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SWG warnen vor Kauf von Plug-in-PV-Anlagen

Schon seit vielen Jahren sind sogenannte Plug-in-PV-Anlagen im Handel erhältlich. Ursprünglich wurden sie dazu entwickelt, etwa im Schrebergarten oder auf dem Campingplatz die eine oder andere Kilowattstunde Strom mit der Kraft der Sonne zu produzieren. Jetzt sind findige Verkäufer auf den Zug aufgesprungen und bieten derartige Systeme an der Haustür an. Dabei behaupten sie, mit einer Plug-in-PV-Anlagen lasse sich Strom für den Haushalt produzieren und so Geld sparen. Überdies sei die Installation ganz leicht: Einfach in die Steckdose stecken, fertig.

„Eben dies ist nicht zulässig“, warnt Bernd Debus, als Elektromeister bei der Mittelhessen Netz GmbH (MIT.N) für das Thema zuständig. Tatsächlich gilt es, einige wichtige Kriterien zu erfüllen, soll eine solche Anlage wirklich Strom in ein bestehendes Netz einspeisen. Denn für Plug-in-Systeme gelten die gleichen rechtlichen Vorschriften und technischen Anschlussbedingungen wie für alle anderen, fest installierten Fotovoltaikanlagen. Das heißt: Die Einspeisung ist nur über einen eigens dafür installierten Stromkreis in der Unterverteilung zulässig. Ferner muss die Anlage beim Netzbetreiber angemeldet werden. Für den Anschluss an sich braucht es berührungs- und verwechslungssichere Steckverbindungen – ein Schuko-Stecker bietet eben dies nicht. Darüber hinaus darf nur ein im Verzeichnis des Netzbetreibers gelisteter Elektriker die Anlage anschließen. Und nicht zuletzt ist ein Zähler mit Rücklaufsperre erforderlich.

„Ob eine Plug-in-Fotovoltaikanlage bei Einhaltung all dieser Vorschriften und bei einem nicht unerheblichen Einstandspreis tatsächlich dazu taugt, die Stromrechnung zu senken, darf man bezweifeln“, bringt es Bernd Debus auf den Punkt. Folglich rät er allen Betroffenen, vor der Anschaffung ganz genau nachzurechnen und auf keinen Fall eine solches System an der Haustür zu erwerben.