Roland Kauer und Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich vor der Bienenweide

Im Frühjahr wurde auf dem Gießener Neuen Friedhof erstmals eine 500 Quadratmeter große Bienenweide angelegt und zwei Bienenvölker angesiedelt. Inzwischen steht die Fläche in bunter Blüte. Es summt und brummt allerorten.

Bei einem Ortstermin erläuterte Roland Kauer, Abteilungsleiter Friedhöfe im Gartenamt, den Hintergrund des Modellprojekts. Bienenweiden dienen in der ärmer werdenden Kulturlandschaft der ganzjährigen Versorgung von Bienen, Hummeln, Schmetterlingen, aber auch Vögeln und Kleinsäugern mit Nahrung. Sie werden von diesen Tieren auch als Lebensraum angenommen. Das Gartenamt verwendet bei der Anlage eine Saatgutmischung aus rund 50 verschiedenen einjährigen, zweijährigen und mehrjährigen Pflanzen. Die Pflanzen blühen im Wechsel von April bis November und tragen im Herbst zum Teil Samen und Früchte. Auch im Winter bleibt die Fläche unangetastet und bietet damit weiterhin Lebensraum, Deckung und auch Nahrungsquelle.

Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Gerda Weigel-Greilich betonte den Nutzen des Projekts für den Erhalt der Artenvielfalt und damit auch für die Nahrungsgrundlage des Menschen. „Nicht nur unsere hessischen Apfelbäume, sondern 75% der global wichtigen Nutzpflanzen sind von der Bestäubung durch Insekten abhängig.“

Ein weiterer Aspekt aus Sicht der Stadtverwaltung: Die ökologischen Vorteile gehen einher mit einem deutlichen ökonomischen Nutzen. Die Fläche muss nicht mehr 8 – 10x jährlich gemäht werden. Es genügt das einmalige Mulchen im Frühjahr. Erst nach weiteren zwei bis drei Jahren muss die Fläche aufbereitet und neu eingesät werden. So bleibt unterm Strich mehr wertvolle Personal- und Maschinenzeit für andere Arbeiten auf den Grünflächen und Friedhöfen.