Basilika auf dem Schiffenberg - Seitenschiff Außenansicht Mai 2017

Motto: Entdecken, was uns verbindet / Führung in der Basilika auf dem Schiffenberg

Der Tag des offenen Denkmals steht in diesem Jahr unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“. Der Schiffenberg ist sicher ein Ort, der seit Generationen die Menschen aus Gießen und Umgebung verbindet. Die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Gießen bietet zwei Führungen in der Basilika auf dem Schiffenberg an. Gästeführerin Dagmar Klein erwartet Interessierte um 11 Uhr und 13 Uhr. Am Nachmittag wird der Verein Ehrenamt zu den üblichen Öffnungszeiten bereitstehen (14-18 Uhr).

Derzeit sind die Arkadenbögen wieder geöffnet, in Vorbereitung auf den Einbau der Glasscheiben, der im Herbst erfolgen wird. Diese Maßnahme geschieht aufgrund einer Gutachterempfehlung, damit ein gutes Raumklima garantiert ist und die restaurierte Bausubstanz erhalten bleibt. Neben Architektur und Geschichte wird die Referentin auch Restaurierungsmaßnahmen beschreiben. Dabei helfen die in der Basilika aufgehängten Informationstafeln.

 

Highslide JS
Highslide JS
Highslide JS

 

Hintergrund

Die Restaurierung hat vier Jahre gedauert (2011 – 2015). Kennzeichnend war die intensive Zusammenarbeit aller Gewerke, jede Maßnahme wurde sorgfältig abgewogen. Dies würdigt der Hessische Denkmalschutzpreis, der im Sommer 2016 an die Stadt vergeben wurde.

Das erste baudenkmalpflegerische Gutachten, zu Mörteln und Putzen, hatte der städtische Denkmalpfleger Joachim Rauch bereits 2006 in Auftrag gegeben. Das spätere Holzgutachten erbrachte den sensationellen Befund, dass ein Gutteil der Hölzer in Vierungsturm und Dachgestühl bauzeitlich sind, also aus dem 12. Jahrhundert stammen. Mittlerweile ist klar, das Dach über dem Vierungsturm ist höchstwahrscheinlich das älteste erhaltene Dachwerk im deutschsprachigen Raum.

Das außerordentliche Maß an originaler Bausubstanz führte aufgrund eines vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen erstellten Gutachtens 2012 zur Einstufung der Basilika als Nationales Baudenkmal. Dadurch wurde die Restaurierung auch mit Bundesmitteln gefördert, ergänzend zu denen der Stadt Gießen und des Landes Hessen. Ebenso hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz einen Beitrag geleistet.

Geschichte

Die Basilika ist das einzige verbliebene Gebäude aus der Augustiner-Chorherrenzeit, die anderen bis heute existierenden Gebäude haben die neuen Besitzer errichten lassen: die Komture des Deutschen (Ritter) Ordens.

Als Kloster diente Schiffenberg genau genommen nur von 1129 (Kirchweihe) bis zur Übergabe an den Deutschen Orden 1323. Danach stand neben dem Wohnen für die Deutschordensritter und ihre Dienerschaft die landwirtschaftliche Nutzung im Vordergrund, die ab dem späten 16. Jahrhundert auch Teile der Kirche betraf.

Nach den deutsch-französischen Kriegen wurde der Deutsche Orden enteignet und aufgelöst, die Domäne Schiffenberg ging 1809 an das Land Hessen (Großherzogtum). Das Areal wurde ab 1826 zur landwirtschaftlichen Nutzung verpachtet und erhielt eine Gaststätte.

Seit 1972 ist Schiffenberg im Besitz der Stadt Gießen. Grabungen und Umbaumaßnahmen wurden vorgenommen. Alljährlich findet seitdem an Wochenenden der Musikalische Sommer auf dem Schiffenberg statt, bei weitgehend freiem Eintritt. Das Restaurant im ehemaligen Komturei-Gebäude lädt mit Außenbewirtung auch zum Verweilen ein.

 

Tag des offenen Denkmals 2018
Sonntag 9. September
Führungen 11:00 Uhr und 13:00 Uhr
durch Dagmar Klein M.A., Kunsthistorikerin u. Gästeführerin

Danach geöffnet 14:00 bis 18:00 Uhr
Verein Ehrenamt Gießen e.V.