Internationaler Frauentag 2018 - Plakat

Weltweit erinnern Frauen schon seit 1909 am 8. März lautstark an ihre Erfolge im Kampf um die Anerkennung der Menschenrechte für Frauen. Auslöser für die Bewegung der Frauenrechtlerinnen war Anfang des 20. Jahrhunderts der Kampf amerikanischer Textilarbeiterinnen für bessere Arbeitsbedingungen und der weltweite Kampf der Frauen für ihr Wahlrecht. Dieses zumindest konnten Frauen in Deutschland im Jahr 1918 gegen viele Widerstände erkämpfen und 1919 erstmals in Anspruch nehmen. Daher steht das Jahr 2018 auch im Zeichen des Jubiläums zum Frauenwahlrecht. Selbst heute ist der Internationale Frauentag noch hoch aktuell, da die Gleichstellung zwischen den Geschlechtern immer noch nicht erreicht ist.

Um den Internationalen Frauentag gebührlich zu begehen haben, wie schon in den vergangenen Jahren, Vertreterinnen der Gießener Institutionen und Vereine, die sich für Gleichberechtigung, Chancengleichheit und Selbstbestimmungsrechte von Frauen einsetzen, ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Mit insgesamt 36 Veranstaltungen in unterschiedlichen Formaten werden spezifische Themen aufgegriffen. So verdienen Frauen auch heute noch 21 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen und bringen für die unbezahlte Hausarbeit 60 Prozent mehr Zeit auf als Männer. Auch erhalten Frauen durchschnittlich 53 Prozent weniger Rente als Männer, was unter anderem an der hohen Teilzeitquote bei Frauen und den Erwerbsunterbrechungen, die durch Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen entstehen können, liegt. Im Programm finden diese Themen Niederschlag zum Beispiel bei einem Beratungsangebot für Wiedereinsteigerinnen in den Beruf, bei Workshops zur Digitalisierung der Arbeitswelt oder zur Vereinbarkeit von Familienaufgaben mit dem Beruf und in dem Vortrag „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“, der über die Auswirkungen typisch weiblicher Erwerbsbiografien auf die Rente aufklärt und Gegenstrategien entwickelt. Mit einem Anti-Eskalationstraining können Frauen Strategien zur Gewaltprävention erlernen, in einem Theaterworkshop Rollenbilder erproben und sich durch einen Vortrag mit Diskussion über die Auswirkungen der Prostitution informieren – ebenfalls allesamt hochaktuelle Arbeitsfelder zum Thema Gewalt gegen Frauen.

Der Verein „Arabische Frau in Deutschland“ lädt zu einem Infobasar über Handwerkskunst ein, es gibt Lesungen und Gespräche über unterschiedliche Mütterbilder in den Generationen und Kulturen, über Frauenleben und –Errungenschaften und über die Herausforderung, Mutter eines „Pubertätsmonsters“ zu sein.

Aber auch für den angenehmen, gemütlichen Rahmen zum Austausch ist durch Angebote zum gemeinsamen Frühstück oder einem Abend mit „Wein, Weib und Farbe“ gesorgt und gleich mehrere Akteurinnen werden Frauen einen Blumengruß als Wertschätzung für deren Arbeit überreichen, die „erst auffällt, wenn sie ausfällt“ – so eine der Veranstalterinnen.

Das umfangreiche Gesamtprogramm zum Download:

Das Programm liegt auch im Rathaus und an den üblichen Stellen aus. Den Start machen am 26.02.2018 die Wiedereinstiegsberaterinnen der Agentur für Arbeit mit einem kostenfreien und spontanen Beratungsangebot im Büro für Frauen und Gleichberechtigung, die letzte Veranstaltung ist ein Brunch im Frauenkulturzentrum mit einem Vortrag zur Geschichte von ProFamilia am 17.03.2018.

 

LISA POLITT und GUNTER SCHMIDT
LISA POLITT und GUNTER SCHMIDT

© Jo Jacobs

Politisches Kabarett mit Lisa Politt und Gunter Schmidt

Zu dem besonderen Tag für alle Frauen, die für ihre Emanzipation einstehen, lädt die Beauftragte für Frauen und Gleichberechtigung am 8. März auch dieses Jahr wieder zu einem Glas Sekt und einem besonderen kabarettistischen Leckerbissen ein. Lisa Politt und Gunter Schmidt – zusammen „Herrchens Frauchen“ – bringen ihr Programm „Zu alt, zu fett und schlecht bei Stimme“ vom Polittbüro-Theater in Hamburg nach Gießen in der Kongresshalle auf die Bühne. Der Sektempfang beginnt um 18 Uhr. Durch den Umzug in die größere Halle haben diejenigen, die im letzten Jahr leider keine Karten mehr bekommen konnten, bei der Touristinfo (Berliner Platz 2), dem Buchladen Miss Marple‘s (Bahnhofstr. 43) und dem Büro für Frauen und Gleichberechtigung im Rathaus dieses Jahr sicherlich mehr Glück auf eine der begehrten Karten, die für jeweils 10 Euro zu erhalten sind.