Eine frau blickt in die Krone eines Baums

Wettbewerb zu Gießens innovativer Baumfördersatzung

Seit Anfang dieses Jahres wird die neue „Satzung zur Verbesserung von Stadtklima und – Ökologie durch Bäume“ im Amt für Umwelt und Natur der Stadt Gießen umgesetzt.

Inzwischen gibt es knapp 30 Grundstückseigentümer, die ihre ca. 100 Bäume in städtische Obhut gegeben haben. Die Leistungen der Stadt umfassen regelmäßige Baumkontrollen, Nachsturmkontrollen, Übernahme der Verkehrssicherungspflicht sowie Beratungen - und dies für alle kostenfrei.

Riesenbaum im Garten? Die Baumfördersatzung hilft.

Eine von Ihnen ist Frau F. aus der Gießener Innenstadt. Im Garten von Frau F. steht eine ca. 150 Jahre alte Kastanie mit einem Stammdurchmesser von 130 cm und einer Höhe von ca. 18 m. Die Kastanie wurde auf Antrag ins städtische Baumschutzkataster aufgenommen, da der Baum, bedingt durch dessen Größe, sehr viele positive Funktionen für die Allgemeinheit übernimmt. So ist die Baumart Kastanie gerade für die Luft und das Klima in der Umgebung vorteilhaft. Zudem spendet sie Schatten, bindet Feinstaub und bietet allerlei Arten Nahrung, Unterschlupf und Lebensstätte. Was nicht jeder weiß, ist, dass vor allem Großbäume Dächer und Gebäude bei Sturm schützen, weil sie die Energie der gefährlichen Böen aufnehmen. Die Baumfördersatzung gibt den Baumbesitzern auch sonst Sicherheit. Frau F.: „Nach dem Sturm Ende Juni war die Stadt am nächsten Morgen sofort da und hat nach meinem Baum gesehen!“

Auf das Gießener Modell zum Baumschutz durch Förderung ist inzwischen auch das hessische Umweltministerium aufmerksam geworden. Seit dem Frühjahr wird seitens des Ministeriums ein Maßnahmenkatalog „Förderung biologischer Vielfalt in hessischen Kommunen“ erarbeitet, in welchem die Gießener Idee zum Baumschutz als eine Möglichkeit aufgegriffen und anderen hessischen Kommunen zur Nachahmung empfohlen wird.

Bürgermeisterin Weigel-Greilich nutzt nun diese Gelegenheit, um einen kleinen Wettbewerb auszuloben: Gesucht wird der größte Laubbaum der Stadt Gießen!

Grundstückseigentümer/innen mit Großbäumen können sich bewerben, städtische Bäume sind natürlich ausgenommen. Meldeschluss ist der 1. November dieses Jahres. Nach Besichtigung und Vermessung aller gemeldeten Bäume werden die größten drei Bäume prämiert und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wer mitmachen möchte, meldet sich beim Umweltamt der Stadt Gießen unter 0641 306-1118 oder umweltamt@giessen.de.

 

Weitere Infos zum Erhalt von stadtbildprägenden Bäumen auf Privatgrundstücken