Neubaugebiete

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Der Natur gehen in Deutschland täglich über 120 Hektar Fläche durch Überbauung für Verkehrs- und Siedlungsflächen verloren. Dies ist ungefähr die Fläche von 163 Fußballfeldern. Mit der Bebauung verlieren Pflanzen und Tiere ihre Lebensräume. Durch Versiegelung wird der Boden von der Durchfeuchtung mit Regenwasser abgeschnitten. Hier kann sich kein Grundwasser mehr bilden. Bei großflächig bebauten Bereichen sinkt der Grundwasserstand deutlich ab. Eine weitere Folge ist häufig eine spürbare Veränderung des stadteigenen Klimas, das sich durch höhere Temperaturen und trockenere Luft negativ bemerkbar macht.

Diese Auswirkungen betreffen auch die Stadt Gießen. Auch hier entstehen neue Siedlungsgebiete wie z. B. aktuell an der Marburger Straße oder im Bereich Schlangenzahl. Mit der Bebauung ändert sich zwangsläufig das Landschaftsbild: Felder, Wiesen und Bäume weichen Wohnhäusern, Parkplätzen und Straßen.
Es ist daher erforderlich, dass für den Erhalt einer lebenswerten Stadt die Eingriffe in den Naturhaushalt zumindest teilweise durch eine neue Grüngestaltung des Baugebietes ausgeglichen werden. 

Das Baugesetzbuch sieht vor, dass bei der Aufstellung von Bebauungsplänen Ausgleichsmaßnahmen für die geplanten Eingriffe in Natur und Landschaft festgesetzt werden können. Dazu gehört das Anpflanzen von Bäumen und Sträuchern. Dies kann auf den Baugrundstücken selber oder an anderer Stelle geschehen. Zweckmäßigerweise sehen die meisten Bebauungspläne beide Möglichkeiten vor. Damit wird nicht nur der Eingriff in den Naturhaushalt gemindert, vielmehr wird gleichzeitig auch das Straßen- und Stadtbild verschönert. Für die Anwohner bedeutet eine schöne Grüngestaltung auch ihrer Gärten vor allem eine Aufwertung ihres Wohnumfeldes.

Beginn der Bauarbeiten im Neubaugebiet Schlangenzahl

Zerstörung eines alten Streuobstbestandes im Neubaugebiet Marburger Straße

Neubaugebiet Marburger Straße