Flamme eines Gasherds

Die deutsche Erdgasversorgung wird durch Erdgas aus unterschiedlichen Quellen sichergestellt und je nach Herkunft unterscheidet es sich in seiner Zusammensetzung. Es gibt H- oder L-Gas, wobei L-Gas einen niedrigeren Energiegehalt hat als H-Gas. Bislang wird Gießen mit L-Gas versorgt, das vor allem aus deutschen und niederländischen Lagerstätten stammt.

Im Gegensatz zum H-Gas, dessen Reserven für die nächsten 200 bis 250 Jahre als gesichert gelten, wird die Versorgung mit L-Gas in Deutschland bis zum Jahr 2030 eingestellt. Dies liegt einerseits an der Endlichkeit der Ressource, andererseits aber auch an durch die Erdgasförderung bedingten Erdbeben in den Niederlanden.

Von der rückläufigen L-Gas Förderung sind alle mit L-Gas versorgten Gebiete betroffen. Diese Gebiete müssen bis zum Jahr 2030 auf die Versorgung mit H-Gas umgestellt werden. Um die Umstellung – in Fachkreisen auch als Marktraumumstellung bezeichnet – in den betroffenen Gebieten koordiniert durchzuführen, wurde im „Netzentwicklungsplan Gas“ (NEP Gas) von den Fernleitungsnetzbetreibern ein Fahrplan mit den jeweiligen Umstellungszeitpunkten für die einzelnen Regionen erarbeitet. Nach diesem Plan wird Gießen ab 2020 mit H-Gas versorgt.

Die meisten Geräte, die bisher mit L-Gas betrieben wurden, dürfen und können nicht ohne weiteres mit H-Gas betrieben werden. Die Umstellung auf eine andere Gasqualität bedingt daher auch die Erfassung und anschließend die fachgerechte Anpassung von allen vorhandenen Gasgeräten in den Haushalten sowie in Gewerbe- und Industriebetrieben.

Für diese Umstellungsmaßnahmen ist nach dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) der jeweilige Netzbetreiber zuständig. Unabhängig von ihrem Gaslieferanten, bei welchem die Endkunden Gas beziehen, übernimmt daher die Mittelhessen Netz GmbH als der Netzbetreiber in der Region Gießen die Geräteerhebung und -anpassung. Den Gaskunden entstehen dabei keine direkten Kosten.

Da eine große Zahl von Geräten gleichzeitig umgestellt werden muss, arbeitet die Mittelhessen Netz GmbH für die Erhebungs- und Anpassungsmaßnahmen mit den Partnerunternehmen Reitz-Topmann GmbH, Semoring GmbH, Bohlen & Doyen GmbH und ESK/Gatter 3 GmbH zusammen.

Die Partnerunternehmen haben mit ihren Arbeiten begonnen. In einem ersten Termin werden bei allen Gaskunden zunächst die vorhandenen Gasgeräte erfasst. Die Mittelhessen Netz GmbH wird ihren Gasnetzkunden dabei alle erforderlichen Informationen im Vorfeld zur Verfügung stellen.

Die Mittelhessen Netz GmbH sorgt somit für eine zukunftssichere Erdgasversorgung in der Region.

Warnung vor Trickbetrügern

In letzter Zeit ist es sowohl in Gießen als auch in einigen weiteren Regionen Deutschlands vorgekommen, dass Trickbetrüger unter dem Deckmantel der Erdgasumstellung versucht haben, sich Zugang zu den Haushalten zu verschaffen oder Endverbraucher über eine E-Mail-Nachricht auf unseriöse Internetseiten zu locken.

Daher sollten zu den durch die Mittelhessen Netz GmbH angekündigten Terminen nur Personen mit einem entsprechenden Lichtbildausweis zum Haushalt gewährt werden.

Des Weiteren weist die Mittelhessen Netz GmbH darauf hin, dass alle Informationen bezüglich der Umstellung von L- auf H-Gas ausschließlich persönlich an die Letztverbraucher adressiert und per Post verschickt werden.

 

20.07.2017 
Quelle: Mittelhessen Netz GmbH