Logo TIG Start-UpStadtrat Peter Neidel besucht junge Unternehmen im TIG

Im Technologie- und Innovationszentrum Gießen (TIG) sind mehr als 80 Unternehmen und Institute ansässig. Aber: Welche Ideen, Produkte und Persönlichkeiten stecken dahinter? Stadtrat Peter Neidel, Dezernent für Wirtschaftsförderung und Vorsitzender der TIG-Gesellschafterversammlung besuchte sechs junge Unternehmen im TIG und sprach mit den Gründerinnen und Gründern über ihre Geschäftsidee, positive und negative Gründungserfahrungen und über aktuelle Bedarfe. Begleitet wurde er bei den Unternehmensbesuchen von Sabine Wilcken-Görich, Leiterin der Wirtschaftsförderung der Stadt Gießen sowie von Antje Bienert, Geschäftsführerin des TIG.

Dabei reichte der inhaltliche Bogen von der innovativen Technologie bis hin zum Beratungsunternehmen.

Ralf Schultheiß beispielsweise gründete sein Unternehmen „GUT BEFRAGEN“ (www.gutbefragen.de) aus einem Anstellungsverhältnis an der Hochschule heraus. Bereits dort war er Spezialist für Empirie und bietet nun individuelle Markt- und Meinungsforschung auch für Wirtschaft und Verwaltung an. Voll eingeschlagen ist seine Bierdeckelbefragung, die er vor allem in der Gastronomie einsetzt. „Fragebögen mit einer großen Anzahl von Befragten sollten auf einen Bierdeckel passen“, so Schultheiß in Anlehnung an das bekannte Zitat zum Umfang von Steuererklärungen von Friedrich Merz. Es wäre allerdings falsch, ihn nur auf Bierdeckelbefragungen zu reduzieren, denn GUT BEFRAGEN ist Fullservice-Anbieter für wissenschaftlich fundierte Befragungen aller Art.

Klaus Pohlmann, Gründer und Inhaber der Klaus Pohlmann Consulting (www.kglp-consulting.de) ist seit vielen Jahren im Vertrieb tätig und deckt mit einem hohen Professionalitätsgrad speziell den Bereich der Angebotserstellung ab. „Nur einer bekommt den Auftrag, es gibt leider keine Silbermedaille“, so sein Credo, „daher kommt es für die Unternehmen darauf an, mit der Perfektionierung ihrer Angebote ihre Erfolgsquote zu steigern.“ Ihn konsultieren vor allem Großunternehmen. „Der Mittelstand beschäftigt sich noch zu wenig mit der Qualität der Angebote“, erläutert Pohlmann, sieht in diesem Bereich viel Potential und setzt dort mit seiner für 2018 geplanten Neugründung der „Angebotsfabrik“ an, die mit einer eigens hierfür entwickelten Software effiziente und hochwertige Lösungen schaffen wird.

Seit etwa einem Jahr sind die Medieninformatiker Fabian Hackenberg und Markus Höfler mit den Helloworld Studios (www.helloworldstudios.com) im TIG ansässig. Vielen bekannt durch die Webseite „Mein-Giessen“ (www.meingiessen.de), auf der Fabian Hackenberg schon seit Jahren die vielen schönen Seiten Gießens fotografisch dokumentiert, haben Hackenberg und Höfler ihre Produktpalette erweitert und bieten als junge Kreativagentur z. B. Aufbau und Betreuung von Online-Shops, Social Media Marketing oder App-Entwicklung an. Was nebenberuflich begann wird von beiden nun in Vollzeit betrieben und ist weiter auf Wachstumskurs. „Selbst mussten wir bisher glücklicherweise kaum Werbung machen“, so Hackenberg, „es ergibt sich gerade alles durch Empfehlungen“. Sie sind Teil des Netzwerks „Kreativsphärengebiet Gießen“ und suchen – trotz der vielen Vorteile im TIG – perspektivisch Geschäftsräume in der Innenstadt, um sich dort noch besser innerhalb der Kreativszene zu vernetzen und auch ihre Produkte anbieten zu können.

Zwei neuartige Verfahren zur dauerhaften antimikrobiellen und fungistatischen (=pilzhemmenden) Beschichtung von Produkten und Flächen aller Art entwickelt Dr. Klaus Schepers aktuell mit seiner Neugründung Munditia Technologies GmbH. Dies ist insbesondere im Zusammenhang mit der immensen Herausforderung durch multiresistente Keime in Krankenhäusern sehr vielversprechend, mögliche Anwendungsbereiche sind aber beispielsweise auch Schwimmbäder, Sanitärausstattungen, Fußböden, Lebensmittelverpackungen und vieles mehr. „Beide Verfahren setzen im Gegensatz zu bisher am Markt erhältlichen Produkten auch auf lange Sicht keine Biozide frei, so dass es sich um eine wirklich zukunftsweisende Innovation handelt“, erläutert Dr. Schepers. Aktuell werden Mitinvestoren gesucht, um die Produkte bis zur Marktreife zu bringen.


Zuletzt stellten Anja Lorenz und Alexander Strombach ihre ebenfalls noch relativ neu gegründete GbR vor, die mit www.supervision-giessen.com, einem Netzwerk von inzwischen bereits 15 erfahrenen Supervisoren, komplexe Prozesse in den Bereichen Supervision, Coaching und Organisationsbereitung abdeckt – von Einzelsupervision oder –coaching über Teamentwicklung bis hin zu umfassender Organisationsveränderung. „Unsere Supervisoren und Coaches möchten endlich nicht mehr gegeneinander, sondern miteinander arbeiten“, erläutert Anja Lorenz. Und Strombach ergänzt: „Für den Kunden hat das den immensen Vorteil, dass er nicht mehr für jeden Teilbereich einzeln passende Supervisoren suchen muss. Ein Anruf bei uns reicht – und damit haben wir offenbar genau den Nerv getroffen.“

In allen Gesprächen wurde deutlich, dass sich die jungen Unternehmen im TIG sehr gut aufgehoben fühlen. Anja Lorenz und Alexander Strombach haben sich sogar im TIG kennengelernt und die Kooperation dann bis zur gemeinsamen Neugründung ausgebaut. Verbesserungspotential sehen die Mieter in einem weiteren Ausbau der internen Vernetzung, wozu es laut TIG-Geschäftsführerin Antje Bienert bereits neue Ideen und Ansätze gibt. An die städtische Wirtschaftsförderung richtete sich der Wunsch, verstärkt Kontakte zum Mittelstand der Region Gießen zu vermitteln. Sabine Wilcken-Görich informierte über die diversen Kontaktmöglichkeiten und Netzwerke in der Region und bot ihre Unterstützung auch bei Fragen der Finanzierung oder der Suche nach Gewerbeflächen an.

Stadtrat Peter Neidel zeigte sich sehr beeindruckt – sowohl von der Vielfalt der vorgestellten Unternehmen als auch von ihrer Professionalität und Leidenschaft. Er bedankte sich bei den Unternehmen für die Einblicke und fasste zusammen: „Sie alle verbindet nicht nur der Sitz im TIG, sondern Sie brennen auch alle für Ihre Ideen! Ich bin mir sicher, dass Sie beste Voraussetzungen für Ihren Unternehmenserfolg mitbringen. Die Stadt Gießen wird alles tun, um Sie dabei zu unterstützen.“