentanen Lage.

Das Ergebnis ist eindeutig. So gaben zwei Drittel der Befragten an, die zusätzlichen Mautkosten nicht in jedem Fall weiterreichen zu können. 80 Prozent hiervon waren sogenannte klein- und mittelständige Unternehmen. Auch bei der Frage nach dem Transportaufkommen im ersten Halbjahr 2009 rechnen zwei Drittel der kleineren Unternehmen mit Verlusten von bis zu 20 Prozent. Größere Betriebe rechnen mit einem Transportdefizit von 30 Prozent und mehr.

Der zunehmende Kostendruck hat Konsequenzen für alle Unternehmen in allen Betriebsgrößenklassen. Zwei Drittel aller Befragten gibt an, Fahrzeuge im laufenden Jahr still zu legen. Konsequenz aus den Stilllegungen sind Fahrerentlassungen. Die Frage nach Investitionen in neue Fahrzeuge für das Jahr 2009 spiegelt die wirtschaftliche Lage der Unternehmen wider. Nur ein Drittel der Befragten will für neue – mautbegünstigte - Euro-5-Fahrzeuge Geld in die Hand nehmen. Hier ist es so, dass die Bereitwilligkeit zur Neuanschaffung mit der Größe des Unternehmens steigt.

In der angespannten wirtschaftlichen Lage ist die Mauterhöhung für alle Spediteure und Logistiker eine immense zusätzliche Belastung, die vom Unternehmen und letztlich vom Endkunden getragen werden muss. Den Unternehmen bleibt daher nur, weitsichtig und umfassend ihren Fuhrpark den Gegebenheiten anzupassen. Den Kunden muss vermittelt werden, die Maut als unausweichlichen Kostenbestandteil eines LKW-Transports zu sehen.

Entlastungen für das Speditionsgewerbe sind nicht in Sicht. Das Gegenteil ist der Fall. Nach dem Willen des Europäischen Parlaments sollen künftig auch Kosten durch Staus, Lärm und Luftverschmutzung bei der Berechnung der LKW-Maut berücksichtigt werden. Kritiker befürchten: Wenn die sogenannte Stau-Maut kommt, bedeutet das für viele Unternehmen der Branche das Ende.