Pressemitteilung der Stadt Gießen

Das LOS Projekt „Existenzgründung und Wirtschaftssprache für TeilnehmerInnen mit türkischer Muttersprache“ startete am 1. Februar 2008. Der Trägerverbund Gießener Nordstadt e. V. hatte das Projekt in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Gießen initiiert. Das Workshop- und Beratungsangebot richtete sich an Existenzgründer aus der Nordstadt mit türkischer Muttersprache. Neu an dem Projektkonzept war die Aufteilung in drei Module: einen zweisprachigen Existenzgründer-Workshop, einen Sprachkurs für Wirtschaftssprache türkisch und deutsch, sowie die Möglichkeit, eine Einzelberatung für die Gründungsphase in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus wurde die Teilnahme an zwei praxisbezogenen Vorträgen angeboten.

Insgesamt acht Existenzgründer nahmen das Angebot wahr. Die Gründerworkshops wurden geleitet von der Unternehmensberaterin Claudia Winkler. Sie vermittelte den Teilnehmern alles Wissenswerte über Marketing, Vertrieb, Standortfragen und Organisation. Natürlich waren auch die kaufmännischen Grundlagen ein zentrales Thema. Großer Wert wurde bei der Vermittlung von Gründerwissen darauf gelegt, den Bezug zu den individuellen Gründungsvorhaben herzustellen. Eine Teilnehmerin, die ein Handelsunternehmen gründen möchte, freute sich insbesondere über die einfache Strukturierung des Workshops und darüber, dass „keine Frage offen blieb“.

Während des mehrtägigen Workshops stand Nayhan Özdemir, M.A. Turkologin für die richtige Übersetzung und Interpretation der betriebswirtschaftlichen Begriffe in die türkische Sprache zur Verfügung. Dieses war wichtig, da die Deutschkenntnisse der Teilnehmer sehr unterschiedlich waren. Ergänzend zum Gründungsworkshop führte Frau Özdemir einen Sprachkurs „Wirtschaftssprache deutsch und türkisch“ durch und verfestigte damit das notwendige betriebswirtschaftliche Vokabular und Sprachwissen. Im Anschluss an den Existenzgründungsworkshop hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, in individuellen Beratungsgesprächen mit der Unternehmensberaterin an Ihrem Gründungsprojekt zu arbeiten und persönliche Fragen zur Gründung, zu den Risiken oder zur Vorgehensweise zu klären.

Die Teilnehmer waren von dem Konzept des Projekts begeistert. Zwei von ihnen werden unmittelbar gründen, fünf weitere haben ihre Pläne soweit vervollständigt, dass eine Gründung im nächsten halben Jahr realistisch erscheint. Ralf Volgmann vom Trägerverbund der Gießener Nordstadt e. V.: „Die Zusammenarbeit der städtischen Wirtschaftsförderung mit der Unternehmensberaterin Frau Winkler war, wie schon in einigen anderen Projekten, wieder sehr positiv“. Petra Stuhlmann, Wirtschaftsförderung Gießen, ergänzt, dass sie sich wünsche, weiterhin Pilot-Projekte wie dieses durchführen zu können. „Das Förderprogrammprogramm LOS hat neue Partnerschaften zwischen Verwaltung und lokalen Akteuren begründet und viele neue Ideen freigesetzt“, so ihre Einschätzung.
Am Freitag wurden die Teilnahmebestätigungen überreicht. Fazit der Teilnehmer: Ein erfolgreiches Projekt und eine gute Basis um eine Existenzgründung zu beginnen.