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Sollte ein Factory Outlet Center in Garbenteich gebaut werden, wäre dies für die Innenstädte der Region – allen voran Gießens City – existenzbedrohend. Das hat ein Gutachten der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) ergeben, das der Magistrat der Stadt Gießen in Auftrag gegeben hat. Es sollte unter die Lupe nehmen, mit welchen Auswirkungen auf den Handel in den Städten in der Region zwischen Friedberg im Süden und Marburg im Norden zu rechnen sei. Das Ergebnis stellte der Magistrat nunmehr presseöffentlich vor:

[26.04.2018: Die Auswirkungsanalyse enthielt bezüglich Nutzungsrechte ungeklärte Inhalte und wurde daher von der Redaktion gelöscht.]

42 Millionen Euro würden im Falle des Baus eines FOCs, so die Gutachter, in diesem Umkreis (30 Minuten Fahrzeit) umverteilt werden. Betroffen sind vor allem Geschäfte aus den Bereichen Kleidung, Schuhe und Sport. Alleine 24 Millionen könnte der Einkaufsstandort Gießen verlieren – was in der Folge zu Leerständen, zu negativen Sortimentsveränderungen des verbleibenden Handels und letztendlich zu einem großen Qualitätsverlust der Innenstadt an sich führen würde. Auch die Städte Marburg und Wetzlar wären enorm betroffen. Auch hier würden Umsatzeinbußen in relevantem Ausmaß stattfinden. Ebenso betroffen wären die Mittelzentren Lich, Grünberg, Laubach, Friedberg und Bad Nauheim, fanden die Gutachter heraus.

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz fand deshalb auch deutliche Worte: „Das Gutachten belegt: Diese Pläne sind ein aggressiver Akt gegen die ganze Region. Sie gefährden die Lebensqualität unserer Innenstädte.“ Deshalb werde man mit allen rechtlichen und politischen Mitteln gegen diese Pläne angehen und hoffe dabei auf breite Unterstützung aus der Region, so Grabe-Bolz.

Das Gutachten war einige Tage zuvor bereits allen Bürgermeistern des Landkreises präsentiert worden. Nun soll es auch der Regionalversammlung und dem Regierungspräsidenten vorgestellt und erläutert werden. Damit möchte der Magistrat Fakten gegen die von den Investoren präsentierte „Kunstwelt“ setzen. Die Regionale Planungsversammlung müsste, so die Planung aufrechterhalten bleibt, im Zuge eines Abweichungsverfahrens vom bisherigen Regionalplan über die Zulässigkeit des Vorhabens entscheiden.

13.04.2018 
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