Testlauf für die Bierdeckelbefragung: Torsten Ströher, Ralf Schultheiß und Sascha Homfeld

Ein einzigartiges Pilotprojekt zur Kundenbefragung in der Gastronomie startet an diesem Wochenende in Gießen. Das Konzept ist so genial wie einfach: Mit der „Bierdeckelbefragung“ wird die Zufriedenheit der Gäste direkt am Tisch in gemütlicher Atmosphäre abgefragt. Mittels eines Mediums, das bereits im 19. Jahrhundert erfunden wurde, aber bis heute nicht an Aktualität verloren hat: Dem Bierdeckel.

Erfunden hat die Bierdeckelbefragung Ralf Schultheiß von der Gießener Agentur „Gut befragen“. Mit seiner Full-Service-Agentur bietet er die Entwicklung von Fragebogen sowie die Datenerhebung und Analyse an. Einen deutschlandweit einzigartigen Testlauf startet er jetzt zusammen mit den Gießener Gastronomen Torsten Ströher und Sascha Homfeld, die die Kultkneipen „Ritzis“ und „Apfelbaum“ in der Ludwigstraße betreiben. Mittels eigens entwickelten und bedruckten Bierdeckeln wollen die beiden Gastronomen mehr über die Kundenzufriedenheit im „Ritzis“ und dem Biergarten des „Apfelbaums“ erfahren. Die Bierdeckel werden mit dem ersten Getränk an die Gäste ausgegeben. Kugelschreiber liegen auf den Tischen bereit und das Mitmachen ist so einfach wie selbsterklärend: Mit Schulnoten zum Ankreuzen sollen die Atmosphäre, der Service und die Qualität der Speisen in Kneipe und Biergarten bewertet werden. Ein zusätzliches Feld mit der Frage: „Was möchtest Du uns noch sagen?“ ermöglicht es den Gästen, noch eigenes Lob oder Kritik loszuwerden. Die Deckel werden schließlich eingesammelt und von Ralf Schultheiß nach empirischen Kriterien ausgewertet. Ströher und Homfeld versprechen sich davon „eine ehrliche Meinung“, denn die Befragung verläuft anonym. „Da ist es leichter, Kritik loszuwerden, als diese der Bedienung direkt ins Gesicht zu sagen“, glaubt Torsten Ströher. Da die Deckel nach Abend sortiert werden sollen, könne man so auch etwaige Unstimmigkeiten im Service ausloten und entsprechend beheben. Was die Gäste vom Mitmachen haben? „Ein noch besseres Ritzis und einen noch besseren Apfelbaum“. Das „Ritzis“ betreiben Ströher und Homfeld seit 2016; seit 2011 sind sie für den „Apfelbaum“ verantwortlich und haben die Kultkneipe seitdem immer weiter entwickelt. Von der Idee, einen Testlauf mit Schultheiß' Bierdeckelbefragung durchzuführen, waren sie sofort angetan: „Die Idee ist innovativ und oldschool zugleich“, findet Homfeld. Schultheiß begründet seine Idee auf Fakten, welche die Katz Group im Schwarzwald, Europas führender Bierdeckelproduzent, geliefert hat. Demnach nehmen 96 Prozent aller Gäste den Bierdeckel als unaufdringliches Werbemittel wahr; 82 Prozent der Befragten empfinden den Untersetzer als sympathisch. Die Bierdeckelbefragung richtet sich in erster Linie an Gastronomen und Veranstalter; aber auch Brauereien und Getränkehersteller könnten zu den späteren Kunden von „Gut befragen“ gehören, um neue Produkte zu testen. Die Katz Group als Lieferant von Bierdeckeln ist bereits aufmerksam geworden und möchte Schultheiß' Idee gerne an einige ihrer Kunden bringen. Jede Befragung wird dabei auf die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Gastronomie zugeschnitten und in enger Abstimmung mit diesem entwickelt; Standardfragenbogen gibt es hierbei nicht.

Ralf Schultheiß hat sein Unternehmen „Gut befragen“ im November 2016 gegründet. Bis vor kurzem hat er am Institut für Soziologie der Justus-Liebig-Universität Gießen Statistik gelehrt. Schon während seiner Zeit als Angestellter an der Uni entwickelte er nebenberuflich Fragebögen und sorgte für die professionelle Auswertung und Aufbereitung der Daten. Was nach einem knochentrockenen Job klingt, ist es gar nicht, denn Schultheiß muss sich, um einen perfekten Fragebogen entwickeln zu können, ein klares Bild von dem jeweiligen Umfeld machen und dazu viel mit seinem Kunden reden. "Die Einblicke in die unterschiedlichen Berufsfelder sind sehr spannend". Mit dem Pilotprojekt zur Bierdeckelbefragung beschreitet er nun neue Wege mit einem neuen Befragungsmedium. Kontakt unter info@gutbefragen.com.