Dialog von Medizinwirtschaft und Wissenschaft für neue Projekte
Oberbürgermeister Haumann hatte zum Branchengespräch an die Lahn eingeladen


Dass Gießen ein exzellenter Medizinwirtschaftsstandort ist, wurde gleich zu Beginn der Veranstaltung deutlich. Schnell sprach sich herum, dass wenige Stunden zuvor das Forschungsprojekt „Biomedizinische Technik“ an der FH Gießen-Friedberg 3,6 Mio. Euro aus dem LOEWE-Programm bewilligt bekommen hatte. Oberbürgermeister Haumann gratulierte den anwesenden Professoren Czermak, Zink und Runkel für das gesamte Team. Haumann, der vor einem Jahr zum ersten Mal zu einem „Kamingespräch“ eingeladen hatte, betonte, dass er Unternehmerinnen und Unternehmer der Medizinwirtschaft anregen wolle, Kontakte zu knüpfen, um gemeinsame Projekte zu initiieren und die vorhandenen Möglichkeiten der Region besser nutzbar zu machen. „Auch oder vielleicht gerade in einer Zeit elektronischer Kommunikation ist der persönliche Kontakt zwischen Menschen wichtig. Nutzen sie die Möglichkeiten, andere Unternehmen kennenzulernen und von interessanten Forschungsprojekten zu profitieren“, so Haumann bei seiner Begrüßung.

Bei der von der Wirtschaftsförderung der Stadt Gießen organisierten Veranstaltung tauschten sich Vertreter großer Unternehmen, eingesessener Familienunternehmen, junge Existenzgründer und Wissenschaftler in angenehmer Atmosphäre aus. Allen gemeinsam war das Interesse, Berührungspunkte und neue Möglichkeiten der Kooperation zu finden.

Das Branchengespräch sollte auch über neue Angebote in der Region informieren. Dr. Weißflog stellte die Arbeit des Clustermanagements „timm“ vor und zeigte auf, welche konkreten Dienstleistungen und Projekte für Unternehmen interessant sind. Als Projektmanager des Kooperationsnetzwerkes „timm“ setzt sich Dr. Weißflog besonders für Innovationen und für die Förderung kooperativer Projekte ein. Eine weitere Aktivität zur Stärkung der Medizinwirtschaft in der Region Gießen ist das Weiterbildungsnetzwerk für Medizinwirtschaft, das im Rahmen der Qualifizierungsoffensive Mittelhessen angestoßen wurde. Frank Roth (Frank Roth Health Care Consulting) berichtete über zwei Workshops, die bereits stattgefunden haben und stellte hierbei insbesondere den Nutzen heraus, den Unternehmen hieraus ziehen können.

Professor Seipp berichtete über erfolgreiche Beispiele von Kooperationsprojekten zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, wobei die erhebliche untersuchungstechnische Infrastruktur der FH Gießen-Friedberg auch für kleine und mittelständische Firmen genutzt werden konnte. Beispielhaft nannte er ein aktuelles Projekt im Bereich "Reinraumtechnik von Operationsräumen", das, durch acht interessierte Firmen getragen, ohne öffentliche Zuschüsse gebaut wird. Professor Czermak, geschäftsführender Direktor des FH-Instituts für Biopharmazeutische Technologie erläuterte, dass die Leitidee des geförderten LOEWE-Projektes die Verknüpfung der biopharmazeutischen Verfahrensentwicklung mit den physikalischen Möglichkeiten der Bildgebung sei. Anwendungsmöglichkeiten ergeben sich insbesondere für die Prozessentwicklung für zellbasierte und nanopartikuläre Produkte z.B. im Bereich der Therapie von Schlaganfallpatienten und bei entzündlichen Krankheiten der Lunge oder der Haut.

Die Leiterin der Wirtschaftsförderung Gießen, Sabine Wilcken-Görich, dankte den Referenten, die in kurzer und prägnanter Weise neugierig gemacht hätten. Nun komme es darauf an, die Angebote aktiv zu nutzen. Alle waren sich einig: Ein gelungener Abend, der auf jeden Fall wiederholt werden sollte. Dies sicherte Oberbürgermeister Haumann zu, denn dies sei auch für ihn eine Möglichkeit, die Entwicklung der Medizinwirtschaft besser zu unterstützen und weitere Arbeitsplätze zu schaffen.
Weitere Informationen sind erhältlich bei der Wirtschaftsförderung Gießen, Sabine Wilcken-Görich, Tel. 0641 306-1057 oder wirtschaftsfoerderung@giessen.de

Dr. A. Weißflog

Frank Roth