Rücksichtnahme-Piktogramm Appell an Radfahrer und Fußgänger nicht nur entlang des Roten Wegs

Ein Ziel der bundesweiten Kampagne STADTRADELN, die in Gießen noch bis zum 9. Juni läuft, ist es, Lücken im Radverkehrsnetz zu schließen und die Verbindungen zu verbessern. Damit wird der Umstieg auf das Fahrrad für mehr Menschen attraktiv. Das ist gut für die Lebensqualität in Gießen und für die Umwelt, u.a. durch eine bessere Luftqualität und weniger Lärm. Der „Rote Weg“ zwischen Reichenberger Straße und Friedhofsallee - abseits des motorisierten Verkehrs, vor allem des Busverkehrs - ist eine solche attraktive Verbindung, insbesondere an Schultagen. Das zeigt die regelmäßige Nutzung - obwohl das Radfahren in der Grünanlage nicht erlaubt ist. Die insbesondere für unsichere Fahrer interessante Verbindung soll deshalb geöffnet werden. Laut dem Stadtteilmanager Lutz Perkitny gibt es aber schon heute Beschwerden von den schwächsten Verkehrsteilnehmenden, den Fußgängern, die sich durch Radverkehr belästigt fühlen und spielende Kinder gefährdet sehen. Wo Wege von Radfahrern und Fußgängern gemeinsam genutzt werden, kann es zu Konflikten kommen. Das muss aber nicht sein. „Wir greifen die Bedenken der Bevölkerung auf. Deshalb erfolgt die Öffnung zunächst nur vorläufig im Rahmen eines einjährigen Verkehrsversuchs“, so Verkehrsdezernent Peter Neidel. Untersucht wird, ob tatsächlich wesentlich mehr Radfahrer/innen die geöffnete Verbindung nutzen und wie sich das Miteinander entwickelt. Begleitet wird die vorläufige Öffnung mit der Aktion „Gegenseitige Rücksichtnahme macht Wege breit!“. Hartwig Leuer, Vorsitzender des ADFC Gießen erklärt: „Aus der eindeutigen Beschilderung folgt, dass der Fußverkehr weiterhin Vorrang hat und sich der Radverkehr an diesen anpassen muss. In der Nähe von zu Fuß Gehenden müssen deshalb Rad Fahrende auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen und dürfen nur überholen, wo dies mit ausreichendem Abstand möglich ist. Fußgänger dürfen den Radverkehr aber auch nicht bewusst behindern. Und für alle gilt: Rechnen Sie immer mit Unaufmerksamkeit oder Fehlern anderer.“ Diese und weitere Tipps stehen auf den Handzetteln, die von Mitarbeitern der Ordnungspolizei verteilt wurden. Gegenseitige Rücksichtnahme bringt mehr Entspannung und Sicherheit für alle. Dafür werben die Universitätsstadt Gießen, der ADFC Gießen und der Nordstadtverein e.V.

Rücksichtsvolles Verhalten