Historische Bahnhofstreppe mit Bauzaun

Die Sanierung und Restaurierung der historischen Treppe am Gießener Bahnhof beginnt. Seit Montag, 27.11.2017 ist das denkmalgeschützte Bauwerk deshalb für alle Nutzer bis voraussichtlich Ende August 2018 gesperrt, um die Bauvorbereitungen zu treffen. Heute, Montag, 4. Dezember, beginnen die von vielen lange ersehnte und dringend nötigen Arbeiten, um die Sandsteintreppe aus der Gründerzeit so aufzuarbeiten, um das Denkmal zu erhalten. Stadtrat Peter Neidel sprach von einem historischem Tag, der viele Gießener sicher erfreue: „Wir haben in Gießen aufgrund der großen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg leider wenige historische Gebäude und Anlagen, die an unsere Geschichte erinnern. Umso wichtiger ist es, das Wenige, zu erhalten und zu schützen. Als öffentliche Hand wollen wir auch ein gutes Beispiel sein für andere, die Denkmäler in ihrem Privatbesitz haben.“

In der Sanierungszeit, die bis August kommenden Jahres gehen wird, werden die alten Sandsteinelemente von einer auf Denkmalschutz-Bauten spezialisierten Fachfirma abgebaut, dann zur Aufarbeitung und Restauration in eine Fach-Werkstatt gebracht und ab Frühjahr 2018 wieder aufgebaut. Die Balustrade bleibt stehen und wird vor Ort aufgearbeitet. Rund 355.000 Euro kostet die Sanierung.

Um auch geheingeschränkten Menschen und Rollstuhlfahrern eine weniger beschwerliche schnelle Verbindung vom Bahnhof zur Frankfurter Straße zu bieten, soll die alte Treppe in Folge um einen Aufzug ergänzt werden.

Die repräsentative Treppenanlage am Bahnhofsvorplatz, die im Jahr 1893 errichtet wurde, ist in der Denkmaltopographie der Universitätsstadt Gießen als ein Kulturdenkmal von besonderer künstlerischer Qualität erfasst. Eingebettet in die Grünanlage gehört sie zum architektonischen Konzept des Bahnhofsvorplatzes und ist für das historische Erscheinungsbild des Bahnhofsensembles von enormer Bedeutung.

Der Zustand des wertvollen Baudenkmals ist, das hatten Gutachten ergeben, allerdings sehr bedenklich und erfordert umgehende Erhaltungsmaßnahmen zum Schutz der Bausubstanz, der Standsicherheit und Verkehrssicherheit. Die vorhandenen Schäden an dem Sandsteinbalustraden, den Treppenstufen und dem Unterbau bedürfen unbedingt statischer und konservatorischer Maßnahmen, um weiteren Substanzverlust zu verhindern und dem immer schneller verlaufenden Verfall, der unablässig zu größeren Substanzverlusten führt, entgegenzuwirken, hatte der Magistrat zuvor festgestellt und die jetzigen Maßnahmen ergriffen.