Voller Energie, erwartungsvoll und wissbegierig nahm Fritz Winter 1927 sein Studium am Staatlichen Bauhaus in Dessau auf.
Als begabter Schüler von Klee und Kandinsky, naturwissenschaftlich in den Vorkursen von Albers geschult und in der Theatergruppe von Schlemmer mit körperlichen Ausdrucksformen konfrontiert, erhielt Winter eine Basis, von der aus er bald die Avantgarde der modernen Kunst erreichen sollte. Die Freundschaften und künstlerischen Dialoge mit Klee, Kirchner und Gabo zu Beginn der 30er Jahre trugen zur Festigung seiner abstrakten Formfindungen bei.
Kaum hatte Winter seine Lehrtätigkeit an der Pädagogischen Akademie in Halle an der Saale aufgenommen, versperrte ihm die kulturelle Absurdität der »braunen« Machthaber durch Amtsenthebung und Berufsverbot den Fortgang seines künstlerischen Aufstiegs. Isolation, Krieg, Verwundungen und Gefangenschaft konnten den Schaffensdrang Winters nicht brechen. Mit dem zeichnerischen Tagebuch der Feldskizzen und den »Triebkräften der Erde« schloss Winter die ihm auferzwungene Kluft.
ZEN 49 steht stellvertretend für den künstlerischen Neubeginn. Winter war als Gründungsmitglied mit den einsetzenden 50er Jahren eine Nahtstelle für die Erneuerung der einst verlorenen Triumphe der Abstraktion. Neben dem vorherrschenden Medium der Malerei erlangte die Graphik Winters einen ersten Höhepunkt.
Mit der Übertragung der malerischen Elemente seiner Bildfindungen in das Medium der Drucktechnik und der gleichzeitigen Übersetzung graphischer Gefüge in die Malerei, formte Winter eine konsequente Parallele, die in der gezeigten Ausstellung auf eindrucksvolle Weise nachempfunden werden kann. (Andreas Schnieder)

Das aktualisierte, vollständige Werkverzeichnis des druckgrafischen Werkes von Fritz Winter ist zum Preis von 25 € erhältlich.

Bild Winter 1 Fritz Winter
 ohne Titel
 Farbradierung IV
 1951














Bild Winter 2 Fritz Winter
 ohne Titel
 Farblithografie 10
 1957















Bild Winter 3 Fritz Winter
 ohne Titel
 Farblithografie 22
 1965
















Bild Winter 4 Fritz Winter
 Komposition
 Farblithografie 
 1969
 Plakat für die Olympischen Spiele 1972